Lokalsport

25 Jahre SG Lenningen – eine Erfolgsgeschichte

Der Zusammenschluss der Handballer aus Ober- und Unterlenningen ist nach einem Vierteljahrhundert Musterbild einer geglückten Ehe

Vor 25 Jahren entstand die Handball-Spielgemeinschaft Lenningen aus den Abteilungen des TSV Oberlenningen und des TV Unterlenningen.

25 Jahre SG Lenningen – eine Erfolgsgeschichte
25 Jahre SG Lenningen – eine Erfolgsgeschichte

Lenningen. Die mit viel Weitsicht und für den Jugend- und Aktivenbereich initiierte Spielgemeinschaft hat sich in 25 Jahren auch durch regelmäßige, hochkarätige Events zu einer überregional bekannten Adresse im Handballsport entwickelt. Die seit vielen Jahren etablierten Kooperationsmodelle mit den ansässigen Schulen und Institutionen haben zudem für einen Entwicklungsschub im Nachwuchsbereich gesorgt.

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„Wollen haben wir schon dürfen, nur mögen haben wir uns nicht getraut,“ meint einer der Gründerväter der SG, Rudi Dölfel, damals Abteilungsleiter des TV Unterlenningen. Er und sein Counterpart Otto Leitner waren 1990 die Initiatoren einer Spielgemeinschaft. Zusammen mit den Vereinsvorsitzenden Gerhard Schleicher (TVU) und Werner Schulmeyer (TSVO) wurde die SG als erste Spielgemeinschaft im Handball-Bezirk Esslingen-Teck am 23. Juni 1991 aus der Taufe gehoben. Die Erfolge der kommenden Jahre und die zahlreichen Aufstiegserfolge bis in die Württembergliga geben dem Gründungskomitee bis heute recht.

Erste Saison 1991/92

Mit Wunschtrainer Dieter Schlichtenmayer startete die junge SG in die erste Spielsaison 1991/92. Nach der ersten gemeinsamen Weihnachtsfeier im proppenvollen Saal der Gaststätte Zum Rad in Unterlenningen startete der SG-Express so richtig durch. In einem begeisternden Finale wurde Unterensingen mit 16:14 besiegt, und die über 100 mitgereisten Fans waren aus dem Häuschen. Die anschließende Meisterfete im Oberlenninger Vereinsheim ist heute legendär.

Auch den Bezirkspokal konnten die SG-Männer bereits im ersten Jahr gewinnen. In den folgenden Jahren spielte die SG in der Landesliga und schlug sich dort trotz wechselnder Trainer bravourös. Parallel zu den Erfolgen der Männer entwickelte sich die Jugendarbeit. Nach dem ersten „Schnuppertag“ 1992 bildete sich schnell eine Mini-Gruppe mit fast 30  Kindern. Spielfeste mit bis zu 27  Mannschaften zeigten früh die organisatorischen und logistischen Fähigkeiten innerhalb der neuen Abteilung. Die weibliche B-Jugend wurde zum Aushängeschild. Ihr gelang in der Saison 1994/95 der Aufstieg in die Oberliga.

Frauenpower im Täle

Die zweite Hälfte der Neunzigerjahre stand im Zeichen der aufstrebenden Frauenmannschaft, die nach dem Aufstieg in die Landesliga 1997 in der Spielzeit 1999/2000 in die Verbandsliga aufstieg. Vier Aufstiege in fünf Jahren, dazu mehrfacher Bezirkspokalsieger – Die Erfolge trugen die Handschrift von SG-Trainer Herbert Walter.

Bei den Männern musste 1999 regulierend eingegriffen werden. Nach diversen Trainerwechseln galt es für die talentierten Nachwuchsspieler, einen erfahrenen Handballfachmann zu finden. Gefunden wurde er mit Hans Hahn. Aber auch im Jugendbereich herrschte rege Bewegung bei der SG. Die männliche B‑Jugend spielte als Aushängeschild 1996 bereits in der Landesliga. Staffelsieger wurden sowohl die männliche B- als auch die A-Jugend. Württembergischer Meister wurde die männliche D-Jugend beim Verbandsspielfest 1999 in Kuppingen. Bei der Kombination aus Handball spielen, Leichtathletik und Musenspielen präsentierten die Jungs ihre enorme Bandbreite.

