Lokalsport

„09“ weckt Erinnerungen

TSV Weilheim empfängt Aufsteiger

Dritter Spieltag, dritter Sieg für den TSV Weilheim in der Fußball-Landesliga? Der FV 09 Nürtingen hat etwas dagegen. Der Aufsteiger mit der großen Vergangenheit ist am Samstag, 17 Uhr, im Stadion Wörth wild entschlossen, der Mannschaft von Trainer Alexander Hübbe den Glanzstart zu vermasseln.

TSV Weilheim (rot) - TV Echterdingen (gelb), Ferdi Er Rechts  beim Dribbling
TSV Weilheim (rot) - TV Echterdingen (gelb), Ferdi Er Rechts beim Dribbling

Weilheim. „Klar, wir sind Außenseiter. Unsere Hauptaufgabe als Neuling ist, die Punkte gegen Mannschaften zu erkämpfen, die unten stehen. Aber ich war beim Spiel gegen Echterdingen und habe auch Schwächen bei den Weilheimern gesehen“, betont FV-Abteilungsleiter Janusz Szuta. Welche, das wollte der zweimalige Co-Trainer beim TSV natürlich nicht verraten.

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Der gebürtige Pole ist in diesen Tagen viel auf Achse. Als Stützpunkttrainer hatte er bis gestern in der WFV-Sportschule Ruit zu tun. Fuhr dann nach Frankfurt, wo er bei der EM-Qualifikation gegen Deutschland die polnische Delegation betreut. Und macht sich morgen schleunigst auf den Weg zurück zum Spiel nach Nürtingen, um Aufstiegstrainer Daniel Teufel zu unterstützen. Ganz besonders freut er sich auf das Wiedersehen mit Weilheimer Spielern, die er einst jahrelang im Stützpunkt Adelberg trainierte: Ferdi Er, Emrah Polat, Philipp Uttikal, Lennart Zaglauer oder Michele Latte.

Da werden beiderseits Erinnerungen wach – wie bei den älteren Fußballfans, wenn sie an die besseren Zeiten des FV Nürtingen zurückdenken. Bis 1976, bis zum Absturz in die achte Liga, zählte der Verein zwölf Jahre lang zum Establishment der ersten Amateurliga. Die späteren VfB-Profis Andy Müller oder Thomas Brdaric trugen das blaue Trikot ebenso wie später in der Jugend Marvin Plattenhardt (jetzt Hertha BSC).

Alexander Hübbe denkt mit Respekt daran zurück, als die „Nullneuner“ noch landesweit für Furore sorgten. „Sie waren drei oder vier Klassen über uns. Wir hätten ihnen wahrscheinlich ein großzügiges Vesper bezahlen müssen, wenn sie mal gegen uns gespielt hätten“, sagt der Trainer spaßhaft.

Nach 18 Jahren sind die Nürtinger in die Landesliga zurückgekehrt. Der Start war durchwachsen. Dem 2:1-Auftaktsieg gegen Mitaufsteiger TSV Blaustein folgte eine 1:2-Niederlage beim TSV Waldstetten. Dort zog sich Kapitän Oliver Scherb beim Aufwärmen einen Muskelfaserriss zu, ist gegen Weilheim nun zum Zuschauen verurteilt. Patrick Siegert, der vom VfL Kirchheim kam, wird seinen Part in der Abwehr übernehmen. Eine andere Neuerwerbung, Pavlos Osipidis von TuS Mechtersheim, hat die Nürtinger Offensive verstärkt. Szuta: „Er ist eine Bereicherung für unser Spiel.“

Im Moment versucht auch der Vorjahreszweite aus Weilheim nach dem Abgang einiger Routiniers sein Spiel mit eigenen Talenten zu bereichern. Can Karnaya und Tim Sternemann bekamen schon ihre Chance. Felix Stolz hätte sie ebenfalls wieder bekommen, wenn er nicht angeschlagen wäre. Drei weitere Jungs aus dem Talentschuppen stehen bereit, den Konkurrenzkampf neu zu entfachen. „Ein gesunder Mix aus Jung und Alt ist auf einem guten Weg“, meint Sportchef Günther Friess. Die Lücken, die durch den verletzungsbedingten Ausfall von Daniel Heisig und Emrah Polat entstehen, sollen morgen allerdings zwei erfahrene Spieler schließen. Ferdi Er (Friess: „Außer Torwart kann er alles spielen“) geht in die Innenverteidigung zurück. Mike Tausch übernimmt Polats Rolle im Mittelfeld.

Sollte es klappen mit dem dritten Weilheimer Sieg in Folge, ist vermutlich Party angesagt. Co-Trainer Danell Stumpe kommt am Spieltag ins „Schwabenalter“ und wird sich an seinem 40. Geburtstag bestimmt nicht lumpen lassen.