Fussball Landesliga

Der TSVW setzt auf die Gunst der Stunde

Fußball-Landesliga Trainerrücktritt und zwei Platzverweise – beim Weilheimer Gegner SC Geislingen hat es in diesen Tagen ordentlich geknallt. Von Klaus Schlütter

Auf seine Tore setzt Trainer Benjamin Geiger im Abstiegskampf: Angreifer Matteo Stefania ist mit sechs Treffern bester Torschütz
Auf seine Tore setzt Trainer Benjamin Geiger im Abstiegskampf: Angreifer Matteo Stefania ist mit sechs Treffern bester Torschütze der Weilheimer. Foto: Genio Silviani

Vierzigtausend blühende Kirschbäume versetzen Weilheim am Sonntag in Feierlaune. Die gute Stimmung beim traditionellen Kirschblütenfest wäre perfekt, würden die TSV-Fußballer mit einem Heimsieg im Landesligaspiel gegen den SC Geislingen (15 Uhr) ihren Beitrag dazu leisten. Am guten Willen fehlt es jedenfalls nicht. Trainer Benjamin Geiger sagt mit spitzbübischem Lächeln: „Wir werden versuchen, dem Gegner ein paar Kirschen ins Netz zu legen.“

Sein „Co“ gibt die Richtung vor. „Wir werden uns nicht verstecken. Wir brauchen dringend Punkte und werden auf Angriff spielen“, so Luca Greco. Allerdings ohne Benjamin Schmitz. Der Abwehrspieler und Kapitän wurde Anfang der Woche am Kreuzband operiert - Zwangspause zwischen sieben und neun Monaten. Als Ausfälle kommen diesmal Mexiko-Urlauber Simon Kottmann und der verletzte Korcan Sari dazu.

Überhaupt nicht mehr zur Verfügung steht, wie berichtet, Jasko Suvalic als Trainer des SC Geislingen. Am Montag informierte ihn SC-Fußballchef Andreas Strehle, dass er trotz Vertrags bis 2020 im Sommer gehen muss. „Aus unserer Sicht ist ein Verschleiß zwischen dem Trainer sowie Mannschaft und Verantwortlichen festzustellen“, so Strehle. Im Gegenzug überraschte Suvalic den Verein mit seinem sofortigen Rücktritt. Er konnte die Gründe für diese Entscheidung unmittelbar nach dem 4:2-Sieg in doppelter Unterzahl gegen Bargau nicht nachvollziehen. Der 37-Jährige war erst zwei Jahre Co-Trainer von Uli Haug, dann drei Spielzeiten selber Chefcoach.

„Ich glaube, der Verein wollte nach drei Jahren einen neuen Reizpunkt setzen. Der Zeitpunkt war richtig, denn der Aufstieg ist so gut wie abgehakt“, meint SC-Urgestein Werner Gass. Der ehemalige VfB-Profi findet aber auch lobende Worte für Suvalic: „Er hat einen guten Job gemacht und kann erhobenen Hauptes gehen.“

Nachfolger ab 1. Juli wird Daniel Avgustinovic. „Auge“ ist im Eybacher Tal kein Unbekannter. Spielte dort bis Mitte der 2000er-Jahre in der Bezirks- und Landesliga. Von 2014 bis Ende der vergangenen Saison war er Co-Trainer beim SV Ebersbach. Geislingen ist seine erste Station bei den Aktiven. Bis es soweit ist, leitet ein Dreigestirn die Trainingseinheiten. In Weilheim sitzen Daniele Mennitti, Sezgin Karabiyik und Torwarttrainer Matthias Gruca als Verantwortliche auf der Bank. Gute Bekannte übrigens für Benny Geiger, der zwischen 2010 und 2015 viereinhalb Jahre beim Sportclub spielte und trainierte, bevor er nach Bad Boll wechselte.

Die Unruhe beim Gegner, ein Vorteil für den TSV Weilheim? „Wir können nicht abschätzen, was auf uns zukommt“, meint Abteilungsleiter Paul Schrievers und fügt hinzu: „Es kommt uns vielleicht eher entgegen, dass drei wichtige Spieler fehlen.“ Gegen Bargau wurden Pascal Volk und Nicola Orlando vom Platz gestellt. Mit Innenverteidiger Tobias Müller (Knieverletzung) fällt ein dritter Leistungsträger aus.

Mit der Partie am Sonntag sind es noch acht Runden bis Ultimo. „Nach Ostern beginnt für uns die ganz heiße Phase“, weiß Geiger. Dann geht es nacheinander gegen drei direkte Konkurrenten im Überlebenskampf: FC Bargau, TSV Neu-Ulm, TSV Buch. Mit drei Siegen und „Bonuspunkten“ gegen Geislingen wäre Weilheim aus dem Gröbsten raus. Momentan fehlen vier Punkte bis zum rettenden Ufer.

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