Handball

Die Vorfreude ist leicht getrübt

Handball-Saisonstart Die Frauen der HSG Owen-Lenningen wollen sich nach dem Aufstieg in der Landesliga etablieren.

Geht in seine zweite Saison als HSG-Trainer: Markus Weisl. Foto: Markus Brändli
Geht in seine zweite Saison als HSG-Trainer: Markus Weisl. Foto: Markus Brändli

Lenningen. Bevor das Frauenteam der HSG Owen-Lenningen am Samstag ab 18 Uhr die Premiere in der Landesliga-Staffel 3 feiert, steht in der Lenninger Sporthalle zunächst das Abarbeiten der Corona-Hygienevorschriften im Blickpunkt. Ehrenamtliche werden vor Spielbeginn die Räumlichkeiten frisch wienern und desinfizieren. „Die Spielerinnen dürfen zudem erst eine halbe Stunde vorher da sein, fertig angezogen“, beschreibt HSG-Teammanagerin Nicole Schmid die außergewöhnliche Situation. Unklar sei zudem noch, wie viele Zuschauer überhaupt kommen dürften.

So hatte sich die HSG den Beginn des neuen sportlichen Abenteuers jedenfalls nicht vorgestellt. Wenig verwunderlich, dass deshalb vor der erste Partie gegen den VfL Nagold angesichts einer solch gewöhnungsbedürftigen Ausgangslage, noch keine allzu großen Gefühle aufkommen. Die Vorfreude auf die neue Liga sei trotzdem da, beteuert Schmid. Im Zehnerfeld, mit insgesamt fünf Aufsteigern, soll sich die Handballspielgemeinschaft möglichst im gehobenen Mittelfeld etablieren. Diese Zuversicht resultiert aus der, trotz Abbruchs, exzellenten Vorsaison. „An 16 von 18 Spieltagen waren wir Tabellenführer“, betont HSG-Trainer Markus Weisl, zudem hätte das Team alle Spitzenspiele gewonnen. Der Aufstieg sei folglich „absolut verdient“. Weisl geht in seine zweite Saison bei der HSG, Co-Trainer bleibt Markus Hornung.

Über die ersten Trainingsschritte Anfang Juni mit Lauf- und Kräftigungseinheiten in Kleingruppen, folgte ab Juli Training im Kollektiv. Zum Vergnügen der HSG-Verantwortlichen waren in den Testspielen spielerische Fortschritte zu sehen. So setzte es gegen die Stuttgarter Kickers in der Anfangsphase der Vorbereitung eine klare Niederlage, zwei Monate später kam gegen denselben Kontrahenten ein Sieg mit vier Toren Differenz heraus.

Große Veränderungen im Kader gab es bei der HSG, die ihre dritte Frauen-Mannschaft abgemeldet hat, nicht. „Der komplette Meister-Kader steht weiter zur Verfügung, allerdings aktuell mit Einschränkungen“, sagt Nicole Schmid. Außenspielerin Lene Bächtle hat sich im Trainingslager Mitte September zum zweiten Mal einen Kreuzbandriss zugezogen, fällt für diese Runde aus. Unterdessen gibt es Lichtblicke bei Sabrina Klein sowie Torhüterin Lisa Kullen, die sich zu Beginn der vergangenen Saison ebenso das Kreuzband gerissen hatten. Beide befinden sich mittlerweile wieder im Training. Kullen wird der Mannschaft voraussichtlich zeitnah zur Verfügung stehen. „Bei Sabrina Klein ist ein Wiedereinstieg im Januar realistisch“, lautet die Einschätzung von Nicole Schmid.

Falls es in dem mit 17 Akteurinnen (inklusive Torhüterinnen) geplanten Kader zu massiven personellen Engpässen kommt, würden Spielerinnen aus der „Zweiten“ in die Bresche springen, heißt es bei der HSG.

Auswärts gen Süden

Mit dem Aufstieg beschreiten die HSG-Damen auch sinnbildlich neue Wege: Statt echter Teckregion-Derbys gegen die direkten Konkurrenten aus Weilheim oder Kirchheim, bleiben zumindest Nachbarschaftstreffen gegen Neuffen und Wolfschlugen. Ansonsten gibt es viel Neuland: Rottweil, Hossingen-Meßstetten, Baar - die Fahrtrichtung heißt bei den Auswärtspartien in der neuen Saison meist Süd- nicht die einzige Umgewöhnung in einer Spielzeit mit vielen ungewöhnlichen Vorzeichen. Reimund Elbe

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