Fussball

Ergebnisse wie im Eishockey

Kreisligafußball Im A2-Liga-Derby setzen sich die Ötlinger gegen den TSV Jesingen durch. AC Catania und der TV Tischardt werden bereits nach dem siebten Spieltag als Abstiegskandidaten gehandelt.

Der TSV Jesingen war in der ersten Halbzeit leicht überlegen, konnte seine Chancen gegen Ötlingen aber nicht nutzen.Foto: Mirko
Der TSV Jesingen war in der ersten Halbzeit leicht überlegen, konnte seine Chancen gegen Ötlingen aber nicht nutzen.Foto: Mirko Lehnen

Tore waren im Kirchheimer A2-Liga-Derby zwischen Jesingen und Ötlingen bereits vorab garantiert. 5:4, 3:5, 3:4, 6:4 aus Jesinger und 2:3, 2:4, 7:2 sowie 3:6 aus Ötlinger Sicht lauteten in dieser Saison bereits Ergebnisse, die man normalerweise nur aus dem Eishockey kennt.

Vorne hui und hinten pfui. Dieses Mal hatte Aufsteiger Ötlingen in den Lehenäckern das glücklichere Ende für sich und in der Schlussminute das entscheidende „hui“ auf seiner Seite. Donato Cilenti krönte nach einem 1:3-Rückstand die Aufholjagd der Rübholz-Kicker in der Schlussviertelstunde und sorgte mit dem 4:3-Siegtreffer für grenzenlosen Jubel bei den Gästen. Mit dem zweiten Saisonsieg sind die Ötlinger nun punktgleich mit der Elf von Danell Stumpe. „Wir geben völlig unnötig das Spiel aus der Hand. Wir sind überhaupt nicht stabil und wieder kassieren wir Gegentore nach drei Standardsituationen. Wir müssen jetzt liefern, was am Mittwoch bei Spitzenreiter 05 Nürtingen natürlich schwer wird“, erklärte Jesingens sportlicher Leiter Stefan Haußmann zähneknirschend.

Anders dagegen die Gemütslage bei den Ötlingern, die noch lange nach dem Spiel zusammensaßen. „Jesingen hat aufgehört, Fußball zu spielen und wir haben nach dem 2:3 gespürt, dass noch was geht. Am Ende hatten wir auch das Glück auf unserer Seite“, analysiert TSVÖ-Coach Benedetto Savoca. Ein goldenes Händchen bewies er mit seinen vier Einwechselspielern, die ordentlich Druck machten. Cherno Abdul Bah markierte gar das zwischenzeitliche 3:3. „Wir genießen den Erfolg heute und wollen den Anschluss ans Mittelfeld nun zuhause gegen Neckarhausen. Jedes Spiel in dieser Saison ist für uns ein Endspiel“, gibt sich Savoca kämpferisch.

Kaum mehr zurückhalten konnte sich der ansonsten eher ruhige Naberner Trainer Marcel Geismann nach dem 0:4 in Grötzingen. „Es ist normal nicht meine Art über den Schiedsrichter zu reden, aber so eine Einseitigkeit wie heute habe ich noch nicht erlebt“, hatte Geismann noch eine Stunde nach Abpfiff hohen Puls. Die Zeichen standen bereits vor Anpfiff ungünstig. Marco Hiller verletzte sich beim Warmmachen. Der für ihn in die Startelf gerückte Oguzhan Ileli durfte nach bereits fünf Spielminuten mit Gelb-Rot wieder vom Platz. Ebenso fragwürdig war aus Naberner Sicht die nächste Gelb-Rote Karte für Paul Schempp knapp 20 Minuten später. Zumindest letztere Aktion sah Grötzingens Spielleiter Olav Sieber etwas anders. „Dieser Spieler hat um die Gelb-Rote Karte gebettelt, erst gefoult, dann den Ball weggeschossen und dann noch mit dem Schiedsrichter diskutiert. Auch im Nachgang haben die Naberner viele Fouls produziert.“ Sämtliche weitere gelbe Karten (sechs) im Spiel, sowie einen „Witz-Elfer“ (Geismann) kassierten ebenfalls die Gäste vom Oberen Wasen. „Wir wurden komplett verpfiffen, so hatten wir keine Chance. Fast 70 Minuten in doppelter Unterzahl bei einem Top-Team wie Grötzingen, da ist das 0:4 noch ordentlich. Hut ab vor meiner Mannschaft“, so Geismann, der die Partie schnellstmöglich abhaken und am Mittwoch gegen Schlaitdorf neu angreifen möchte.

Noch schlimmer erging es den beiden Schießbuden der A2, dem AC Catania und dem TV Tischardt (0:15 gegen Altdorf). Beide gelten mit null Punkten und einem desaströsen Torverhältnis bereits als sichere Abstiegskandidaten. Immerhin konnte der ACC in Grafenberg sein zweites Saisontor erzielen. Dies half freilich ob der gegnerischen Übermacht beim 1:7 wenig. Allein der Toptorjäger der Vorsaison, Frieder Geiger, netzte fünf Mal ein und steht schon wieder bei bereits 14 Saisontreffern.

Als ebenfalls treffsicher erwies sich der Weilheimer Abteilungsleiter Paul Schrievers, bekanntermaßen für seine „Zweite“ Mannschaft in der Kreisliga B, Staffel 6, im Einsatz. Beim ungefährdeten 5:1-Heimerfolg gegen personell arg gebeutelte Notzinger gelang Schrievers ein lupenreiner Hattrick binnen fünf Minuten zwischen der 32. und 37. Minute zum 3:0. Nicht sein erstes Kunststück, wie sich Schrievers erinnert. „Ich habe in meinem ersten Jahr bei den Aktiven irgendwann schon einmal in der B-Liga einen lupenreinen Hattrick erzielt, aber dieser war mit Sicherheit der schnellste.“

Während die Weilheimer Landesliga-Mannschaft nach der Heimniederlage gegen Waldstetten die Sorgenfalten größer werden lassen, hatte Schrievers so wenigstens noch ein kleines persönliches Erfolgserlebnis.Walter Rau

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