Fussball Landesliga

„Eise“ nach Echterdingen?

Fußball-Landesliga Vor dem Derby in Boll kursieren Gerüchte über einen Wechsel des Weilheimer Coachs zur neuen Saison zum Ligarivalen auf die Fildern. Von Klaus Schlütter

Quo vadis, Chris Eisenhardt: Der Weilheimer Trainer soll Gerüchten zufolge kommende Saison den Landesligarivalen TV Echterdingen
Quo vadis, Chris Eisenhardt: Der Weilheimer Trainer soll Gerüchten zufolge kommende Saison den Landesligarivalen TV Echterdingen übernehmen. Foto: Markus Brändli

Gerüchte sind die Rauchfahnen der Wahrheit. Wenn dieses aus Frankreich überlieferte Zitat heute noch seine Berechtigung hat, kommt etwas mehr Licht in die nebulösen Parolen dieser Tage um diverse Trainerwechsel. So deutet einiges darauf hin, dass Weilheims scheidender Coach Chris Eisenhardt in der kommenden Saison beim Landesliga-Rivalen TV Echterdingen anheuert.

Noch unterliegt die Nachricht strengster Geheimhaltung. Bis heute. Dann, so TVE-Spielleiter Philip Wunsch, „verkünden wir etwas“. Eisenhardt sagt: „Nach dem Spiel am Samstag in Bad Boll werde ich über meine sportliche Zukunft Auskunft geben.“ Echterdingen, wo sich Kollege Mario Estasi verabschiedet, würde passen. Für den zweifachen Familienvater Eisenhardt auch privat: Er wohnt in Sielmingen, arbeitet in Plattenhardt. Im Gegensatz zu Weilheim wäre es zum TVE-Sportgelände Goldäcker nur ein Katzensprung.

Durchaus möglich, dass ihn Danell Stumpe begleitet, in den vergangenen drei Jahren sein Partner an der Seitenlinie. Auch er hat den Abschied vom TSVW verkündet. „Mit Chris hat‘s immer gut gepasst“, sagt der bisherige Co-Trainer und meint: „Echterdingen wäre reizvoll, aber ich habe mich noch nicht entschieden.“ Für ihn, der in Weilheim wohnt, ist es eine Frage des zeitlichen Aufwands.

Derbybilanz spricht für Weilheim

Doch noch sitzen beide elf Spieltage gemeinsam auf der Weilheimer Trainerbank. Morgen ab 17 Uhr beim stets reizvollen Derby in Bad Boll. In der Vergangenheit schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts. In den letzten 13 Duellen ging Weilheim sechs Mal, Boll fünf Mal als Sieger vom Platz. Zwei Partien endeten remis, darunter das Hinspiel im Lindachstadion (0:0).

Der größere Druck lastet diesmal auf den Platzherren. Sie haben in den letzten fünf Spielen ein Abo auf Platz zwölf, gefährlich nahe am Abgrund. Nur drei Punkte trennen sie von einem Abstiegsplatz, hauptsächlich geschuldet einem unglaublichen Verletzungspech. „So schlimm wie in dieser Saison war‘s noch nie!“, stöhnt Günther Ascherl, den es selber bös erwischt hat. Der Spielleiter befindet sich nach einer Herz-OP gerade in der Reha. Bei den Bollern krankt es vor allem im Sturm. Torjäger Daniel Zuljevic fehlt verletzungsbedingt schon seit einem halben Jahr. Nun verabschiedete sich auch noch Eric Llanes Ona (elf Tore) mit einem Innenbandanriss für die nächsten vier bis sechs Wochen.

Wie sich die Bilder gleichen. Auch in Weilheim haben die Ärzte in dieser Seuchen-Saison viel zu tun. Roberto Forzano wurde aktuell am Kreuzband operiert, fällt lange aus. Marc-Kevin Theimer laboriert noch immer an seiner schweren Knieverletzung. Mindestens vier weitere Spieler sind angeschlagen, ihr Einsatz ist fraglich. Zudem fehlt Urlauber Robert Kljajic.

Noch kein Nachfolger in Sicht

Neben den dauerhaft hohen Ausfallquoten gibt es zwischen den Klubs eine weitere Parallele. Beide Trainer geben am 9. Juni ihren Ausstand. Bis dahin werden sie nach eigenen Aussagen noch besonderen Ehrgeiz entwickeln. Sie wollen zeigen, was die Vereine an ihnen verlieren werden. Eisenhardt versichert: „Wir werden keine Sekunde nachlassen.“ Sein Boller Pendant Benjamin Geiger beteuert: „Wir werden alles dafür tun, den Abstieg zu vermeiden.“

Sein Nachfolger beim TSV Bad Boll steht schon länger fest: Manuel Doll vom FSV Winnenden, Bruder von Geigers Vorgänger Mirko, übernimmt im Kurort. In Weilheim dauert die Suche nach einem neuen Trainer an. Geiger, der den A-Schein hat, war ein Kandidat. Aber die Gespräche scheiterten angeblich an den Finanzen.

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