Fussball

Mit Heller aus der Dunkelheit

Frauenfußball Der TSV Wendlingen startet nach dem Verbandsliga-Abstieg am morgigen Sonntag mit einem neuen Trainer in die Landesligasaison, an deren Ende im Idealfall eine Mittelfeldplatzierung stehen soll. Von Uwe Bauer

Nachdem sie vergangene Woche noch im Pokal gefordert waren, müssen die Wendlinger Fußballerinnen (hier in weiß) ab morgen wieder
Nachdem sie vergangene Woche noch im Pokal gefordert waren, müssen die Wendlinger Fußballerinnen (hier in weiß) ab morgen wieder auf Ligaebene ran. Foto: Marcel Heckel

Nur ein Jahr währte die Herrlichkeit der Wendlinger Fußballfrauen in der Verbandsliga, jetzt muss der Absteiger wieder in der Landesliga ran. Mit einem neuen Trainer hoffen die Lauterstädterinnen eine gute Rolle spielen zu können. Simon Heller soll die Mannschaft aus der Dunkelheit führen.

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Am morgigen Sonntag geht’s los. Dann gastiert der TSVW um 11 Uhr zum Auftakt beim TSV Lan­genbeutingen, einem etablierten Landesligisten, der in der vergangenen Saison allerdings auch seine liebe Not hatte, um das Klassenziel zu erreichen. Am Ende war’s Platz sieben, bloß drei Zähler vor dem Relegationsplatz.

Doch das ist Schnee von gestern. Wendlingens Spielleiter Uwe Starz hat keine guten Erinnerungen an das letzte Gastspiel in Langenbeutingen. In der Aufstiegssaison vor zwei Jahren war’s, als der TSVW in der Weinbaugemeinde verlor. „Das ist gleich ein ernst zu nehmender Gegner“, weiß Starz, „da wissen wir gleich, wo wir stehen.“ Am liebsten würde er drei Punkte mit nach Hause bringen. „Das würde den Mädels gleich einen richtigen Schub geben“, ist er überzeugt. Minimalziel ist ein Zähler.

In der vergangenen Saison hatten die Wendlingerinnen nie richtig Fuß gefasst. Auch, weil immer wieder Verletzte zu beklagen waren. Erst in der zweiten Saisonhälfte gelangen zwei Siege. Aber da war es längst zu spät, der Abstieg aus der Verbandsliga hatte sich früh abgezeichnet. Missen möchte Uwe Starz die Verbandsligasaison trotzdem nicht. „Es war von vorneherein klar, dass es extrem schwer werden wird“, blickt der TSVW-Funktionär zurück, „aber wir haben die zwei Siege genossen, der Abstieg ist verdaut, und alle sind froh, die Erfahrungen mitgenommen zu haben.“

Aus 50 mach 20

Jetzt ist die Frage: Neue Saison, neuer Trainer - auch neues Glück? Der langjährige Coach Martin Bestenlehner kümmert sich nur noch um die Belange rund um die Mannschaft, die sich aus Kickerinnen aus Wendlingen und Ötlingen speist. Er hat B-Schein-Inhaber Simon Heller Platz gemacht, der vom SV Aufhausen an die Lauter gekommen ist. Der junge Mann hat zwar schon Ende Juli zum ersten Vorbereitungstraining gebeten, aber da die Wendlingerinnen, die ja eigentlich als Spielgemeinschaft mit dem TSV Ötlingen firmieren, auf dem Papier einen riesigen Kader von rund 50 Spielerinnen haben, oblag Heller die schwierige Aufgabe, einen Stamm von etwa 20 Spielerinnen für die Landesliga herauszufiltern.

Herausgekommen ist eine Mannschaft, die sich gegenüber der abgelaufenen Spielzeit kaum verändert hat. Einziger externer Neuzugang ist Carolin Stahl, die vor ihrer einjährigen Pause bei der TSG Hoffenheim in der B-Juniorinnen-Bundesliga Süd gespielt hat. Die 18-Jährige ist eine echte Verstärkung. Fünf Spielerinnen aus dem eigenen Stall rücken in das Frauenteam hoch.

Das Wort Wiederaufstieg nimmt im Speck niemand offiziell in den Mund. „Natürlich schielt man schon nach oben“, gibt Starz zu. Ziel bleibt aber ein Platz im oberen Mittelfeld. „Es dauert sicherlich ein paar Spiele, bis sich die Mannschaft gefunden hat“, glaubt er, „aber dafür ist die Truppe stark genug.“

Das haben die Verantwortlichen am Sonntag gesehen, als der TSVW im WFV-Pokal dem Verbandsligisten FFV Heidenheim nur mit 1:2 unterlag. Da hatte Simon Heller erstmals die Wunschelf zusammen, die auch in Lan­genbeutingen von Beginn an auf dem Platz stehen könnte. Allerdings hat sich Alina Witzler in der Schlussphase verletzt, sie ist jetzt die einzige Wackelkandidatin. „Alle anderen sind fit“, freut sich Uwe Starz, „es ist erfreulich, wenn man auch einmal aus dem Vollen schöpfen kann.“

Wissenswertes rund um die Wendlinger Frauen

Zugänge: Carolin Stahl (TSG 1899 Hoffenheim), Hannah Brüning, Laura Gerlinger, Jenny Schmid, Hanna Schmidt, Laura Schöne (alle eigene B-Juniorinnen)

Abgänge: Keine

Tor: Alin Kurutz (23), Lisa Wager (21)

Abwehr: Franziska Richter (26), Marie Kopatsch (20), Hannah Brüning (17), Melanie Faßbender (20), Sandy Schaible (24), Laura Schöne (17), Selina Stenzel (22), Jenny Schmid (17)

Mittelfeld und Angriff: Lisa Wager (21), Melanie Schöffmann (21), Alina Witzler (22), Anna Haußmann (22), Laura Gerlinger (17), Ellena Maier (18), Hanna Schmidt (17), Carolin Stahl (18), Nina Streicher (17), Janina Sanzi (19)

Trainer: Simon Heller (SV Aufhausen) für Martin Bestenlehner (Funktionär)

Saisonziel: oberes Mittelfeld

Titeltipp: TV Jebenhausen