Fussball

Futter für die Mentalitätsmonster

Kreisliga-Szene In Nabern und Unterlenningen herrscht nach dem 26. Spieltag beste Stimmung.Der Spitzenreiter aus Nürtingen kassiert am Oberen Wasen seine erste Niederlage. Von Reimund Elbe

Einen Schritt schneller: Den grün-weißen Nabernern ist gegen die Übermannschaft der Liga die Überraschung gelungen.Foto: Carsten
Einen Schritt schneller: Den grün-weißen Nabernern ist gegen die Übermannschaft der Liga die Überraschung gelungen.Foto: Carsten Riedl

Was für eine Ansage des A-Kreisligisten SV Nabern im Abstiegskampf: Das 2:0 gegen Meister SpV 05 Nürtingen bedeutete nicht nur einen Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt, sondern sorgte für die erste Saisonniederlage des Liga-Überfliegers vom Waldheim überhaupt.

Daniel Didavi, tags zuvor noch umjubelter 3:0-Torschütze des VfB Stuttgart gegen den VfL Wolfsburg, war im Oberen Wasen Augenzeuge der ersten Pleite. Didavi junior konnte genauso wenig zufrieden sein mit dem Auftritt seines Heimatvereins wie sein Vater. Nullfünfer-Coach Ignace Didavi attestierte den Nabernern „einen absolut verdienten Sieg“. „Den Nürtingern hat es gar nicht gepasst, dass sie bei uns verloren haben“, merkte der sportliche Leiter des SVN, Axel Maier an. Schließlich wollten die Waldheim-Buben nach dem Titelgewinn sich ungeschlagen Richtung Bezirksliga verabschieden. „Ganz besonders stolz auf unsere Mannschaft bin ich, weil sie es verstanden hat, die topgefährlichen Nürtinger Angreifer weitestgehend von unserem Strafraum fernzuhalten“, bilanzierte Maier hocherfreut.

Die Sportvereinigung, sie blieb erstmals in dieser Saison in einem Match ohne eigenen Treffer, fühlte sich in der Teckregion offenbar nicht sonderlich wohl. Einige ihrer wenigen verlorenen Zähler in dieser Saison lieferten sie in hiesigen Gefilden ab. Beim 1:1 in Ötlingen am 7. Oktober, dem 1:1 in Unterlenningen am 11. November und nun beim 0:2 auf dem Oberen Wasen - lediglich das mühevolle 3:2 in Jesingen am 14. April poliert die Bilanz ein wenig auf.

Beim SV Nabern herrscht nach dem Spiel jedenfalls beste Stimmung. „Wir haben wieder das Feeling im Team wie in der vergangenen Rückrunde, als wir mit unserer gewaltigen Aufholjagd den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt geschafft hatten“, frohlockt Axel Maier. Der Heimsieg für den SVN stellt sich auch deshalb als eminent wichtig heraus, weil das Team von Spielertrainer Marcel Geismann in drei der letzten vier Partien auswärts ran muss. Das aktuelle Polster auf den Relegationsplatz beträgt, dank des Sieges und gleichzeitigen Bempflinger Patzers in Grafenberg (2:4), vier Zähler.

Der TV Unterlenningen hat erstmals seit dem Herbst 2018 die Abstiegszone verlassen. TVU-Abteilungsleiter Marc Schmohl kämpfte nach dem 3:2-Thriller gegen Germania Schlaitdorf mit akuten Stimmproblemen. „Die letzten Spielminuten waren zu viel für meine Stimmbänder“, meinte der Vereinsfunktionär, wohl wissend wie befreiend der Sprung aus der direkten Gefahrenzone für den TV Unterlenningen ist. Schmohl lobte insbesondere die Moral der Spieler, sie seien regelrechte „Mentalitästbestien“. In der Tat bot das Match auf dem Bühl Spannung in Reinkultur. Die Unterlenninger sind nach wie vor drittbestes Rückrundenteam, holten 26 von 33 möglichen Zählern. „Wir müssen das positive Gefühl jetzt durch den Rest der Runde tragen“, hofft Schmohl.

Beim Kreisliga B6-Tabellenführer TSV Weilheim II feierten Kicker und Funktionsträger gestern Nachmittag Dogus Demirkaya. Mit dessen 1:0 rund zehn Minuten vor dem Abpfiff brachte der Torschütze das Geduldspiel in Unterboihingen doch noch zu einem guten Ende. Veredelt wurde der Treffer durch die Tatsache, dass das Tor der Hundertste des TSV Weilheim II in dieser Runde ist.

Verfolger TG Kirchheim schoss gegen die SGEH II zwar zehn Treffer, der Abstand zum Tabellenführer bleibt mit fünf Zählern Rückstand aber gleich. Dank des torlosen Remis des Tabellendritten TSV Jesingen II in Owen ist der Relegationsplatz jedoch nun so gut wie sicher.

Anzeige