Fussball

Für Grün-Weiß „wie gemalt“​

Fußball Vor dem Tor ist Tim Lämmle die Kaltschnäuzigkeit in Person. Sein Wechsel nach Nabern sorgt am Oberen Wasen für Hochstimmung. Zuvor hat er bei der TG noch ein Versprechen einzulösen. Von Klaus Schlütter

Die Pose, die ihm am besten liegt: Tim Lämmle bejubelt einen seiner 206 Treffer in den vergangenen viereinhalb Jahren.Foto: Cars
Die Pose, die ihm am besten liegt: Tim Lämmle bejubelt einen seiner 206 Treffer in den vergangenen viereinhalb Jahren.Foto: Carsten Riedl

Tim Lämmle war mit ein paar Spielern des SV Nabern „im Städtle“ unterwegs und versprach: „Irgendwann spiele ich bei euch.“ Das war vor etwa zehn Jahren. In diesem Sommer löst der Knipser von der Teck sein damaliges Versprechen ein: Der 30-jährige Vollblutstürmer schießt - wie berichtet - seine Tore künftig für die Grün-Weißen vom Oberen Wasen in der Fußball-Kreisliga A.

Klar, dass Silvia Kretzschmar nicht begeistert war, als sie davon hörte. Sie ist Vorsitzende der TG Kirchheim und Lämmle nicht nur ihr Neffe, sondern auch der Torgarant für den Aufstieg aus der Kreisliga B. 16 Treffer und 19 Torvorlagen hat er bisher zur klaren Tabellenführung beigetragen, obwohl er sich als Spielertrainer nicht ausschließlich ums Tore­schießen kümmern will. In der vergangenen, seiner ersten Saison im TG-Dress, brachte er es auf 51 Tore und 20 Assists. Zwei Jahre zuvor gelangen ihm im Dress der Sportfreunde aus Dettingen gar 60 Treffer. Das ist bis heute Rekord.

Als Lämmle beteuerte, „in der Rückrunde konzentriere ich mich weiterhin voll auf die TG“ - schließlich wolle er mit der Turngemeinde aufsteigen, bevor er den Verein wechselt - war Silvia Kretzsch­mar versöhnlicher gestimmt.

Der Wechsel hat gleich mehrere Gründe: Der Jungvater wohnt in Bissingen, nur einen Katzensprung vom Naberner Sportplatz entfernt. Er möchte sich in Zukunft mehr seiner Familie und seinem Job als Haustechniker bei der Gemeinde Dettingen widmen. Deshalb gibt er den Trainerjob ab und widmet sich wie früher ausschließlich dem, was ihn im lokalen Fußball einzigartig macht: dem Toreschießen. Das Knipsen beherrscht Lämmle wie sein sportliches Vorbild Robert Lewandowski vom FC Bayern München aus dem Effeff. In den letzten viereinhalb Jahren hat er für die SF Dettingen in der Kreisliga A und für die TG Kirchheim in der Kreisliga B unglaubliche 206 Tore erzielt, 23 Treffer pro Halbserie. Dazu kommen 62 Torvorlagen. Mit solchen Rekordquoten kann ihm kein anderer in der Fußballregion auch nur annähernd das Wasser reichen.

„Das fehlende Puzzleteil“

„Tim ist erfahren und passt sehr gut in unsere junge Truppe“, ist Naberns Trainer Marcel Geismann überzeugt. „Wir haben eine starke Abwehr, in der vergangenen Saison die beste, aber vorne fehlen oft die Tore. Wenn ich mir einen Stürmer hätte malen können, dann ihn. Er ist unser fehlendes Puzzleteil.“

Im Zusammenspiel mit seinen ehemaligen Dettinger Sturmkollegen Markus Glück und Denis Weigand verspricht sich Lämmle einiges, vor allem Erfolg. „Der SV Nabern hat eine spielstarke Mannschaft. Wir können oben mitmischen“, ist er überzeugt. Vor allem dann, wenn er sein Versprechen wahr macht: „Ich will in jedem Spiel Buden machen“, versichert er. Auf die Einlösung dieses Versprechens muss der SV Nabern allerdings noch ein halbes Jahr warten. Aktuell ist bei den Grün-Weißen aus der Kirchheimer Teilgemeinde viel Luft nach oben. Vor Wiederbeginn nach der Winterpause am 8. März zu Hause gegen den FV 09 Nürtingen rangiert die Truppe im mausgrauen Mittelfeld der Kreisliga A 2.

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