Lokalsport

An ein Wunder glaubt in Weilheim niemand mehr

Fußball Landesligist TSVW gastiert im ersten von noch vier Spielen heute Abend beim FV 09 Nürtingen.

Weilheim. Für Fußball-Landesligist TSV Weilheim sind alle Züge abgefahren. Sowohl der ICE Richtung Meisterschaft, das war schon länger klar. Nach der 1:3-Heimpleite gegen Hofherrnweiler nun auch der Interregio-Express zur Relegation. Die Wartezeit im Bahnhof Landesliga wird sich um ein Jahr verlängern - wenn bei sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenzweiten FC Heiningen und nur noch vier Spieltagen nicht ein Wunder geschieht.

Aber daran glaubt unter der Limburg keiner mehr. Selbst Trainer Chris Eisenhardt hat die Hoffnung aufgegeben: „Ich habe kein Auge mehr für oben. Der Druck ist weg. Wir wollen die verbleibenden vier Spiele zusammen genießen.“ Zehn Punkte sind das letzte erklärte Ziel, um den undankbaren dritten Platz zu halten.

Genießen soll jedoch nicht bedeuten, sich zurückzulehnen und dem heutigen Gegner FV 09 Nürtingen (19 Uhr, Kunstrasen Millotstraße) etwas zu schenken. „Das wäre nicht fair den anderen Mannschaften gegenüber, die noch um den Klassenerhalt kämpfen. Eine Wettbewerbsverzerrung wird es nicht geben“, verspricht der Coach. Günther Friess, noch Sportlicher Leiter vor einem Relaunch der Zuständigkeiten in der TSV-Fußballabteilung, nickt zustimmend: „Das ist ein Prestigeduell. Wenn es für uns auch nur noch um die goldene Ananas geht, werden wir den Teufel tun und die Nürtinger gewinnen lassen, damit sie drin bleiben.“

Fünf müssen runter in die Bezirksligen, und momentan wäre Nürtingen dabei. Aber der Tabellendreizehnte von Daniel Teufel wehrt sich energisch, blieb zuletzt dreimal ungeschlagen.

Auf eine Rettung hoffen neben Nürtingen noch neun Vereine, der 1. FC Eislingen (22 Punkte) und der TSV Neu-Ulm (25) wohl vergeblich. Für den renommierten SC Geislingen (28) wird die Luft immer dünner. Dagegen befindet sich der SV Ebersbach im Aufwind und kann mit einem Luftpolster von 38 Punkten befreit atmen. Das dürfte Rückenwind geben für die Heimpartie gegen Dorfmerkingen.

Noch sind die Sportfreunde von der Ostalb Tabellenführer. Nach dem 2:1-Sieg gegen Weilheim am 25. März hatte Eisenhardt seinem Kollegen Helmut Dietterle bereits zum Titelgewinn gratuliert. Zehn Punkte trennten die beiden Mannschaften damals. Vom FC Heiningen war noch keine Rede. Inzwischen hat sich die Situation grundlegend geändert. „Black and Yellow“ von der Voralb ist mit einem Zwischenspurt am lahmenden TSVW vorbeigezogen. Und weil Dorfmerkingen zweimal patzte, hat sich Heiningen bis auf vier Punkte herangepirscht.

Für Dietterle nicht überraschend. Seine Mannschaft hat sich im WFV-Pokal bis ins Endspiel gegen die Stuttgarter Kickers gekämpft. Das Finale am 25. Mai wird als „Tag der Amateure“ live im Fernsehen übertragen. Für Fußballer und Fans aus der 1 100-Seelen-Gemeinde das absolute Highlight. Kein Wunder, dass die Landesliga nur noch eine Nebenrolle spielt - der Pokalerfolg als Fluch und Segen.Klaus Schlütter

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