Handball

Die Late-Night-Show

Handball Der VfL Kirchheim erkämpft sich im Bezirkspokalfinale gegen den TSV Denkendorf nach Rückstand ein 30:30 und verliert nach einem Marathon im Siebenmeterwerfen. Von Bernd Köble

Es kann nur einen Sieger geben: Der TSV Denkendorf bejubelt nach der Meisterschaft in der Bezirksliga auch den Triumph im Pokal.
Es kann nur einen Sieger geben: Der TSV Denkendorf bejubelt nach der Meisterschaft in der Bezirksliga auch den Triumph im Pokal. Kirchheims Torhüter Kevin Hsu ist nach dem entscheidenden Siebenmeter am Ende einer dramatischen Begegnung restlos bedient.Alle Fotos: Markus Brändli

Mehr als 100 Spielminuten hatten beide Mannschaften in den Beinen, doch das Ende war noch weit. Erst als der Zeiger der Hallenuhr auf die Neun-Uhr-Position sprang, waren die Würfel gefallen. Zwei Stunden nach Anpfiff des Bezirkspokal-Finales in der Kirchheimer Walter-Jacob-Halle hatten die Feierbiester aus dem Neckartal neues Futter im Trog. Für den TSV Denkendorf geht die Party weiter. Nach der souveränen Meisterschaft in der Bezirksliga sicherten sich die Dolphins in einem dramatischen Duell mit Gastgeber VfL Kirchheim am Samstagabend auch den Pokalsieg.

Bis es soweit war, waren allerdings starke Nerven gefordert. Erst der 30. Wurf von der Linie brachte im abschließenden Sieben-Meter-Duell die Entscheidung, nachdem sich der VfL nach langem Rückstand in den Schlussminuten des Endspiels noch ein 30:30-Unentschieden erkämpft hatte. Denkendorfs Marc Wieder verwandelte den letzten und entscheidenden Siebenmeter gegen VfL-Schlussmann Kevin Hsu. Julian Micolaj und Kapitän Roman Keller hatten zuvor für den VfL verworfen. Für Keller war der Abend besonders frustrierend. In seinem Abschiedsspiel im VfL-Trikot war er zuvor mit acht Treffern treibende Kraft bei der Aufholjagd des VfL während der regulären Spielzeit gewesen. Dasselbe galt auf der Gegenseite für Denkendorfs Kapitän Lukas Taxis, der nach einem kräfteraubenden Abend von Roland Dotschkal, dem spieltechnischen Leiter im Bezirk, den Pokal überreicht bekam. Einer dagegen fehlte an diesem Abend: Denkendorfs Erfolgstrainer Ralf Wagner lag daheim mit einer Erkältung auf dem Sofa. Für ihn übernahmen Klaus Riehs und Sascha Fischer die Regie auf der Bank. „Denkendorf hat gezeigt, was sie spielerisch drauf hat, der Sieg geht schon in Ordnung“, zeigte sich VfL-Trainer Engelbert Eisenbeil als fairer Verlierer. „Wir sind in beiden Spielen erst in der zweiten Hälfte aufgewacht und haben uns heute zu viele Fehlwürfe geleistet.“

Aufholjagd kostet Kräfte

Der VfL musste viel investieren. Im Halbfinale gegen den Bezirksliga-Dritten EK Bernhausen lagen die Gastgeber fast die komplette erste Hälfte zurück und schafften erst mit dem Pausenpfiff den 15:15-Ausgleich. Am Ende setzte sich die stärkere Physis auf Seiten des Landesligisten durch. Die robuste Kirchheimer Rückraum-Achse mit Robin Habermeier und Martin Rudolph sorgte in beiden Spielen in den entscheidenden Phasen immer wieder durch einfache Treffer für Entlastung.

Der TSV Denkendorf dagegen bot das, was die Mannschaft bereits während der Saison ausgezeichnet hatte: starkes Teamplay und hohes Tempo, dem der ersatzgeschwächt angetretene TSV Owen als Gegner im Halbfinale wenig entgegenzusetzen hatte. Lediglich in der Anfangsphase des Finales zeigte sich der Bezirksligameister von einem furios startenden VfL beeindruckt. Doch der TSV besann sich schnell auf seine Stärken und hatte in Lukas Taxis einen klugen und umsichtigen Dirigenten in seinen Reihen. Zur Pause führte der Bezirksligist gegen den klassenhöheren Gegner mit 16:12. Engelbert Eisenbeil reagierte nach der Pause, richtete seine Abwehr offensiv aus und stellte damit die Weichen für die Aufholjagd. Im Denkendorfer Angriff häuften sich plötzlich die Ballverluste. Zwölf Minuten vor Schluss gelang Alexander Schwarzbauer auf Rechtsaußen mit dem 23:23 erstmals der Ausgleich. Der VfL hielt in der Endphase mit viel Kampf dagegen und rettete sich durch einen Gewaltschuss von Robin Habermeier zwölf Sekunden vor der Schlusssirene ins Siebenmeter-Werfen.

Spielstenogramm

VfL Kirchheim: Hsu, Oßwald, L. Hamann, Habermeier (10/5), Sott (2), T. Hamann, Merkle (5/3), Mikolaj (4/1), Schwarzbauer (4), Keller (8/2), Real, Sadowski (1), Rudolph (7/3)

TSV Denkendorf: Riehs (4), Hochholdinger (3), Dobler, Secker (1/1), Wieder (4/3), Fröschle (8/3), Taxis (11/8), Lohmann (4), M. Müller (2), Wiesmann (4/3), Belser, S. Müller, Novak, Piskureck (1)

Es kann nur einen Sieger geben: Der TSV Denkendorf bejubelt nach der Meisterschaft in der Bezirksliga auch den Triumph im Pokal.
Es kann nur einen Sieger geben: Der TSV Denkendorf bejubelt nach der Meisterschaft in der Bezirksliga auch den Triumph im Pokal. Kirchheims Torhüter Kevin Hsu ist nach dem entscheidenden Siebenmeter am Ende einer dramatischen Begegnung restlos bedient.Alle Fotos: Markus Brändli
Es kann nur einen Sieger geben: Der TSV Denkendorf bejubelt nach der Meisterschaft in der Bezirksliga auch den Triumph im Pokal.
Es kann nur einen Sieger geben: Der TSV Denkendorf bejubelt nach der Meisterschaft in der Bezirksliga auch den Triumph im Pokal. Kirchheims Torhüter Kevin Hsu ist nach dem entscheidenden Siebenmeter am Ende einer dramatischen Begegnung restlos bedient.Alle Fotos: Markus Brändli
Es kann nur einen Sieger geben: Der TSV Denkendorf bejubelt nach der Meisterschaft in der Bezirksliga auch den Triumph im Pokal.
Es kann nur einen Sieger geben: Der TSV Denkendorf bejubelt nach der Meisterschaft in der Bezirksliga auch den Triumph im Pokal. Kirchheims Torhüter Kevin Hsu ist nach dem entscheidenden Siebenmeter am Ende einer dramatischen Begegnung restlos bedient.Alle Fotos: Markus Brändli
Es kann nur einen Sieger geben: Der TSV Denkendorf bejubelt nach der Meisterschaft in der Bezirksliga auch den Triumph im Pokal.
Es kann nur einen Sieger geben: Der TSV Denkendorf bejubelt nach der Meisterschaft in der Bezirksliga auch den Triumph im Pokal. Kirchheims Torhüter Kevin Hsu ist nach dem entscheidenden Siebenmeter am Ende einer dramatischen Begegnung restlos bedient.Alle Fotos: Markus Brändli
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