Lokalsport

Am liebsten Nervenkitzel

Bezirksligisten VfL Kirchheim und TSV Weilheim peilen Spitzenplatz an

Da waren‘s nur noch zwei: Nach dem Ausscheren der SG Lenningen (Landesliga-Aufstieg) und des TSV Owen (Abstieg in die Bezirksklasse) reduziert sich die Zahl von Teckmannschaften in der Bezirksliga-Saison 2015/16 auf zwei. Sowohl der VfL Kirchheim als auch der TSV Weilheim peilen einen Spitzenplatz an.

Handball-Vesalius Cup in Köngen: TG Nürtingen - VfL KirchheimTrainer Engelbert Eisenbeil
Handball-Vesalius Cup in Köngen: TG Nürtingen - VfL KirchheimTrainer Engelbert Eisenbeil

Kirchheim/Weilheim. Die vergangene Spielzeit 2014/15 war spannend wie ein Hitchcock-Krimi – erst am Schlussspieltag entschied sich zwischen drei Mannschaften, wer Direktaufsteiger, wer Relegist und wer undankbarer Drittplatzierter wird. Geht‘s nach Kirchheims Trainer Engelbert Eisenbeil, wird die Dramaturgie der Vorsaison in der neuen Spielzeit geradewegs getoppt. „Sechs Teams können um den Titel mitspielen: SG Hegensberg-Liebersbronn, Team Esslingen, tus Stuttgart, HSG Leinfelden-Echterdingen, TSV Weilheim und wir“, sagt der VfL-Übungsleiter. Trifft die Prognose zu, schwebt die halbe Liga in Aufstiegsgefahr.

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Fragt sich nur, ob der Spannungsbogen wie in der Vorsaison durchgängig bis zum Rundenende erhalten bleibt. Nervenkitzel bis zum Abwinken: Weilheims Handballer hätten nichts dagegen. Das vorzeitige Aus im Titelrennen am 11. April nach der 25:27-Niederlage in Lenningen vor 650 Zuschauern wurmt TSV-Abteilungsleiter Roland Bendl noch immer („dieses Spiel hätten wir nach Sieben-Tore-Führung bei Halbzeit nicht verlieren dürfen“) – ein ähnlich frühes Ausscheiden will er in der neuen Saison nicht erleben. Die ambitionierte Erwartung ist ein Platz unter den ersten drei, möglichst mit Tuchfühlung zu Rang eins am vorletzten Spieltag.

An der Tabellenspitze wähnen die Limburgstädter den VfL Kirchheim. Der Tabellendritte 2014/15 ist laut alljährlicher Club-Umfrage TSV-Kandidat Nummer eins auf den Titel. Doch von solchen Vorschusslorbeeren halten die Teckstädter nichts. „Wir sind nicht der Topfavorit“, widerspricht Engelbert Eisenbeil, „erstens haben wir mit Rückkehrer Marcel Metzger aus Zizishausen nur einen einzigen externen Neuzugang und mit Timo Schafhitzel einen altershalber ausscheidenden Stammspieler verloren. Zweitens haben Clubs wie Hegensberg-Liebersbronn oder Esslingen doch kräftiger aufgerüstet als wir.“ Der 35-Jährige nimmt den (Erfolgs-)Druck von seiner Truppe, weil er will, dass sie in der neuen Saison am Ende doch alle Zuschauer überrascht.

Das neu ausgetüftelte Match-Konzept sieht neben den spielerischen Komponenten verstärkt auch Aktionen des Kraft-Handballs vor: „Die Spieler müssen lernen, anstatt aus sechs auch mal aus zehn Metern ein Tor zu erzielen.“ Zur Einstimmung auf die künftig etwas aggressivere Spielweise trainierten die Handballer zuletzt sechs Wochen lang mit den VfL-Karatekas – eine Premiere.

Beim TSV Weilheim hätte Trainer Alen Dimitrijevic nach der ursprünglichen Planung mit seiner Mannschaft eigentlich zum Höhenflug an die Tabellenspitze ansetzen sollen – eigentlich. Das hehre Saisonziel hat die Abteilungsleitung inzwischen revidiert: Anstatt der Taube auf dem Dach genügt in der kommenden Spielzeit notfalls auch der Spatz in der Hand. „Konkurrenten wie Hegensberg-Liebersbronn oder Esslingen haben sich enorm verstärkt, diesbezüglich konnten und wollten wir nicht mithalten“, sagt Roland Bendl, der seine Mannschaft nicht ganz auf Augenhöhe sieht und riskante Deals mit teuren Einkäufen im Übrigen ablehnt. Trotz manchen Wettbewerbsnachteils hoffen die Weilheimer auf eine Platzverbesserung: Nach Platz vier in der Vorsaison soll‘s nun eine Top-3-Platzierung werden.

Der Optimismus fußt auf dem Glauben, dass die Abgänge von Timo Klein (Laufbahnende) und Bernhard Bendl (pausiert) mit den Neuzugängen Christoph Allgaier (TSV Denkendorf), Manuel Bauer und Jan Stark (beide TSV Owen) zu kompensieren sind. Die beiden Owener zog es aus freien Stücken unter die Limburg – was letztlich verhinderte, dass zwischen beiden Vereinen böses Blut entstand. Hätten die Weilheimer um die TSVO-Spieler tatsächlich hinterrücks gebuhlt, hätten sie ein ausgesprochenes Tabu gebrochen. „Zwischen beiden Vereinen besteht ein Abkommen, dass kein Verantwortlicher versucht, einen Spieler abzuwerben“, sagt Roland Bendl.

TSV Weilheim (rot) - TV AltbachHandball, Ball, Spiel
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