Fussball Landesliga

Nafi Stuttgart droht der Zerfall

Fußball Der Landesligist steht am Scheideweg: Wegen ausbleibender Gehaltszahlungen ist die Zukunft des Vereins unklar.

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Symbolbild

Stuttgart. Quo vadis, Nafi Stuttgart? Der Fußball-Landesligist und Liga-Konkurrent des TSV Weilheim befindet sich rund drei Monate nach der Vize-Herbstmeisterschaft vor einer Zerreißprobe: Nach einer starken Hinrunde verlor der Klub aus dem Stuttgarter Norden die ersten sechs Spiele im neuen Jahr allesamt deutlich.

Nun kommt heraus: Die Hintergründe der sportlichen Talfahrt sind vereinsinterne Streitigkeiten und ausbleibende Gehaltszahlungen. „Seit Winter wurden die Spieler nicht mehr bezahlt, dementsprechend gering war natürlich auch die Motivation und der Trainingsfleiß in den vergangenen Monaten“, bestätigt Nafi-Spielertrainer Damir Bosnjak. Wieso aktuell kein Geld mehr fließt, weiß selbst der 35-Jährige nicht. Angeblich gebe es aber seit einiger Zeit Unstimmigkeiten zwischen der Vereinsführung und den Sponsoren.

Den Schwarzen Peter schiebt Bosnjak seinen Spielern allerdings trotz der bewusst nachlassenden Leistungen nicht zu. „Ich kann sie ja verstehen. Das aktuelle Auftreten ist eine Art Protest der Spieler, aber kein Streik.“ Dazu soll es auch im weiteren Rundenverlauf nicht kommen. Denn laut des Kroaten haben bereits alle Spieler zugesagt, die Saison unabhängig der finanziellen Situation bis zum Schluss durchzuziehen. „Wir hatten vor zwei Wochen eine gemeinsame Aussprache mit dem Klub und hoffen nun auf schnelles Handeln“, so Bosnjak.

Neue Spielstätte wird benötigt

Was danach kommt, steht allerdings in den Sternen. Denn zusätzlich zum internen Disput muss sich der Verein zukünftig auch eine neue Bleibe suchen. Bisher trainierte und spielte Nafi auf dem Bezirkssportgelände des SSV Zuffenhausen. Diese Kooperation wird zum Saisonende jedoch aufgehoben. Eine Alternative hat der Landesligist noch nicht in Sicht. „Im Raum Stuttgart ist es schwer, etwas zu finden. Die Verantwortlichen sind auf der Suche, aber das ist auch alles eine Frage der Kosten“, bestätigt der Nafi-Coach.

Im Falle einer zu langen Ungewissheit befürchtet Bosnjak das Scheitern des Vereins: „Die Spieler wollen für die nächste Saison planen. Wenn sich hier nichts tut, dann werden sie sich bestimmt anderweitig umschauen.“ Seine eigene Zukunft stellt der Spielertrainer dabei hinten an. „Ich bin schon so lange hier, deshalb werde jetzt ich nicht ungeduldig und baue Druck auf, sondern gebe der Abteilungsleitung noch die Chance, dass sie das in den Griff bekommet.“

Wie es mit Nafi Stuttgart weitergeht, bleibt also spannend. Denn auf die Frage, ob der Verein auch kommende Saison in der Landesliga an den Start gehen werde, entgegnete Bosnjak mit einem bedachten „Fifty-fifty“.Max Carlo Pradler

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