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Käferlarven nerven Jesinger Kicker

Kreisligafußball Nachdem der Rasen in den Lehenäckern von Engerlingen heimgesucht worden ist, musste das Derby gegen Nabern auf dem Nebenplatz ausgetragen werden. Von Klaus Schlütter

Stolperstein Lehenäcker: Der TSV Jesingen (Tayip Abanoz beim Grätschen) hat den SV Nabern zu Fall gebracht. Foto: Markus Brändli
Stolperstein Lehenäcker: Der TSV Jesingen (Tayip Abanoz beim Grätschen) hat den SV Nabern zu Fall gebracht. Foto: Markus Brändli

Was dem SV Nabern beim 1:3 im Kirchheimer Kreisliga-A-Derby nicht gelang, das schaffte eine ganze Heerschar von Engerlingen auf den Lehenäckern: den TSV Jesingen in helle Aufregung zu versetzen. Das Spielfeld ist bis auf Weiteres gesperrt, weil Larven des Blatthornkäfers die Wurzeln des Rasens abgeknabbert und den Platz auf einigen tellergroßen Flächen unbespielbar gemacht haben.

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„Ein Riesenproblem für uns“, stöhnt TSVJ-Abteilungsleiter Peter Martsch. „Wir haben für 14 Mannschaften und eine Frisbee-Gruppe nur noch einen Platz zur Verfügung, dessen Belastung nun verdoppelt wird. Wir suchen händeringend nach einem Ausweichplatz, bis das Problem gelöst ist.“ Das kann dauern. Der erste Versuch eines städtischen Mitarbeiters, den Schaden am Freitagabend mit einem Biomittel zu beheben, schlug bereits fehl.

Der gestrige Lokalkampf fand auf dem parallelen Rasenplatz statt, auf dem sonst trainiert wird. Nabern kam anfangs besser zurecht, kassierte aber in dieser Phase zwei Gegentreffer. „Die Tore fielen im falschen Moment. Wir haben danach weiter guten Fußball gespielt, aber zu wenig Kapital daraus geschlagen.“ Ähnlich war es für Jesingen in den letzten Spielen gelaufen. „Diesmal haben wir uns endlich einmal für unser gute Leistung mit Toren und Punkten belohnt“, freute sich TSV-Trainer Danell Stumpe. Sein „Co“ Gaetano Caruana ergänzte: „Über 90 Minuten waren wir die bessere Mannschaft.“ Den Abpfiff erlebten nur noch 19 Spieler. Die Cousins Ismail und Hussein Kisa (beide Nabern) sowie Sascha Foschi (Jesingen) mussten in der intensiv geführten Partie mit Gelb-Rot vorzeitig vom Platz.

Zwei andere Teckvereine sorgten in der Kreisliga A für große Überraschungen, eine positive und eine negative. Die Pleite zuerst: Der TV Unterlenningen kassierte beim bisher punktlosen Tabellenletzten TV Tischardt nicht weniger als acht Kisten. Abteilungsleiter Marc Schmohl: „Ich tue mich schwer, Worte für diese Blamage zu finden. Es war ein katastrophaler Auftritt, für den ich mich bei den Fans, die dabei waren, entschuldige“. Dass einige Stammspieler fehlten, wollte er nicht als Erklärung für die Pleite gelten lassen. Tischardt habe sich einfach in einen Rausch gespielt. Damit trägt nun Catania Kirchheim als einzige Mannschaft ohne jeglichen Punktgewinn die Rote Laterne.

Für die freudige Nachricht sorgte der TSV Ötlingen. Der Aufsteiger knöpfte dem ungeschlagenen Spitzenreiter SPV 09 Nürtingen einen Punkt ab (1:1). „Das tut gut. Auf dieser Leistung können wir aufbauen“, strahlte Trainer Benedetto Savoca. Der schnelle Marc Laier, in der Halbzeit eingewechselt, hatte die Rübholz-Elf in der 70. Minute auf Zuspiel von Donato Cilenti in Führung gebracht. Der Italiener war als Nachzügler zum Kader gestoßen und bestritt gestern erst sein drittes Spiel für den TSV Ötlingen.

Gipfeltreffen kann kommen

In der Kreisliga B geht der Brust-an-Brust-Kampf an der Spitze zwischen TSV Weilheim II und TG Kirchheim weiter. Wobei es die Elf von Robert Walter beim 5:0 über Owen diesmal leichter hatte. „Es war ein Spiel auf ein Tor. Der Gegner stand zwar gut hinten drin, hatte aber keinen einzigen Torschuss“, stellte Spielleiter Joachim Wiest fest. Mit den Treffern sechs, sieben und acht aus den letzten drei Spielen empfahl sich Abteilungsleiter Paul Schrievers erneut für höhere Aufgaben beim TSVW.

Kontrahent TG Kirchheim tat sich beim 2:1 in Holzmaden wesentlich schwerer. „Eine unglückliche Niederlage“, fand SGOH-Coach Viktor Oster, „ein Unentschieden wäre gerecht gewesen“. Matchwinner war einmal mehr TG-Spielertrainer Tim Lämmle, der beide Tore erzielte. Dabei hat er sich für diese Saison kein persönliches Torziel gesetzt. In seiner neuen Rolle setzt er andere Prioritäten: „Entscheidend ist, dass wir als Mannschaft so viel Tore schießen wie möglich.“

Jetzt fiebern sie alle dem nächsten Sonntag entgegen. Dann steigt das Duell TG Kirchheim gegen TSV Weilheim.