Fussball

„Eine sportliche Leistung mathematisch zu bewerten, ist unfair“

Region. Die Entscheidung, die Saison im Amateurbereich zu beenden und Tabellenstände per Quotientenregel zu berechnen, stößt im Fußballbezirk auf ein geteiltes Echo. „Eine sportliche Leistung mit einer mathematischen Formel zu bewerten, ist unfair“, sagt Stefan Hein, Spielleiter des TSV Oberboihingen, der als Tabellenzweiter der Kreisliga A in die Röhre guckt, nachdem der WFV nur Direktaufsteiger, aber keine Relegationsspiele vorsieht. Hein hätte es gerechter gefunden, wenn die Saison mit dem Stand nach der Hinrunde gewertet worden wäre - nicht nur, weil Oberboihingen dann Erster gewesen wäre, sondern weil laut Hein jeder einmal gegen jeden gespielt und keiner in der Rückrunde vermeintlich leichtere Gegner gehabt hätte.

Nutznießer des WFV-Entscheids ist der TSV Jesingen, der als Meister der A2 in die Bezirksliga aufsteigt. „Sportlich wäre es sicherlich schwer geworden, weil Oberboihingen eine starke Truppe hat“, sagt TSVJ-Abteilungsleiter Peter Martsch, der gestern zwar bereits erste Gratulationen per Whatsapp erhalten hat, mit dem Feiern allerdings noch warten will. „Angestoßen wird erst, wenn es richtig offiziell ist“, verweist er auf den Verbandstag im Juni.

Dass die gestrige Entscheidung in dessen Rahmen zurückgenommen wird, kann sich Marc Butenuth nicht vorstellen. „Die Chance, dass das revidiert wird, liegt im Promillebereich“, sagt der Abteilungsleiter des VfL Kirchheim, der sich den anvisierten Aufstieg in die Landesliga abschminken kann. „Als Zweiter bist du der erste Verlierer. Für uns ist das extrem unglücklich“, sagt er, der dennoch eine Stellungnahme an den WFV verfassen will - der Verband räumt den Vereinen diese Möglichkeit bis 19. Mai ein. „Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum Vereine, die wie wir auf dem Aufstiegsrelegationsplatz stehen, bestraft werden, aber solche, die auf dem Abstiegsrelegationsplatz stehen, verschont bleiben.“

Dass es keine Absteiger geben wird, kommt Vereinen wie dem TSV Weilheim II zugute - die Bezirksligareserve stand zum Abbruch der Saison am Tabellenende der Kreisliga A. „Wenn es jetzt wirklich so kommt wie angekündigt, haben wir natürlich Glück gehabt“, weiß TSVW-Trainer Robert Walter, der einem weiteren Jahr in der zweituntersten Liga optimistisch entgegenblickt. „Vom Personal her sieht es viel besser aus als zu Beginn dieser Saison“, sagt er. Peter Eidemüller

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