Fussball

Thriller sorgt auch auf Malle für Spannung

Kreisligafußball Die Entscheidungen um den Direktaufstieg in die Bezirksliga in den Nachbarstaffeln waren an Dramatik und Emotionen kaum zu überbieten. Von Reimund Elbe

Partystimmung in Faurndau: Die Anhänger des FC Eislingen feiern die sofortige Rückkehr ihres FCE in die Bezirksliga. Möglich mac
Partystimmung in Faurndau: Die Anhänger des FC Eislingen feiern die sofortige Rückkehr ihres FCE in die Bezirksliga. Möglich machte es ein 1:0 im Showdown gegen Faurndau. Foto: Cornelius Nickisch

Was für ein dramatisches Finale um die restlichen Direktaufstiegsplätze in die Fußball-Bezirksliga. Neben der seit Wochen als A2-Meister feststehenden SpV 05 Nürtingen katapultierten sich der FV Plochingen (Staffel A1) und FC Eislingen (A3) nach oben.

In Faurndau kam es dabei am Pfingstsamstag zwischen dem FV Vorwärts und dem FC Eislingen zum direkten Showdown. Ex-Oberligist FCE hatte vor dem Match lediglich einen Zähler Vorsprung. Ein Spiel für die Vereinsgeschichtsbücher mit Einlaufkids, prächtigem Wetter und einer Saison-Rekordkulisse von 700 Zuschauern. Arsim Istrefi stieß schließlich mit seinem Treffer in der 36. Minute für den FC Eislingen die Tür zur Bezirksliga komplett auf.

Der Treffer, besser gesagt dessen Entstehung, sorgte allerdings für vielfältige Diskussionen. Beim Eislinger Angriff stand offenbar ein zunächst angespielter FC-Akteur im Abseits, ehe Istrefi schließlich vollendete. „Schade, dass das Spiel aufgrund eines wohl irregulären Treffers entschieden wurde“, sagte Vorwärts-Abteilungsleiter Cosimo Malerba, „trotzdem gratulieren wir natürlich dem FC Eislingen zum Aufstieg.“

Laut Malerba hatte der FV Faurndau wegen der Brisanz der Partie extra ein Schiedsrichter-Gespann beantragt, was vom Verband abgelehnt worden war. Schiedsrichter Alexander Mack musste ohne Unterstützung von der Seitenlinie auskommen. Eislingens Spielleiter David Hilger verpasste urlaubsbedingt das Zuschauen vor Ort, fieberte jedoch auf der Ferieninsel Mallorca mit. „Es war am Liveticker extrem spannend, einfach überragend, dass wir den sofortigen Wiederaufstieg geschafft haben“, kommentierte der Funktionär den Coup.

Der Aufstieg bedeutet zudem den ersten großen Trainer-Erfolg für Thomas Scheuring (37), Teil jener Mannschaft des VfL Kirchheim, die vor rund 16 Jahren in der ersten Runde des DFB-Pokals Hannover 96 mit 0:3 unterlag.

Harthausener Nerven liegen blank

Freudentaumel auch im Wendlinger Speck: Dort machte der FV Plochingen per 5:2 gegen den TSV Wendlingen die Bezirksliga-Rückkehr klar. Auch diese Meisterstory birgt Brisanz. Eine 0:3-Niederlage der Plochinger Anfang Mai in Sirnau war per Sportgerichtsurteil in ein 3:0 umgewandelt worden. Die Sirnauer hatten damals kurz vor Schluss einen Kicker eingewechselt, der zwar einen Spielerpass hatte, dessen Name aber nicht auf dem Spielbogen stand. Laut Darstellung der Sirnauer Verantwortlichen hatten jene extra beim Schiedsrichter nachgefragt, ob besagter Akteur dennoch mitwirken dürfe.

Pikant: Ohne dieses Urteil wären der TSV Harthausen als Spitzenreiter in den letzten Spieltag gegangen. Die Nerven beim TSVH lagen endgültig blank, als der Bezirk Neckar/Fils einen Einspruch der Filderstädter ablehnte. TSVH-Abteilungsleiter Wolfram Bunz („von uns wird es keine Glückwünsche an Plochingen geben, lieber soll mir die Hand abfaulen“) tobte. Der Fairplay-Gedanke werde von den Plochingern, die die Sache ins Rollen brachten, mit Füßen getreten. In den sozialen Netzwerken ruderte der Harthausener Fußball-Boss am Samstagabend allerdings zurück. Auf der Homepage des FV Plochingen schlug Bunz („ich möchte daher an dieser Stelle unseren Respekt und Hochachtung für die Leistung Eurer Mannschaft ausdrücken“) versöhnliche Töne an. Der TSV Harthausen duelliert sich nun im Relegationshalbfinale kommenden Freitag in Oberboihingen mit dem Bezirksligisten FTSV Kuchen.

Linsenhofen mit Fotofinish

In jene Relegation stieß am Samstag auch der TSV Grafenberg als A2-Vizemeister durch ein 6:0 gegen den TSV Jesingen vor. Das Team aus dem Landkreis Reutlingen bekommt es kommenden Samstag in Reudern mit dem FV Vorwärts Faurndau zu tun. In der Kreisliga B5 sicherte sich der TSV Linsenhofen am letzten Spieltag die Meisterschaft inklusive Direktaufstieg, begleitet Türkspor Nürtingen 73 (B4) und den TSV Weilheim II (B6) in die Kreisliga A. B6-Vize TG Kirchheim trifft im Relegationshalbfinale am kommenden Donnerstag in Großbettlingen auf den TSV Raindwangen.

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