Handball

Ein Kunstwurf mit positiven Folgen

Handball Jannik Hausmann von Drittligist TV Plochingen ist für das Tor des Monats Oktober nominiert.

Plochingen. Tor des Monats? Da denkt jeder an Fußball, an die Sportschau. Aber auch im Handball gibt es ein Tor des Monats. Das kürt kein Fernsehsender, sondern die Liga selbst auf ihrer Internetseite. Wie bei den Kickern sind hier mittlerweile auch Treffer dabei, die nicht in der Bundesliga oder bei Länderspielen erzielt wurden. Im Gegensatz zum Fußball stehen nicht fünf, sondern sechs Treffer zur Wahl - für das Tor des Monats Oktober ist auch Jannik Hausmann vom Drittligisten TV Plochingen nominiert. Die Abstimmung läuft noch bis zum heutigen Freitag.

Der Treffer, den Hausmann in der ersten Hälfte des ersten Saisonspiels für sein neues Team erzielte, erzählt auch so schon eine besondere Geschichte. Der Linkshänder war vom Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten gekommen - und trat zum Auftakt gleich bei seinem Ex-Klub an, wenn auch bei der Zweiten Mannschaft.

Christos Erifopoulos setzt Hausmann auf Rechtsaußen in Szene, der schiebt sich gekonnt an einem Balinger vorbei, steigt hoch - und zwirbelt den Ball aus spitzem Winkel mit einer Drehung am Torhüter vorbei ins Netz. „Ich erinnere mich gar nicht mehr so genau daran, was ich in dieser Zehntelsekunde gedacht habe“, erzählt Hausmann, „ich wusste ja, dass Mario Ruminsky ein guter Torhüter ist und habe versucht, den Ball so an ihm vorbei ins Tor zu bringen.“ Dass es anschließend auch von den Heim-Zuschauern viel Applaus gab, freut ihn. Offenbar hat ihnen die Aktion gefallen - und sie haben den 26-jährigen Ur-Balinger in guter Erinnerung. „Ich habe auch an den Reaktionen gleich gemerkt, dass es ein schönes Tor war“, sagt er.

Zu hoch hängen möchte der Kunsttorschütze die Sache aber nicht. „Wir lagen zu diesem Zeitpunkt ja noch zurück“, erinnert er sich. Aber das änderte sich, weshalb Plochingens Trainer Michael Schwöbel sagt: „Das Tor ist zwar in der ersten Hälfte gefallen. Aber am Ende war es mit entscheidend, weil wie ja mit einem Tor gewonnen haben.“ 30:29 hieß das Endergebnis zugunsten der Plochinger.

Schwöbel freut sich, dass sein neuer Schützling in der Auswahl ist und dass die Plochinger Verantwortlichen und Fans auf allen zur Verfügung stehenden sozialen Kanälen Werbung machen. „Da sind ein bis zwei andere schöne Tore dabei. Aber dieser Heber-Dreher ist technisch schon sehr anspruchsvoll“, sagt der Coach und fügt lachend hinzu: „Ich kenne einige Spieler, die hätten sich da die Schulter ausgekugelt oder die Hand verstaucht.“ Sigor Paesler

Abstimmungen zum Tor des Monats sind möglich unter www.liquimoly-hbl.de

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