Fussball Landesliga

„Wir schauen nicht nach oben, das wäre Schwachsinn“

Fußball-Landesliga Der TSV Weilheim setzt vor dem Rückspiel gegen Nafi Stuttgart auf die Rückrunde.

Wackelkandidat für Samstag: Anastasios Ketsemenidis plagt eine Erkältung.Foto: Silviani
Wackelkandidat für Samstag: Anastasios Ketsemenidis plagt eine Erkältung.Foto: Silviani

Weilheim. Für die Landesliga-Fußballer des TSV Weilheim tragen Anfang und Ende denselben Namen: Nafi Stuttgart. Mit einem Auswärtsspiel beim „Neuen Amateur-Fußballverein International“ begann die Saison. Mit einem Heimspiel gegen die Mannschaft aus dem Norden der Landeshauptstadt endet morgen ab 14 Uhr das Fußballjahr 2017.

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Niemand in Weilheim hätte etwas dagegen, wenn wie zweimal der Gegner auch die Punktausbeute übereinstimmen würde. Es muss ja nicht gleich ein 5:1 sein wie damals auf der Schlotwiese. Gewinnt der TSV erneut, könnte er mit einem beruhigenden Gefühl unter dem Motto „Ende gut, alles gut“ in die Winterpause gehen. Dann würden die vorausgegangenen Probleme in einem milderen Licht erscheinen.

Nach dem 2:1-Sieg in Hofherrnweiler am 14. Oktober schauten die Roten als Spitzenreiter noch voller Stolz auf die Konkurrenz herunter. Es folgte ein bitterer Absturz, vornehmlich bedingt durch Verletzungen und Sperren. Fünf Spiele ohne Sieg. Erst das 4:0 in Nürtingen vergangenen Samstag stoppte den freien Fall.

Auch Ketseminidis wackelt

Allerdings hat der TSVW durch seine Schwächephase den Anschluss an das Führungsduo verloren. Elf Punkte Rückstand sind es auf den 1. FC Heiningen, zehn auf den TSGV Waldstetten. Zu viel, um bis auf Weiteres an höhere Ziele zu denken. „Wir schauen jetzt nicht nach oben, das wäre Schwachsinn. Wir müssen gegen Nafi und nach Wiederbeginn in Echterdingen eine Serie starten, dann sehen wir weiter“, meint Trainer Chris Eisenhardt. Morgen fehlen die Verletzten Marc-Kevin Theimer und Tim Roos. Anastasios Ketsemenidis hat Fieber, Einsatz fraglich.

Nafi Stuttgart kommt vom Futsal, war dort 2014 deutscher Meister und hat mit Mannschaftskapitän Daniel Bosjak (elf Torvorlagen) und Denis Berger ein spielstarkes Zentrum. Der Angriff ist der torhungrigste der Liga (33 Treffer, davon alleine Ugur Capar acht), die Abwehr feiert dagegen des Öfteren einen Tag der offenen Tür (31 Gegentore). Mit 18 Punkten stehen die Stuttgarter auf einem sicheren Mittelplatz. Der TSV Weilheim will das ändern.

Unverändert ziehen zwei Mannschaften an der Spitze ihre Kreise. Von der einen, dem 1. FC Heiningen, wurde das erwartet. Von der anderen nicht. Die TSVG Waldstetten feierte schon ihren siebten Sieg in Folge. Mit einem Punkt Rückstand auf den Tabellenführer ist sie der Aufsteiger des Jahres. Was ist das Erfolgsgeheimnis? Abteilungsleiter Klaus Schmid nennt einige Gründe: „Wir sind innovativ und setzen auf unsere eigene Jugend. Zwei Verstärkungen aus Backnang haben unsere Qualität entscheidend gehoben. Hinten stehen wir stabil. Und unser Trainer Mirko Doll macht seine Sache ausgezeichnet.“ Die beiden Neuen sind Tobias Kubitzsch und Arda Cetinkaya. Gemeinsam mit dem rührigen Marcel Waibel mischen sie die gegnerischen Abwehrreihen auf. Doll als Vater des Erfolgs stammt aus Wäschenbeuren und hat vorher Bad Boll trainiert.

Ob die Siegesserie am Wochenende gegen Blaubeuren fortgesetzt werden kann, muss allerdings mit einem Fragezeichen versehen werden. Der Rasenplatz in Waldstetten ist schneebedeckt, und einen Ausweichplatz mit Kunstrasen hat der Verein (noch) nicht. Aufgrund der widrigen Platz- und Witterungsverhältnisse ist die Austragung des Spiels gefährdet - wie andere Partien auch.Klaus Schlütter