Lokalsport

Alle in der Luft

Auf der Hahnweide können am Montag erstmals sämtliche Klassen starten

Endlich Wetterglück: Start frei, hieß es nach der Regen-Zwangspause gestern für die Segelflugpiloten beim Kirchheimer Hahnweidewettbewerb.

Alle Luken geöffnet: Nach der unfreiwilligen Wettbewerbspause am Sonntag begann für die Hahnweide-Piloten gestern vormittag  der
Alle Luken geöffnet: Nach der unfreiwilligen Wettbewerbspause am Sonntag begann für die Hahnweide-Piloten gestern vormittag der zweite Wertungstag.Fotos: Markus Brändli

Kirchheim. Überwiegend sonnig mit vereinzelten Quellwolken – schon der Wetterbericht im Radio machte die Teilnehmer des 50. Internationalen Hahnweidewettbewerbes mobil. Quellwolken gelten als sicherer Hinweis für thermische Aufwinde. Nach einem wetterbedingten Ruhetag am Sonntag gingen gestern erstmals alle fünf Wettbewerbsklassen mit insgesamt 115 Piloten ins Luftrennen über Süddeutschland.

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Den Anfang machten um 11.30 Uhr die zehn Piloten der 15-Meter-Klasse, die eine 394 Kilometer lange Schleife entlang der Schwäbischen Alb zu bewältigen hatten. Eine Aufholjagd hatte sich Stefanie Mühl vom LSV Regensburg vorgenommen. Die Vorjahressiegerin musste am ersten Wertungstag bei schwierigen Bedingungen schon nach wenigen Kilometern landen und verlor so wertvolle Punkte auf die Spitze.

Danach folgten die Piloten der Standardklasse, denen das Team um den sportlichen Leiter Rainer Rauch eine 390 Kilometer lange Strecke vorgegeben hatte. Die Führung zu verteidigen hatte in dieser Klasse Nationalmannschafts-Mitglied Andreas Belz von der Fliegergruppe Dettingen, dem eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 74,50 km/h am ersten Wertungstag 597 Punkte einbrachte. Damit trennen ihn allerdings nur vier Punkte vom Briten Howard Jones (Lasham Gliding Society).

Als nächstes ging das mit 39 Startern am stärksten besetzte Feld der 18-Meter-Klasse in die Luft. Sie hatten eine 390 Kilometer-Strecke um vier Wendepunkte zurück zu legen, die sie bis nach Ingolstadt brachte. Als Spitzenreiter ging Reinhard Schramme ins Rennen, dem ein Stundenmittel von 99,89 km/h am ersten Tag den klaren Tagessieg bescherte. Dem ehemaligen Europameister vom LSV Rinteln wird es in den kommenden Tagen allerdings nur mit Bestleistungen gelingen dürfen, seine Führung zu verteidigen. Zu seinen Mitbewerbern gehören namhafte Piloten aus acht Nationen, unter ihnen der amtierende Weltmeister Bert Schmelzer (ACK Keiheuvel / LSV Viersen). Er und sein Bruder Tijl liegen nach einem Stundenmittel von nur 68,08 km/h nach dem ersten Wertungstag auf den Plätzen elf und zwölf. Besser lief es für den Briten Derren Francis (Windrushers Bicester), der von Platz fünf aus ins Rennen ging.

Zum ersten Mal waren gestern die Piloten der Doppelsitzer im Wettbewerbstrimm am Start. Für sie galt es eine 394 Kilometer lange Strecke um drei Wendepunkte zu absolvieren. Das Besondere in dieser Klasse: 23 von 24 Teams gehen mit Segelflugzeugen aus Kirchheimer Produktion an den Start.

Eine besondere Aufgabe hatten die Piloten der Offenen Klasse beim Start in Ihren Streckenflugrechnern einprogrammiert: Der Gleitleistung der Superorchideen genannten Segler mit ihren bis zu 30 Metern Spannweite entsprechend führte die Tagesaufgabe die Piloten entlang eines 533 Kilometer langen Dreiecks um Stuttgart herum. Dass diese Strecke anspruchsvoll war, zeigte am Abend ein Blick auf das Vorfeld des Segelfluggeländes Hahnweide: Während schon zahlreiche Flugzeuge der anderen Klassen ihre Gleiter in den Hängern verstaut hatten, waren alle Piloten der Offenen Klasse noch in der Luft.

Die aktuellen Tageswertungen können auf der Wettbewerbsseite http://wettbewerb.wolf-hirth.de eingesehen werden. Bei gutem Wetter können die Starts der 115 Segelflugzeuge ab halb zwölf auf dem Segelfluggelände Hahnweide verfolgt werden. Die spektakulären Anflüge erfolgen je nach Wetterlage am Abend.