Lokalsport

Am Schräubchen im Kopf drehen

Der Countdown zum Olympia-Rennen in Rio beginnt für Manuel Fumic am Sonntag in England

Mit einem Rennen im Hadleigh Park in Essex beginnt für Manuel Fumic am Sonntag die heiße Phase bis zum olympischen Mountainbike-Rennen in Rio.

Ohne große Erwartungen nach England: Manuel Fumic startet am Sonntag in die heiße Olympiavorbereitung. Foto: Küstenbrück
Ohne große Erwartungen nach England: Manuel Fumic startet am Sonntag in die heiße Olympiavorbereitung. Foto: Küstenbrück

Kirchheim. Hadleigh Park? Da war doch was. Richtig, es ist der olympische Mountainbike-Kurs von London, eine Stunde außerhalb der englischen Metropole an der Themse-mündung gelegen. Die Briten richten dort erstmals seit den Spielen 2012 wieder ein internationales Rennen aus – quasi die Neuauflage des olympischen Wettkampfs von vor vier Jahren.

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Bei den Herren sind alle drei Medaillengewinner von 2012 am Start. Jaroslav Kulhavy (Tschechien), Nino Schurter (Schweiz) und Manuel Fumics italienischer Stallgefährte Marco Fontana. Zudem auch Julien Absalon (Frankreich), der damals das Rennen aufgab und etliche weitere Olympioniken wie die Schweizer Mathias Flückiger und Lars Forster.

Genug Konkurrenz für einen echten Härtetest, doch dem will sich Manuel Fumic im Grunde gar nicht aussetzen. Nach all den Enttäuschungen der vergangenen Wochen hat der Kirchheimer zwar wieder Mut geschöpft, dämpft aber die Erwartungen. Auch die eigenen. Er gehe „ohne große Erwartungen“ in das Rennen auf dem Kurs, der dem in Rio ein wenig ähnelt. „Ich freue mich drauf, aber ich will mich nicht unter Druck setzen“, sagt Fumic.

Nicht so, wie er das in den vergangenen Monaten getan und damit eine Negativ-Spirale in Gang gesetzt hat, die mit Platz 34 beim Weltcup in Lenzerheide und Rang vier bei der DM in Wombach ihren vorläufigen Tiefpunkt erreichte.

Nach der deutschen Meisterschaft versuchte er an einigen Schräubchen zu drehen. „Vor allem an dem am Kopf“, erklärt der Kirchheimer. Wie er das gemacht hat, lässt er offen, spricht aber davon, dass er zuletzt im Training „ein richtig tolles Körpergefühl“ gehabt habe und dass sich ein Hebel umgelegt hätte.

Ob das nun eine Durchhalte-Parole ist, um sich selbst Mut zuzusprechen, oder ob die Formkurve tatsächlich umgekehrt werden kann, wird sich am Sonntag in Essex zeigen. „Es wäre natürlich schön, wenn sich eine Wende andeuten würde“, sagt Fumic, was aber auch in den Raum stellt, dass er nicht unbedingt damit rechnet. Noch nicht. Aber das gehört vielleicht auch zur Strategie, sich selbst nicht unter Druck zu setzen.

So oder so: Mit der Abreise nach London beginnt für Manuel Fumic am heutigen Freitag ein dreieinhalb Wochen dauernder Trip. „Ich habe die Olympia-Koffer gepackt“, sagt er lachend. Von London geht es direkt nach Kanada, wo er am 7. August beim Weltcup in Mont Sainte Anne sein letztes Rennen vor dem Olympiawettkampf in Rio am 21. August bestreiten wird.

Es sind drei Wochen der Wahrheit, die am Sonntag (Rennbeginn um 15  Uhr MESZ) eingeläutet werden – drei Wochen, die einer bisher verkorksten Saison noch einen erfolgreichen Verlauf geben können.