Fussball

„Es gibt weitaus Wichtigeres als Fußball“

Zwangspause Der Spielbetrieb in Württemberg ist bis 31. März ausgesetzt. Die Vereine begrüßen die Entscheidung. Von Peter Eidemüller und Max Pradler

Bis Ende des Monats wird auf den Plätzen in Württemberg kein Fußballspiel mehr stattfinden. Symbolbild: Jean-Luc Jacques
Bis Ende des Monats wird auf den Plätzen in Württemberg kein Fußballspiel mehr stattfinden. Symbolbild: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Auf den Sportplätzen der Region wird es bis Ende des Monats ruhig: Wie der Württembergische Fußballverband am späten Donnerstagnachmittag mitgeteilt hat, wird der Spielbetrieb angesichts der dynamischen Lageentwicklung bei der Verbreitung des Coronavirus bis einschließlich 31. März komplett ausgesetzt. Diese Regelung betrifft alle Ligen unterhalb der Oberligen in allen Altersklassen. Ob und wie es danach weitergeht, will der Verband in den kommenden Wochen prüfen.

„Diese Maßnahme ist vollkommen angebracht“, findet Bezirksligastaffelleiter Günther Friess, der bereits seit Tagen verschiedene Spiele wegen Corona-Verdachtsfällen verlegen musste. „Es wird nicht ausbleiben, dass es noch mehr werden. Darum ist es wichtig, dass die Entscheidungsträger in den Vereinen nun Klarheit haben“, so Friess, der am kommenden Montag mit seinen Staffelleiterkollegen aus dem Bezirk das weitere Vorgehen besprechen will. „Unabhängig davon, ob der Spielbetrieb noch länger ruht, können wir für die ausgefallenen Spiele schon mal Nachholtermine ansetzen“, sagt Friess, der jedoch nicht ausschließen will, dass die Saison ähnlich wie im Eishockey vorzeitig beendet wird. „Auf Verbandsebene hat man nun ja zwei Wochen Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen.“

Bei den Vereinsverantwortlichen in der Region trifft die Entscheidung auf breite Zustimmung. „Das ist definitiv die richtige Entscheidung“, sagt der Trainer von Bezirksligist TSV Weilheim. „Als Lehrer erlebe ich ja im Alltag, wie unglaublich präsent das Thema zurzeit ist. Ich bin bloß gespannt, wie man das Ganze lösen will, wenn nun mindestens drei Spieltage fehlen. Aber es ist ja auch klar, dass es weitaus Wichtigeres gibt als Fußball.“

Ins selbe Horn stößt der Jesinger Abteilungsleiter Peter Martsch: „Die Gesundheit geht vor. Im Hinblick auf die Situation im Kampf gegen das Virus ist die Entscheidung positiv. Was die aktuelle Sicht der Tabelle angeht, wird es schwierig“, verweist er auf die ungeklärte Frage nach dem weiteren Vorgehen: Soll die Saison bei einem drohenden vorzeitigen Abbruch nach dem aktuellen Stand gewertet werden oder dem nach der Vorrunde? Der TSV Jesingen stünde in beiden Fällen als Meister der Kreisliga A2 fest.

„Warum spielen die Profis“

Eine Schieflage hat der Neidlinger Spielertrainer Patrick Kölle ausgemacht: „Warum spielen die Profis, aber die Amateure nicht? Bei allem, was man zu dem Thema hört ist eines immer konsequent, nämlich die Inkonsequenz.“

Ähnlich sieht dies der Jugendleiter des TSV Ötlingen, Peter Bestenlehner: „Die Verunsicherung ist bei allen so groß, dass es sicher die richtige Entscheidung war. Die Frage ist aber, warum nur bis zum 31. März?“

Beim VfL Kirchheim begrüßen die Verantwortlichen die Entscheidung ebenfalls. Wie Abteilungsleiter Marc Butenuth und Sportchef Oliver Klingler mitteilen, soll übers Wochenende geklärt werden, ob bis Ende des Monats auch der gesamte Trainingsbetrieb eingestellt werden soll. Butenuth sieht darüber hinaus die Politik in der Pflicht. „Es muss dringend was passieren, denn es betrifft ja nicht nur uns Fußballer, sondern die gesamte Gesellschaft.“

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