Lokalsport

Als Gejagter in die Provinz

VfL-Fußballer gastieren am Sonntag beim TSV Altdorf – Holzmadener wollen nachlegen

Einst Waldhof, jetzt Altdorf: Für Ex-Regionalligist und Neu-Kreisligist VfL Kirchheim beginnt jetzt erst richtig die Tour über die Dörfer. Am Sonntag steht der Kurztrip in die kleinste selbstständige Gemeinde des Landkreises Esslingen an.

Läuft: Der VfL um Torjäger Antonino Singh (links) und Spielertrainer-Bruder Michael Schweizer fährt nach eigen zum Saisonauftakt
Läuft: Der VfL um Torjäger Antonino Singh (links) und Spielertrainer-Bruder Michael Schweizer fährt nach eigen zum Saisonauftakt als Spitzenreiter nach Altdorf. Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Zwei Siege in Folge, Spitzenreiter, dazu kurz vor Torschluss noch eine vielversprechende Neuverpflichtung: Beim VfL Kirchheim ist erstmals seit Jahren wieder ein Hauch von Optimismus zu spüren. „Besonders freut mich, dass wir trotz unseres kleinen Kaders und des Verletzungspechs so gut gestartet sind“, erklärt VfL-Co-Trainer Frank Posch, „eine große Hilfe ist auch, dass immer drei bis vier A-Junioren aushelfen, wenn Not am Mann ist.“ Nach der seit 2011 anhaltenden fußballerischen Durststrecke sind nicht nur die verbliebenen Fans der „Blauen“ derzeit bester Dinge. Nach dem 4:2-Derbysieg über die Sportfreunde Dettingen saßen die VfL-Akteure noch lange nach Spielschluss im Stadionbereich zusammen, genossen den sportlichen Erfolg und schickten von der Hocketse stolz ein Posting auf Facebook.

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Altdorf? Die große Unbekannte für die Kirchheimer Fußballer. „Wir wissen nur, dass es dort einen sehr engen Sportplatz gibt und die Altdorfer als kampfstark gelten“, weiß Posch über den aktuellen Tabellendritten, der ebenso wie die Kirchheimer die Auftaktpartien gewonnen hat. Neuzugang Waldemar Hechler (wir berichteten) dürfte sicher zu den Anfangsaufläufern im Mittelfeld gehören. Spielertrainer Markus Schweizer kehrt nach seiner abgesessenen Gelb-Rot-Sperre ins Team zurück.

Kirchheims unmittelbarer Verfolger muss derweil beim SV Nabern ran. Aufsteiger TSV Raidwangen überraschte mit einem glatten Start (zwei Siege) nicht nur die eigenen Fans. Auch Axel Maier, Sportlicher Leiter beim SV Nabern, ist gewarnt, aber keinesfalls pessimistisch vor dem sonntäglichen Duell auf dem Oberen Wasen. „Unsere Mannschaft hat vergangenen Sonntag beim 3:2 in Grötzingen gezeigt, was sie leisten kann“, erklärt der Vereinsfunktionär, „daran müssen wir anknüpfen.“

Auf jüngste Positiv-Erfahrungen setzt auch Jesingens Trainer Klaus Müller, mit seiner Mannschaft aktuell nur dank der besseren Tordifferenz tabellarisch vor den Nabernern platziert. Die Jesinger treffen am Sonntag in den Lehenäckern auf Bezirksliga-Absteiger FC Frickenhausen II, aktuell punktlos und mit einer Trefferbilanz von 2:11 Tabellenletzter. Die Offensive um Torjäger Christian Dangel (feierte vergangenen Sonntag mit zwei Toren seinen verspäteten Saisoneinstand) dürfte öfters im FCF-Strafraum aufkreuzen. Der Weg zum „gesicherten Mittelfeldplatz“, den Frickenhausens Vorstandsmitglied Marcel Haug ins Spiel gebracht hat, ist zweifellos weit.

Beim TSV Holzmaden hat nach den Feierlichkeiten ob des 3:1-Coups in Grafenberg die Konzentration auf das Duell in Neidlingen begonnen. „Mutig nach vorne spielen, so wie in Grötzingen“, sollen die Holzmadener auch in Neidlingen – so der Wunsch ihres neuen Trainers Jürgen Fritsch. Der Triumph in Grötzingen sorgt dafür, dass die TSVH-Kicker beim Neuling Neidlingen (lediglich ein Punkt aus den ersten beiden Partien) alles andere als ein Außenseiter in die Punktehatz gehen.

Die SF Dettingen (gegen den TSV Grötzingen) und der TV Unterlenningen (TSV Grafenberg) könnten per Heimsieg den Kontakt zur Tabellenspitze herstellen.

Als einziges Team aus der Teckregion ist in der Kreisliga A die TG Kirchheim noch punktlos. Trainer Costa Giacobbe hatte mit dem Saisonziel („Klassenerhalt“) bereits überzogene Erwartungen gedämpft. Am Sonntag steht das Multikulti-Team von der Jesinger Straße erneut vor einer kniffligen Mission. Die Landesliga-Reserve des FV 09 Nürtingen rückt an.