Fussball

Das Juwel holt sich den letzten Schliff eine Etage höher

Fußball VfL-Talent Samuel Bosler (21) verlässt Kirchheim und schließt sich Landesligist TSV Oberensingen an.

Rot statt blau: Samuel Bosler wird künftig das Oberensinger Trikot tragen. Foto: Markus Brändli
Rot statt blau: Samuel Bosler wird künftig das Oberensinger Trikot tragen. Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Die Fußballer des VfL Kirchheim müssen neben des Nichtaufstiegs in die Landesliga eine weitere Hiobsbotschaft verkraften. Ihr vielleicht talentiertester Spieler Samuel Bosler wird den Verein verlassen und wechselt zum Landesligisten TSV Oberensingen. „Wir haben alles versucht, um ihn noch umzustimmen, aber es hat nichts genützt“, sagt der neue VfL-Trainer Oliver Klingler.

Der 21-Jährige hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Bereits vor einem Jahr hatte der torgefährliche Stürmer etliche Angebote von höherklassigen Vereinen, doch sein Ziel war, mit dem VfL in die Landesliga aufzusteigen. Da dies infolge der abgebrochenen Saison nicht möglich sein wird, will Bosler selbst den nächsten Schritt machen. „Drei Jahre Bezirksliga sind genug“, sagt er, der sich in Oberensingen sportlich weiterentwickeln will. „Das ist eine spielerisch sehr starke Mannschaft mit viel Potenzial, die in den nächsten Jahren weiter nach oben kommen will.“ Die Gespräche mit dem Oberensinger Trainer Andreas Broß haben bei Bosler großen Eindruck hinterlassen. „Er hält große Stücke auf mich und ist meiner Meinung nach ein sehr guter Trainer“, freut sich der technisch begabte Spieler bereits auf die neue Saison.

Beim VfL ist die Enttäuschung trotzdem groß. „Es ist einfach nur schade, dass Samuel uns in einer Phase verlässt, für die wir absolut nichts können“, sagt Oliver Klingler in Anspielung auf die Coronakrise mit all ihren Folgen, die für den VfL gravierend sind. „Wir haben für den Aufstieg in die Landesliga viel Geld in die Hand genommen und alles versucht, das große Ziel zu erreichen“, sagt Klingler.

Kein Wunder also, dass man beim VfL die Entscheidung des WFV, die Saison ohne Berücksichtigung der Tabellenzweiten zu beenden, nicht nachvollziehen kann. „Wir haben eine ausführliche Stellungnahme abgegeben“, sagt Klingler, den am meisten stört, dass es keine Absteiger geben soll. Am liebsten wäre ihm gewesen, wenn die komplette Saison annulliert geworden wäre.

Einen kleinen Funken Hoffnung hegt der Kirchheimer Coach aber noch: Dass bei der Entscheidung der Delegierten im Rahmen des Verbandstags am 20. Juni für die Tabellenzweiten zumindest doch noch eine Möglichkeit geschaffen wird, aufzusteigen. Bis zu diesem Termin werden die VfL-Fußballer weiter auf dem Trainingsplatz stehen. „Wir haben bisher schon viermal trainiert, und meine Spieler sind mit viel Freude bei der Sache“, erklärt Klingler.

Bislang nur ein Neuzugang

Neben Samuel Bosler werden auch Jan Nagel (Trainer beim TSV Baltmannsweiler) und Patrick Liebl (FC Heiningen) den Verein verlassen. Dazu hat sich der VfL von Biagio-Gerson Damanti und Seref Bagli getrennt. Mit Haris Grahic vom SV Ebersbach haben die Teckstädter bisher nur einen Neuzugang zu verzeichnen. Des Weiteren sollen noch vier bis sechs Spieler von den eigenen A-Junioren nach oben gezogen werden. „Wie viele es letztendlich sein werden, entscheidet sich in den nächsten Wochen“, sagt Oliver Klingler, der zuletzt die Kirchheimer U17 betreut hatte. Klaus-Dieter Leib

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