Fussball

Treffsicherheit wird belohnt

Fußball Am Ende der Saison werden bundesweit erstmals Torjägerkanonen vergeben. Kicker aus dem Bezirk dürften allerdings kaum noch Chancen haben. Von Klaus-Dieter Leib

Deutschland sucht die besten Torjäger: Am Saisonende werden erstmals bundesweit die treffsichersten Amateurkicker geehrt. Symb
Deutschland sucht die besten Torjäger: Am Saisonende werden erstmals bundesweit die treffsichersten Amateurkicker geehrt. Symbolbild: Jean-Luc Jacques

In den unteren Fußball-Ligen wird es für die treffsichersten Schützen am Ende der laufenden Saison erstmals eine echte Torjägerkanone geben: Das Internetportal fussball.de zeichnet in Zusammenarbeit mit dem Kicker und Volkswagen die besten Torschützen bis in die elfte Liga bei den Männern und die siebte Liga bei den Frauen aus. Bundesweit können Spieler aus insgesamt 2302 Staffeln - 2022 bei den Männern und 280 bei den Frauen - von der Torjägerkanone träumen. Ausgezeichnet wird am Ende der Saison jeweils die Nummer eins jeder Spielklassenebene.

Der Preis soll fest im deutschen Fußball etabliert werden, darum soll die Aktion über die laufende Spielzeit hinaus fortgesetzt werden. Verlockend: Die besten Torjägerinnen und Torjäger werden bei einer gemeinsamen Veranstaltung geehrt und zu einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft inklusive Rahmenprogramm eingeladen.

Für die Kicker des Bezirk Neckar-Fils stehen die Chancen, am Saisonende in einer Liga einen Toptorjäger zu stellen, eher gering. Auf Bezirksligaebene steht bundesweit der Hamburger Kicker Steven Schönfeld von Komet Blankenese mit 44 Tore auf Platz eins. Zum Vergleich: Der beste Schütze aus der Bezirksliga Neckar-Fils, Nazifou Mamanzougou von der SPV 05 Nürtingen, hat bisher 18 Treffer erzielt.

Auch in der Kreisliga A hinken die „Local Heroes“ im bundesweiten Vergleich hinterher. Nico Hubert Offermanns aus dem Saarland hat für den SV Bliesmengen-Blochen bereits 40 Tore erzielt. Der Oberboihinger Marc Brändle liegt mit 30 Toren zwar noch einigermaßen in Schlagdistanz, macht sich aber keine großen Hoffnungen mehr auf den großen Wurf: „Die Mannschaften kann man nicht miteinander vergleichen. Der beste Torjäger spielt in einem Team, das meist immer über zehn Tore erzielt, da ist es dann einfacher, gegen vermeintlich schwächere Mannschaften so viele Tore zu erzielen.“

Dafür winkt Brändle diese Saison eine ganz andere Bestmarke: Der 23-Jährige könnte den Torrekord der Kreisliga A knacken, den seit der Saison 2016/17 Tim Lämmle hält. Damals hatte der aktuelle Spielertrainer der TG Kirchheim im Dress der SF Dettingen 60 Treffer erzielt. Für Brändle ist dies aber offenbar gar kein Ziel: „Ich will mit meiner Mannschaft aufsteigen, das ist mir viel wichtiger. Ich habe nur einen Wunsch: Dass ich am Ende der Saison mehr Tore erzielt habe als mein bester Kumpel.“ Der heißt Frieder Geiger, kickt beim Ligarivalen TSV Grafenberg und hat bisher 24 Mal getroffen.

In der Kreisliga B ist es noch schwieriger, bundesweit der beste Torschütze zu werden. Sven Bugla von Adler Osterfeld in Nordhein-Westfalen hat in gerade einmal 16 Spielen bereits 53 Tore erzielt. Im Bezirk Neckar-Fils ist David Govorusic von Croatia Geislingen mit 31 Treffern der beste Torschütze aller acht B-Liga- Staffeln.

Drei Fragen an Daniele Attorre von B-Ligist AC Catania

Daniele Attorre hatte in dieser Saison bereits 25 Mal Grund, seine Mitspieler zu herzen. Foto: Markus Brändli
Daniele Attorre hatte in dieser Saison bereits 25 Mal Grund, seine Mitspieler zu herzen. Foto: Markus Brändli

Mit 25 Toren sind Sie ligenübergreifend aktuell bester Torjäger der Teckregion. Vor vier Jahren erzielten Sie für Catania insgesamt 47 Treffer - welchen Stellenwert hat die Torjägerkanone für Sie?
Das ist mir wirklich nicht wichtig. Ich will mit meiner Erfahrung den jüngeren Spielern weiterhelfen und mit der Mannschaft Erfolg haben.

Sie haben bereits in der Landesliga, der Bezirksliga und der Kreisliga A ge­spielt. Ist es einfacher, in der B-Liga Tore zu erzielen?
Nein, um Tore zu machen, muss man hart kämpfen und sich erst die Chancen erarbeiten. Dafür gibt es auch in dieser Liga keine Garantie.

Wird der AC Catania am Saisonende Erster oder Zweiter in der Kreisliga B6?
Wir haben in der Vorrunde bewiesen, dass wir oben mitspielen können, aber für den ersten Platz wird es wohl nicht ganz reichen. Der Relegationsplatz ist aber durchaus möglich. Klaus-Dieter Leib

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