Fussball

TG Kirchheim trotzt der Riegeltaktik

Kreisliga-Szene Unterboihingen war ein unbequemer Gegner, in Nabern amtiert der neue Vorstand und in Jesingen wird bald wieder Fußball gespielt. Von Helge Waider

Auch wenn das Ergebnis mit 8:0 anderes vermuten lässt: Die TG (in Schwarz) tat sich in den ersten zwanzig Minuten schwer gegen d
Auch wenn das Ergebnis mit 8:0 anderes vermuten lässt: Die TG (in Schwarz) tat sich in den ersten zwanzig Minuten schwer gegen den Unterboihinger Abwehrriegel.Foto: Mirko Lehnen

Alles neu macht der Mai, heißt es sprichwörtlich. Etwas verfrüht in den letzten Zügen des Monats März hat sich der SV Nabern einer Generalüberholung unterzogen - zumindest in Sachen Fußballfunktionäre (siehe Infokasten). Spielertrainer Marcel Geismann hatte zudem gestern beim 1:0-Auswärtserfolg beim TV Tischardt seinen ersten aktiven Einsatz nach seiner Sprunggelenkfraktur vor einem halben Jahr und freute sich „wie ein Schnitzel,“ dass er den Kasten sauber halten konnte: „Das war ein rundum perfekter Tag.“

Den erwischte auch der TV Unterboihingen - und erst recht Alexandros Koroutzidis. Dem Torjäger gelang im Spiel gegen den AC Catania Kirchheim das Kunststück, vier Tore binnen 14 Minuten zu erzielen und dabei einen rekordverdächtigen Hattrick in nur vier Minuten (32., 33., 36.) zu platzieren. Im weiteren Verlauf der Partie, die 7:0 endete, gelang Koroutzidis noch ein fünfter Treffer - die Catanesi werden Namen des Torschützen mittlerweile buchstabieren können.

Eine Etage tiefer in der Kreisliga B traf die TG Kirchheim auf die Unterboihinger Reserve. Das Ergebnis unterscheidet sich nur marginal von der Catania-Pleite. 8:0 siegte die Turngemeinde gegen einen Gegner, der von Beginn an mit neun Mann verteidigte und auf Schadenbegrenzung aus war. Das dennoch acht Treffer gelangen, spricht für die Offensive der Kirchheimer, die im Fernduell mit dem TSV Weilheim II keinen Meter Boden verloren - aber auch keinen gut machen konnten; die Weilheimer „Zweite“ siegte gegen den SV Nabern II mit dem gleichen Ergebnis. TG-Fußballboss Florian Kretzschmar: „Das war nicht von Beginn an ein Sonntagsspaziergang für uns. Erst nach den ersten beiden Treffern platzte der Knoten. Am Ende war Kretzschmars leise Kritik, dass die Mannschaft beim Stand von 6:0 einen Gang zurückgeschaltet hatte, doch ein Jammern auf zweifelsohne hohem Niveau.

Neues von der Käferfront

Freudig erregte Gesichter waren auch beim TSV Jesingen zu beobachten. Und das nicht nur weil der A-Ligist sein Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten TB Neckarhausen (nicht unbedingt erwartet) 1:0 gewann. Auch an der „Käferfront“ gibt es positive Neuigkeiten. Die von Larven des Junikäfers infiltrierte Hauptspielfläche in den Jesinger Lehenäckern (wir berichteten) ist wieder für den Trainings- und Spielbetrieb freigegeben worden. Zwar befinden sich, so Fußball-Abteilungsleiter Peter Martsch, die Larven nach wie vor im Boden. Aufgrund der niedrigen Temperaturen im März sind diese jedoch so tief eingegraben, dass der ausgebrachte Rollrasen sauber anwachsen konnte.

Ende April oder Anfang Mai, wenn die Temperaturen dauerhaft ansteigen und die Larven sich wieder gefährlich nahe in Richtung Oberfläche und damit in Richtung der Graswurzeln bewegen, werden noch einmal Nützlinge eingeschwämmt, die den Larven dann endgültig den Garaus machen sollen.

Auch an der zweiten Jesinger Front sieht es nach Entspannung aus. Vor anderthalb Wochen musste der Sanitärtrakt in der Sporthalle, wo sich auch die Umkleidekabinen für die Kicker befinden, gesperrt werden, da ein Legionellenbefall nicht auszuschließen war. Die Folge war eine Spielverlegung der Kreisliga-A-Partie gegen den TSV Schlaitdorf auf den „Wembley“-Kunstrasen an der Jesinger Allee, die die Gerstenklopfer prompt 2:3 verloren.

Mittlerweile kann Peter Martsch aber wieder frohlocken: „Das Ersatzteil ist da. Jetzt muss es die Stadt nur noch einbauen.“ In dem Fall pressiert es aber ein wenig, denn bereits am morgigen Dienstag soll das Nachholspiel der zweiten Jesinger Mannschaft in der Kreisliga B gegen den TSV Oberlenningen angepfiffen werden.

Ein Sextett soll es richten

Der SV Nabern hat in seiner Abteilungsversammlung am vergangenen Donnerstag die seitherigen Abteilungsleiter Michael Dangel und Marco Hiller verabschiedet. Raus mit Applaus und Spot an für die neue Führungsriege am Oberen Wasen.

Ein Sechsergremium soll es künftig richten: Dominik Adler als Vorstandsprecher, Björn Renz (Finanzen), Axel Maier (Sport), Uli Veil (Jugend), Kevin Herbert (Wirtschaft) und Marc Schmid (Technik). Und auch mit dem (gleichberechtigten) Trainerduo Marcel Geismann und Marco Kunz wurde der Vertrag für eine weitere Saison verlängert.wai

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