Fussball

Ernüchtert in die Winterpause

Fußball Der aufstiegsambitionierte Frauen-Landesligist TSV Wendlingen blickt als Tabellensechster auf eine durchwachsene Vorrunde zurück. Von Reimund Elbe

Ab durch die Mitte hieß es für die Wendlinger Frauen in dieser Saison bislang noch nicht: Der TSVW geht als Tabellensechster in
Ab durch die Mitte hieß es für die Wendlinger Frauen in dieser Saison bislang noch nicht: Der TSVW geht als Tabellensechster in die Winterpause. Foto: Niels Urtel

Plan und Wirklichkeit liegen bei den Landesligafußballerinnen des TSV Wendlingen nach Ende der Vorrunde ein gutes Stück auseinander. Unmissverständlich mit der Zielsetzung Aufstieg gestartet, sieht es für die Spielgemeinschaft aus Ötlingen und Wendlingen als Sechster nach Ende der Hinrunde eher nach Mittelfeldgeplänkel aus.

Simon Heller geht zum Lachen trotzdem nicht in den Keller: „Unser Ziel bleibt der Aufstieg, egal ob als Erster oder als Vizemeister über die Relegation“, gibt sich der Trainer kämpferisch.

Ein Team mit zwei Gesichtern

Dabei wurde dem jungen Coach seit Rundenstart am Spielfeldrand nicht langweilig - zu inkonstant präsentierte sich sein Team. Partien mit hohem Leistungslevel wie beim 10:1 gegen den SV Winnenden gehörten ebenso zum Repertoire, wie die 1:3-Blamage eine Woche später beim Tabellenletzten TSV Michelfeld. „Das war sehr, sehr bitter“ rekapituliert Simon Heller. Zumal das Team nur einen Spieltag zuvor gegen Winnenden sein Potenzial gezeigt habe.

Dass der Trainer von einer „teilweise verkorksten Vorrunde“ spricht, liegt auch am mäßigen Saisonstart. Lediglich zwei von neun möglichen Punkten lautet die Bilanz nach drei Partien. Dass die Spielgemeinschaft als Tabellensechste immer noch zum erweiterten Aufstiegsanwärterkreis zählt, scheint der Ausgeglichenheit der Staffel geschuldet. Hatte in der Vorsaison der TV Jebenhausen die Konkurrenz noch dominiert - in 22 Partien hab es nur eine Niederlage - geht es diesmal an der Spitze weitaus enger zu. Spitzenreiter TGV Dürrenzimmern patzte nicht nur zweimal in der Liga, sondern flog im WFV-Pokal auch gegen den aktuellen Tabellenletzten Langenbeutingen raus. „Auch die vorderen Teams werden wegen dieser Ausgeglichenheit in der Rückrunde noch Punkte lassen“, orakelt Simon Heller, wohlwissend, dass sich sein Team kaum noch Aussetzer leisten darf.

Der Trainer will bis zum Rückrundensart am 15. März weiter an den Spielsystemen feilen, nachdem das vor der Saison einstudierte 3-5-2 nicht den erhofften, stetigen Erfolg gebracht hatte. So feierte das 4-4-2 bereits in der Hinrunde ein Comeback. „Wir müssen die Systeme noch optimieren“, gibt Heller zu.

Eklatante Auswärtsschwäche

Dass der TSVW den Ansprüchen noch hinterherhinkt, ist auch der Auswärtsschwäche geschuldet. Der Spitzenheimbilanz von fünf Siegen aus sechs Partiensteht eine Magerausbeute von gerade mal zwei Punkten auf fremden Plätzen gegenüber. Nur falls es gelingt, diese Diskrepanz zu minimieren, scheint der Angriff auf den Relegationsplatz machbar.

Bis es soweit ist, werden die Spielerinnen die kommenden Wochen und Monate sowohl draußen als auch drinnen schwitzen: Mittwochs bei der „Freiwilligenrunde“ (Heller) im Wendlinger Speck für alle, die Spaß an einer lockeren Kickerei haben, tags drauf beim Hallentraining in Ötlingen unter Leistungsaspekten. Erste Zwischenstopp auf dem Weg in die Rückrunde ist die regionale Hallenmeisterschaft am 5. Januar.

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