Fussball Landesliga

Weilheim fehlen die Argumente

Fußball Das Landesliga-Schlusslicht tut sich bei der Verpflichtung von neuen Spielern in der Winterpause schwer und setzt darum auf Rückkehrer. Von Max Pradler

Nach seinem Wechsel aus Ebersbach wird Marc Djorovic in Weilheim als potenzieller Anfangsaufläufer für die Mission Klassenerhalt
Nach seinem Wechsel aus Ebersbach wird Marc Djorovic in Weilheim als potenzieller Anfangsaufläufer für die Mission Klassenerhalt gehandelt. Foto: Cornelius Nickisch

Die Amateurligen im Fußball stecken mitten in der Winterpause und die Vereine puzzeln sich ihren Kader zusammen - teilweise gewollt, teilweise aus der Not heraus. Aktiv werden musste auch Landesliga-Schlusslicht TSV Weilheim, nachdem mit Kapitän und Innenverteidiger Tim Roos nun auch der letzte Akteur aus erfolgreicheren Tagen den Verein verlassen hat (wir berichteten). Bauchschmerzen bereitet Trainer Benjamin Geiger der Abgang des 24-Jährigen zum Verbandsligisten 1.FC Heiningen allerdings nicht: „Wir standen auch in der Hinrunde mit Tim defensiv alles andere als sicher, deshalb betrachte ich das nun als neue Chance für die jungen Spieler, sich einen Platz in der Viererkette zu erobern.“

Reagiert haben die Limburgstädter, die kommenden Montag in die Vorbereitung starten, auf den Abgang trotzdem: Neu an Bord ist, wie bereits vermeldet, Mittelfeldspieler Marc Djorovic. Der Serbe durfte Ligakonkurrent SV Ebersbach verlassen, nachdem der SVE Defensiv-Routinier Pietro Maglio aus Heiningen verpflichtet hatte.

Gemeinsam mit Dogukan Dogan, der vom SSV Reutlingen kommt, ist Djorovic ein Kandidat für die Stammelf. „Ich kenne Marc noch gut aus unserer gemeinsamen Zeit in Bad Boll. Es war unser Ziel, Spieler zu holen, die uns unmittelbar weiterhelfen“, sagt Geiger.

Bis Ende Januar darf personell noch aufgerüstet werden. Nicht auszuschließen, dass auch der TSVW nochmals aktiv wird. „Wir sind noch im Gespräch mit einem Spieler. Im Laufe der Woche gibt es eine Entscheidung“, lässt der Weilheimer Trainer durchblicken. Genauere Details wollte er jedoch nicht verraten. Es sei allerdings mühselig, als potenzieller Absteiger den Markt zu sondieren: „Die Tabellensituation macht im Transferfenster so einige Optionen zunichte. Da fehlen einem schlichtweg die Argumente, einen Spieler zu überzeugen.“ Bei Djorovic, der bereits in der Weilheimer Jugend kickte, spielte dieser Aspekt jedoch keine Rolle: Der 21-Jährige wird auch bei einem möglichen Abstieg unter der Limburg bleiben.

Boll holt Oberligaerfahrung

Geigers ehemaliger Verein, der TSV Bad Boll, schlug ebenfalls noch kurzfristig zu: Außenverteidiger Alessandro Nicastro kommt von Verbandsligist Calcio Leinfelden-Echterdingen. Der 24-Jährige spielte zuvor in der Oberliga für den SV Göppingen und war erst im Sommer nach einem kurzen Gastspiel in Backnang nach Echterdingen gewechselt.

Die „Gerstenklopfer“ rüsten auf, und Geheimfavorit Schlaitdorf setzt auf Kluger

Der TSV Jesingen hat auf die verkorkste Hinrunde in der Kreisliga A reagiert: Mit Nick Wongkaew (AC Catania), Matthias Lang (vereinslos) sowie den Rückkehrern Ricardo Baptista (TSV Notzingen), Cem Tayiar (TG Kirchheim) und Viktor Airich (Pause) starten die Gerstenklopfer mit fünf Neuzugängen in die Vorbereitung. „Das sind alles Optionen für die Stammelf. Jetzt hoffen wir, die Saison in der oberen Tabellenhälfte abzuschließen“, sagt Spielertrainer Gaetano Caruana.

Konkurrent Schlaitdorf setzt hingegen auf einen neuen Mann an der Seitenlinie: Björn Kluger trainiert ab sofort den Tabellensiebten der Kreisliga A. Der frühere Coach der Weilheimer Frauenmannschaft und des TSV Wendlingen soll nach einer unruhigen Vorrunde für harmonischere Zeiten sorgen. Schließlich galten die Schlaitdorfer wegen zahlreichen Neuzugängen vor der Saison als einer der Aufstiegsfavoriten. Diesen Erwartungen wurde der Verein unter Trainer Matteo Casisa nicht gerecht. Hinzu kamen interne Querelen, weshalb zuletzt gleich vier Spieler den Klub verließen. Das soll nun besser werden, auch wenn sich Mannschaft und Trainer erst einmal miteinander vertraut machen müssen. „Ich kenne bisher keinen Spieler, das macht es aber sehr spannend“, freut sich Kluger, der nun nach eineinhalbjähriger Pause wieder ins Trainergeschäft einsteigt. max

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