Die Ära Hans Hahn

Diese Phase startet mit dem erfolgreichsten Jahr in der SG-Historie. Mit den beiden Männerteams und der ersten Frauenmannschaft gelang drei aktiven Mannschaften der Aufstieg. Die Frauenmannschaft startete richtig durch. Aufstieg 2003 in die Oberliga, Gewinn des Bezirkspokals – Es lief rund. Trainer Hans Hahn konnte mit den Männern bereits nach zwei Jahren die ersten Früchte seiner Arbeit ernten. Am Ende der Saison 2001/02 stand die SG in der Bezirksliga auf Platz eins und nahm die Landesliga ins Visier. 2004/05 – mannschaftlich gereift – folgte der Aufstieg in die Verbandsliga. Für den erfolgreichen Hans Hahn rückte 2005 mit Bruno Rieke ein erfahrener Kenner der Mannschaft nach.

Auch die Jugendarbeit trägt Früchte. Teilweise ist die SG mit fünfzehn Jugendmannschaften am Start. Einen größeren Umbruch erlebte 2002 die Abteilungsleitung. Mit Rudi Dölfel, Otto Leitner und Wolfgang Tröscher legten drei SG-Urgesteine ihre Ämter zeitgleich nieder. Eine große Bürde, die vom Nachfolge-Gremium um Silvia Klein, Harry Schmid, Peter Weber und Jochen Häussler nur mit viel Einsatz und einigen Anlaufschwierigkeiten zu tragen war.

Den Fokus auf der Jugend

Ab 2006 richtete die SG den Fokus verstärkt auf die Jugendarbeit. Ein Jugendkoordinator wurde eingesetzt, Strukturen neu aufgebaut. Bei den Männern ging es Ende der Saison 2009/10 jedoch in die Bezirksliga zurück. Die Frauen konnten in der Saison 2008/09 mit dem Aufstieg in die Württembergliga nochmals positive Akzente setzen. Nachdem aufgrund einiger Umbrüche die Situation in der Landesliga von Jahr zu Jahr kritischer wurde, war der Abstieg der Frauen in die Bezirksliga die logische Konsequenz.

Die Männer hingegen reiften mit einem nahezu identischen Spielerkader von Saison zu Saison heran. Die SG setzte sich im vorderen Tabellendrittel der Bezirksliga dauerhaft fest, zum Aufstieg allerdings reichte es zunächst nicht. Erst in der Saison 2014/15 gelang mit Trainer Michael Rehkugler nach einer harten und langen Relegationsrunde der Aufstieg in die Landesliga. Wenn auch nur für eine Saison, aber die SG hat sich Appetit geholt.

Politik der eigenen Kräfte

Was nach 25 Jahren geblieben ist: ein starker Zusammenhalt, Teamgeist, gemeinsamer Erfolg und eine lange Tradition. Dazu der feste Wille zur langfristigen und behutsamen Weiterentwicklung statt kurzfristiger Erfolge. Dazu gehört auch ein klares Bekenntnis zu den Spielerinnen und Spielern aus der eigenen Jugend. Die Politik der Nachhaltigkeit wird von Fans und Sponsoren honoriert, das zeigen die konstant hohen Zuschauerzahlen. Auch die aktuellen Trainer Bruno Rieke bei den Männern und Nicole Schmid bei den Frauen unterstreichen diese Politik der eigenen Kräfte. Das zahlt sich auch an anderer Stelle aus: Von den Spielern der ersten SG-Mannschaft von 1991 trägt mehr als die Hälfte bis heute eine dauerhafte Aufgabe im Verein. 25 Jahre SG Lenningen – eine Erfolgsgeschichte, die auch noch Spaß macht.