Handball

Cool über die letzte Hürde

Handball Nach 17 Jahren in der Bezirksklasse: Die Frauen des VfL Kirchheim können heute vor heimischem Publikum den Aufstieg in die Bezirksliga perfektmachen. Von Max Carlo Pradler

Hannah Pegios will mit dem VfL Kirchheim hoch hinaus: Heute kann der Aufstieg in die Bezirksliga fixgemacht werden.Foto: Markus
Hannah Pegios will mit dem VfL Kirchheim hoch hinaus: Heute kann der Aufstieg in die Bezirksliga fixgemacht werden.Foto: Markus Brändli

Genau 120 Minuten haben die Handballerinnen des VfL Kirchheim in dieser Saison in der Bezirksklasse noch vor sich. Wenn es nach den Teckstädtern geht, sollen das auch die vorerst letzten beiden Spiele in dieser Liga bleiben. Denn mit einem Sieg im Gipfeltreffen gegen den Tabellendritten TSV Neckartenzlingen am heutigen Samstagabend (17.30 Uhr, Walter-Jacob-Halle) würde das Team um Trainer Martin Maier in der kommenden Saison erstmals seit 2002 wieder in der Bezirksliga an den Start gehen.

Dabei schien es bereits im Oktober aus und vorbei mit dem großen Aufstiegstraum: Mit einem Punkte-Konto von 7:7 rangierte der VfL damals im Mittelfeld, abgeschlagen von den Spitzenplätzen. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir das Thema Aufstieg dann eigentlich schon wieder abgehakt“, blickt VfL-Coach Maier zurück, „aber vielleicht war der Rückschlag ja gar nicht so schlecht, weil wir dadurch erst mal wieder von Spiel zu Spiel denken mussten.“

Und es funktionierte: Die „Tecksieben“ schaffte die Wende, kämpfte sich langsam wieder an die Spitzengruppe heran und steht nun dank einer eindrucksvollen Serie von elf Siegen und zwei Unentschieden als Tabellenzweiter unmittelbar vor der Krönung - dem Sprung ins Bezirksoberhaus.

Dass der VfL mit mächtig Rückenwind ins Spitzenspiel geht, ist angesichts der aktuellen Form kaum verwunderlich. Erst vor zwei Wochen hatten die „Blauen“ gegen den direkten Konkurrenten TSV Dettingen/Erms mit dem 35:17-Sieg ein Ausrufezeichen gesetzt. Für Maier war dieses Spiel sogar der Knackpunkt: „Das war eine klasse Leistung. Und ich glaube, dass den Mädels in diesem Spiel erstmals der Glaube kam, es wirklich schaffen zu können.“

Doch die letzte Hürde wird keine einfache, das weiß man auch aufseiten der Gastgeber. Schon im Hinspiel taten sich die VfL-Frauen mit der starken Offensive des TSVN schwer und mussten am Ende eine 23:26-Niederlage hinnehmen. „Für den Gegner ist es die allerletzte Chance, wir wissen also, was uns erwarten wird“, warnt Maier. Es komme deshalb vor allem auf den Kopf an. „Für viele Spielerinnen ist das die wichtigste Partie seit Jahren. Ich hoffe daher, dass sie cool bleiben und mit dem Druck umgehen können“, so der 48-Jährige, der in seinem vierten Jahr bei den „Blauen“ mit dem Aufstieg nun Historisches schaffen könnte.

Was wäre, wenn . . .

Die Ausgangssituation ist klar: Aufgrund der Tabellenkonstellationen in den oberen Ligen gibt es in der Bezirksklasse in diesem Jahr zwei direkte Aufstiegsplätze. Bei einem Sieg am heutigen Abend wäre der VfL definitiv Tabellenzweiter und würde somit - ebenfalls wie der bereits feststehende Meister TV Altbach - in die Bezirksliga aufsteigen.

Bei einem Remis würde sich die Entscheidung bis zum letzten Spieltag vertagen. Die Kirchheimerinnen hätten dann in der Auswärtspartie beim Team Esslingen aber trotzdem noch alles selbst in der Hand.

Bei einer Niederlage gegen Neckartenzlingen würde die „Tecksieben“ trotz Punktegleichheit aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs auf Rang drei abrutschen. In diesem Fall wäre man kommenden Samstag zwingend auf die Schützenhilfe des SV Vaihingen II angewiesen, der dann in Neckartenzlingen zu Gast ist.

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