Handball

„Kampftier“ für die Hornets

Handball Mit Kyra Teixera da Silva wechselt eine Abwehrspezialistin zum Frauen-Drittligisten TV Nellingen.

Ostfildern. Bevor sie zum Handball kam, machte Kyra Teixeira da Silva Aikido. „Mein Papa wollte, dass ich mich verteidigen kann“, sagt die 26-Jährige, die zur kommenden Saison vom Zweitligisten VfL Waiblingen zu den Drittliga-Handballerinnen des TV Nellingen wechselt. Einzelsportarten waren dann nichts für die junge Deutsch-Portugiesin, aber wehrhaft ist sie geblieben: „Ich bin ein Kampftier in der Abwehr, ich habe in der vorherigen Saison in Waiblingen fast ausschließlich in der Abwehr gespielt. Das macht mir am meisten Spaß.“ Im Rückraum kam die 1,83 Meter große Spielerin mehr zum Einsatz als Rechtsaußen in der Offensive. „Aber mir liegt auch das Tempospiel, die zweite Welle. Ich kann auch sehr gut Druck machen für die Spielerinnen neben mir.“

Allerdings fehlten zum einen die Spielzeiten in Waiblingen, zum anderen ist der Sport mit ihrem Vollzeitjob als Projektmanagerin bei einer Werbeagentur in Stuttgart immer schwerer zu vereinbaren. Die weiten Auswärtsfahrten in der 2. Bundesliga sind schwierig in Enklang zu bringen, wenn man freitagmittags schon losfährt“, meint die gebürtige Düsseldorferin.

Beruf steht an erster Stelle

Die Doppelbelastung ist sie gewohnt. Während ihres Studiumsspielte sie bei Bayer Leverkusen II in der 3. Liga und in der A-Jugend-Bundesliga. Danach war sie eineinhalb Jahre beim Zweitligisten TuS Lintford, bevor sie nach Waiblingen wechselte. „Ich habe den Beruf immer an erste Stelle gestellt und mir dann den passenden Handballverein gesucht“, erzählt sie. Nun lebt sie in Hedelfingen zusammen mit einer Freundin in einer Wohngemeinschaft.

Von Waiblingen nach Nellingen macht in Coronazeiten einen Unterschied. Im Gegensatz zur 1. und 2. Bundesliga ist der Spielbetrieb in der 3. Liga ausgesetzt. Und das Training bei den Hornets ist anders: ohne Körperkontakt. „Ich war bei einem Probetraining, bevor ich mich entschieden habe“, erzählt Teixeira da Silva. „Die Nellingerinnen trainieren gerade mehr Stoß- und Wurfbewegungen, mehr Athletik. Die Intensität trotz fehlendem Körperkontakt hat mir sehr gut gefallen.“ Und die Trainerin Veronika Goldammer ebenso: „Ich erhoffe mir neue Impulse für meine Entwicklung und dafür ist Vroni die perfekte Trainerin.“ Der Kontakt besteht schon länger. Zudem kennt Teixeira da Silva Chiara Baur und Hanna Hojczyk, zwei ehemalige Waiblingerinnen.

Ihr Ziel ist, mit dem TVN aufzusteigen. „Ich denke, der Verein möchte langfristig schon wieder in die 2. Bundesliga“, sagt die Tochter eines Portugiesen und einer französisch-deutschen Mutter. „Aber erst einmal müssen wir wieder in den Spielbetrieb starten.“ez

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