Lokalsport

„Absolut kontraproduktiv“

Stefan Raid ist als Vizepräsident des Deutschen Basketballbundes für den Nachwuchsbereich zuständig. Dass die geltende Ausländerregel im Profibereich wegfallen könnte, verfolgt er mit Sorge.

Herr Raid, wie haben Sie die Klagedrohung aus Schwenningen aufgenommen?

Stefan Raid: Im DBB ist natürlich keiner begeistert darüber. Schon deshalb, weil niemand absehen kann, welche Konsequenzen das am Ende haben könnte.

Gleiches Recht für alle auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Was ist daran falsch?

Sportvereine sind keine reinen Wirtschaftsunternehmen. Sie tragen Verantwortung für Nachwuchsarbeit. Die Pro B hat sich immer zu ihrer Rolle als Ausbildungsliga bekannt. Sollte es keine Ausländerbegrenzung im Profibereich mehr geben, wäre das für den deutschen Nachwuchs und seine Entwicklung kontraproduktiv, weil ausländische Spieler im Zweifelsfall immer die günstigere Alternative für Vereine darstellen.

Was sagt Ihnen, dass der jetzige Weg erfolgreich ist?

Wir hatten für Ostern zum ersten Mal Probleme, unsere Kader in den Nationalmannschaften zusammenzubekommen. Das zog sich von der U18 über die U20 bis zum A-Kader durch. Ganz einfach deshalb, weil es in der ersten und zweiten Liga in dieser Zeit in die heiße Phase geht. Wenn Nachwuchsspieler in ihren Vereinen gebraucht werden, ist das ein gutes Zeichen. Das ist Erfahrung, die wir brauchen. Ihr Nutzen für den deutschen Basketball ist immens. Wenn man sich anschaut, welche Chancen die heutige Regel eröffnet, müsste man sie eher verschärfen als abschaffen.

Womit rechnen Sie also?

Wir führen zurzeit mit allen Partnern Gespräche, um Überzeugungsarbeit zu leisten, dass die Aufhebung der Regel ein großer Fehler wäre.

Am Ende werden darüber Gerichte entscheiden.

Das stimmt. Wie eine solche Entscheidung ausfallen wird, kann im Moment leider niemand absehen. Bernd Köble

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