Lokalsport

„An Realitäten völlig vorbei“

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Schärfere Auflagen für die Basketball-Zweitligisten treffen vor allem kleine Vereine hart. Paul Oesterle hat die Knights in Chemnitz vertreten.

Herr Oesterle, der Beschluss der Liga wurde mit großer Mehrheit gefasst. Auch mit Ihrer Stimme?

OESTERLE: Nein. Ich habe dagegen gestimmt wie einige andere Vertreter kleiner Vereine auch.

Verraten Sie weshalb?

OESTERLE: Wir hätten uns mehr Diskussion darüber gewünscht. Unser Standpunkt in Kirchheim ist klar: Die Verschärfung der Standards zum jetzigen Zeitpunkt und in dieser Schärfe ist für viele Vereine ungesund.

Konkreter?

Oesterle: Die Verpflichtung zur Anschaffung von Standkorbanlagen zum Beispiel halte ich in kleineren Hallen für völlig unsinnig. Die brauchen viel Platz und bringen keinerlei Vorteil. Es gibt Zweitligisten, die in ihren Hallen solche Anlagen gar nicht aufstellen dürfen. So etwas geht an den Realitäten in den Vereinen völlig vorbei.

Was erwarten Sie von der Sitzung im September?

Oesterle: Bisher ging es ja nur darum, in welche Richtung es gehen soll. Im September wird man die einzelnen Punkte konkretisieren müssen. Wenn ich aus der konstruktiven Atmosphäre in Chemnitz einen Schluss ziehen müsste, dann den, dass ich nicht erwarte, dass man uns Kleinen im Herbst die Pistole auf die Brust setzt.

Sie sind einer von neun Gesellschaftern der Knights. Bereitet Ihnen die Entwicklung mit Blick auf den Standort Kirchheim Sorge?

Oesterle: Ich habe gelernt, an den Erfolg zu glauben. Auch als wir gezwungen waren, in der Halle Parkettboden zu verlegen, war man sehr pessimistisch, ob das finanziell zu stemmen sei. Heute gibt es uns immer noch. Wenn ich nicht daran glauben würde, dass wir das alles schaffen können, dann würde das Ganze ja überhaupt keinen Sinn machen.

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