Lokalsport

Afrikanischer Doppelsieg am Hohenneuffen

450 Läufer bescheren Berglaufklassiker ein Teilnehmerplus – Meyer und Volz schnellste Teckläufer

Leiste gut, alles gut: Nur wenige Wochen nach einer Leistenoperation hat der Eriträer Yossief Tekle beim Hohenneuffen-Berglauf triumphiert.

Afrikanischer Doppelsieg am Hohenneuffen
Afrikanischer Doppelsieg am Hohenneuffen

Linsenhofen/Beuren. Den afrikanischen Doppelerfolg sicherte sich im über 450 Läufer starken Feld die Kenianerin Brendah Kebeya. Im Gegensatz zu Tekle (bereits 2015 vorn) siegte die in Forchheim lebende Athletin erstmals am Hohenneuffen. Im Hauptlauf tummelten sich rund drei Dutzend Läuferinnen und Läufer aus der Teckregion. Schnellster aus hiesigen Gefilden war bei den Männern Sven Meyer (23., TSV Ötlingen), bei den Frauen Claudia Volz (10., VfL Kirchheim). Im Schülerlauf mit fast exakt 100 Startern holte sich auf kürzerer und leichterer Strecke Maxi Florentine Röschel (VfL Kirchheim) einen Klassensieg.

Berglauf-Organisator Frank Klass wirkte nach Zielschluss wie ausgewechselt. Genau ein Jahr zuvor hatte er nach dem Laufklassiker Sorgenfalten zur Schau getragen. 2016 waren jene Bedenken, vor allen Dingen resultierend aus einem schleichenden Teilnehmerrückgang in den vergangenen Jahren, wie weggeblasen. „Das ist ermutigend“, sagte Klass über das rund 20-prozentige Starterplus.

Zudem hatten Klass und Co. Glück mit dem Wetter. Während es in Erkenbrechtsweiler und anderen benachbarten Orten bereits morgens wie aus Kübeln geschüttet hatte, schien es jemand mit dem Läuferinnen und Läufern auf der 9,3 Kilometer langen Strecke auf den Hohenneuffen besonders gut zu meinen. Als Beurens Neu-Bürgermeister Daniel Gluiber (assistiert von Frickenhausens Schultes Simon Blessing) nämlich pünktlich das Feld per Startschuss auf die anstrengende Tour gen Burg schickte, fiel nicht ein Regentröpfchen vom Himmel. Der prognostizierte Starkregen entpuppte sich auch in den folgenden 90 Renn-Minuten lediglich als harmlose Variante in Nieselform. Für die Teilnehmern gut – auch für den Triumphator. „Es war unterwegs schon rutschig genug, da brauchte es keines zusätzlichen Regens mehr“, scherzte der in 37,44 Minuten siegende Tekle im Burghof Minuten nach dem umjubelten Zieleinlauf in der grandiosen Kulisse des lokalen Wahrzeichens. Besonders auf den unbefestigten Steilstücken war höchste Konzentration nötig.

Wenn einer beim Thema „Wetter und Hohenneuffen“ mitreden kann, ist dies Volker Eberhardt, Der Ingenieur ist der Einzige, der alle 28 Auflagen erfolgreich bewältigt hat. „Wir hatten schon Nebel, Bullenhitze, eisige Temperaturen“, rekapitulierte der für den TB Neuffen startenden Berglauf-Dauerbrenner mit einem Becher wärmenden Tee in der Hand, da seien die Bedingungen diesmal mit unangenehmem Wind und 15 Grad „fast schon ideal gewesen“. Das nächste Ziel hat sich Eberhardt bereits auf die Fahne geschrieben: die 30. Teilnahme, fällig im Jahr 2018.

Befreit die Arme nach oben warf im Ziel Siegerin Brendah Kebeya – auch deshalb, weil sie als Führende in der Schlussphase Bekanntschaft mit den Tücken der Strecke machte. „Die letzten 500 Meter sind schon heftig steil“, erklärte sie. Was die in Forchheim lebende Athletin nicht davon abhielt, sich mit 44,05 Minuten in der ewigen Bestenliste der Frauen in die Top Ten (zehnter Platz gemeinsam mit der Freudenstadterin Britta Müller) zu katapultieren.

Baden-württembergische Berglaufmeister wurden in Beuren Daniel Noll vom TSV Glems sowie bei den Frauen Katrin Köngeter vom LT Unterkirnach.

Afrikanischer Doppelsieg am Hohenneuffen
Afrikanischer Doppelsieg am Hohenneuffen
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