Handball

Die heimliche Bezirksliga

Handball Sieben Männermannschaften aus dem Bezirk Esslingen-Teck gehen in der neuen Verbandsliga an den Start. Bezirksklassist TSV Weilheim wartet noch immer auf Glückwünsche zum Aufstieg. Von Bernd Köble

Nicht nur Kirchheims Torhüter Kevin Hsu sehnt Emotionen auf dem Handball-Spielfeld zurück. Foto: Markus Brändli
Nicht nur Kirchheims Torhüter Kevin Hsu sehnt Emotionen auf dem Handball-Spielfeld zurück. Foto: Markus Brändli

Ob die neue Handballsaison wie geplant am 15. September beginnen kann, weiß im Moment keiner. Dass sie könnte, so die Corona-Lage es zulässt, dafür sorgen zurzeit die Verantwortlichen im HVW und seinen Bezirken. Am Sonntag endet im Bezirk Esslingen-Teck die verlängerte Meldefrist für die Vereine. Für die Mehrzahl war bereits am 15. Mai letzter Termin, um Mannschaften an den Start zu schicken. Heute Abend tagen die Verbandsvertreter per Videokonferenz. Danach soll endgültig feststehen, wie sich die Staffeln in den einzelnen Ligen künftig zusammensetzen werden. Mannschaften, die sich nach dem abrupten Saisonende ganz vom Spielbetrieb zurückziehen, gibt es offenbar keine im Bezirk. Einen freiwilligen Abstieg planen allein die Frauen des TSV Zizishausen, die als Tabellenletzter in der Württembergliga in der Verbandsliga antreten möchten, obwohl es sportlich in dieser Saison keine Absteiger gibt.

Was fest steht: Die neue zweigleisige Verbandsliga hat ihren Fokus auf den Bezirk Esslingen-Teck gerichtet. Mit VfL Kirchheim, TV Reichenbach, TSV Köngen, TSV Denkendorf und dem Team Esslingen ziehen fünf Bezirksvertreter aus der Landesliga in die Verbandsliga ein. Aus der Württembergliga kommen mit der HSG Ostfildern und der SG Hegensberg-Liebersbronn zwei weitere Lokalteams von oben hinzu. Ginge es nach dem Willen von Bezirksspielleiter Roland Dotschkal wären alle sieben in einer gemeinsamen Zwölfer-Staffel versammelt. Je mehr bezirksinterne Derbys, des­to attraktiver fürs Publikum. „Für die Vereine hat das ja auch einen wirtschaftlichen Aspekt“, sagt Dotschkal.

Ob es dazu kommt, wird sich heute Abend entscheiden und hängt davon ab, welcher Gruppe „Grenzgänger“ wie die HSG Fridingen/Mühlheim, der TV Steinheim/Albuch oder die SG Ober-/Unterhausen geografisch zugeschlagen werden. Wohin die Kompassnadel bei Vereinen zeigt, wird von vielen Faktoren beeinflusst: von traditionellen Bindungen genauso wie von kommunalen Verwaltungsstrukturen.

Klarheit dürfte der heutige Tag auch in einem anderen Punkt bringen: Dass der TSV Weilheim die Rückkehr in die Bezirksliga feiern kann, ist vom Verband noch immer nicht besiegelt. Der Tabellenzweite der Bezirksklasse muss darauf setzen, dass eine Liga höher ein zusätzlicher Platz frei wird. Der Aufstieg des Bezirksliga-Zweiten HT Uhingen-Holzhausen in die Landesliga gilt aufgrund des schlechten Punktequotienten im Bezirksvergleich als äußerst unwahrscheinlich. Die größeren Chancen verspricht der Zusammenschluss der beiden Bezirksliga-Nachbarn TSV Urach und TSV Dettingen/Erms, die im September als HSG Ermstal an den Start gehen wollen. Aus zwei mach eins - und Weilheim wäre drin. Hätte es Corona nicht gegeben, wäre die Sache längst vom Tisch. So mussten Fusionsverhandlungen zeitaufwändig in Online-Konferenzen geführt werden, und deshalb liegen erst jetzt alle erforderlichen Unterlagen zur Absegnung beim Verband. Alexander Bader, Gesamtvereinsvorsitzender und Abteilungschef im TSV Urach, geht fest davon aus, dass die HSG in der neuen Saison an den Start gehen kann. „Wir haben alle Papiere eingereicht“, sagt er. „Aus meiner Sicht kann es keine Hürden mehr geben.“

Weilheims Trainer Michael Rehkugler nimmt den Aufstieg ohne Pauken und Trompeten zum Abschied gelassen hin. Er konzentriert sich bereits auf seine neue Aufgabe als A-Jugend-Trainer des TSV Denkendorf, wo auch sein Sohn spielt. Bezirksligatrainer unter der Limburg wird sein Nachfolger Marius Dotschkal. „Ob es noch irgendeine Aufstiegsfeier gibt, muss man sehen“, sagt Rehkugler. „Ich habe mein Ziel hier auf jeden Fall erreicht.“

Anzeige