Lokalsport

60 Kilometer bis zum Heimspielrecht

Basketball Bei einem Erfolg in Ehingen am Sonntag wäre den Knights Tabellenplatz vier und das damit verbundene Heimrecht in der ersten Play-off-Runde nicht mehr zu nehmen.

Trifft in Ehingen auf einen alten Kumpel: Kirchheims Point Guard Preston Medlin. Foto: Markus Brändli
Trifft in Ehingen auf einen alten Kumpel: Kirchheims Point Guard Preston Medlin. Foto: Markus Brändli

Noch zwei Spieltage warten auf die 16 Teams der 2. Basketball-Bundesliga. Für Kirchheims Korbjäger geht es am Sonntag nach Ehingen. Die Ritter kämpfen dort ab 17.30 Uhr um das Heimrecht in der ersten Play-off-Runde, das bei einem Sieg gesichert wäre (siehe Info-Artikel).

An der Donau treffen die Ritter am Sonntag auf eine Mannschaft, die noch mitten im Abstiegskampf steckt. Zwar schien es im Februar, dass die Ehinger bereits sicher seien, Baunach und Essen den neben Dresden zweiten Absteiger unter sich ausmachen würden. Doch einige Siege der Essener und Baunacher haben den Kampf um den Klassenerhalt wieder spannend gemacht. Punktgleich mit Essen stehen die Ehinger auf Platz 14. Der direkte Vergleich ging an die Steeples. Drei Siege aus den letzten fünf Partien der Baskets stehen fünf Ehinger Niederlagen gegenüber - ein Heimsieg gegen Kirchheim wäre daher umso wichtiger.

Die Ritter haben jedoch nichts zu verschenken. Bereits vor einigen Wochen kündigte Trainer Michael Mai an, auf ein Finale am letzten Spieltag gegen Heidelberg gerne zu verzichten - das Spiel hat für beide Mannschaften also große Bedeutung. Die Kirchheimer können auf die Unterstützung ihrer Fans bauen. Viele haben nach den begeisternden Auftritten der vergangenen Wochen angekündigt, den 60-Kilometer-Trip nach Ehingen antreten zu wollen, um eine Heimspielatmosphäre zu schaffen. Alle Daheimgebliebenen können die Partie im Livestream verfolgen.

Dabei können die Knights auf ihren gesamten Kader zurückgreifen. Gegen den MBC war Point-Guard Preston Medlin zurück aufs Parkett gekehrt. Gegen die Weißenfelser mit einer unauffälligen Leistung, dürfte die Wurfgefährlichkeit des Amerikaners in den Play-offs wieder benötigt werden.

Wiedersehen mit Tomasevic

Für Medlin hat das Duell mit Ehingen eine besondere Note. Er und Daniel Berger, Forward in Diensten der Ehinger, sind gute Freunde. Medlin erkundigte sich vor seinem Wechsel nach Deutschland bei Berger über die Rahmenbedingungen in der Pro A. Und mit Radi Tomasevic steht ein alter Bekannter der Ritter im Kader der Ehinger. In seiner letzten aktiven Saison verwandelt Tomasevic, der lange Jahre die Knights als Kapitän aufs Spielfeld geführt hatte, wie eh und je Dreier aus nahezu jeder Distanz.

Hauptaugenmerk der Kirchheimer Defensive dürfte auf Aufbauspieler Devon Moore liegen. Mit 12,9 Punkten führt der Amerikaner das Punkteranking der Ehinger an. Unterstützung erhält er dabei von Berger (11,8), Kameron Taylor (10,9), Alasdair Fraser (10,5) und Tobias Jahn (10,7). Die breite Punkteverteilung zeigt auch das Problem der Ehinger: die Defensive. Nur Tabellenschlusslicht Dresden lässt pro Spiel mehr Zähler zu als die Steeples.

Die Fans beider Teams können sich also auf einen offensiven Schlagabtausch einstellen, da auch die Ritter als Zehnter nur im Mittelfeld des Defensivrankings stehen und ihr Heil als drittbestes Offensivteam eher im Spiel nach vorne suchen.cs

Die Knights rutschen auf Platz vier

Kein Überraschungen am Nachholspieltag in der Pro A: Chemnitz hat mit einem 79:69-Auswärtserfolg in Nürnberg am Mittwochabend die Knights von Tabellenplatz drei verdrängt. Beide Teams liegen nach Punkten nun gleichauf. Chemnitz schneidet im direkten Vergleich jedoch besser ab als die Kirchheimer.

Auch Verfolger Heidelberg erfüllte gegen das Tabellenschlusslicht aus Dresden am Mittwoch vor eigenem Publikum seine Pflicht. Mit dem deutlichen 84:52-Erfolg und nun vier Punkten Rückstand wahren die Schützlinge von Ex-Knights-Coach Frenkie Ignjatovic ihre Minimalchance auf Platz vier, der Heimrecht in der ersten Play-off-Runde garantieren würde. Kirchheim dagegen kann mit einem Sieg am Sonntag in Ehingen alles klarmachen. Platz vier wäre nur dann verloren, sollten die Knights nach einer Niederlage in Ehingen auch das direkte Duell mit den Heidelbergern am letzten Spieltag mit mehr als 16 Punkten Differenz verlieren.bk

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