Lokalsport

Kochint

Anstatt auf Leinenhunde setzt Teckbotenpokal-Ausrichter TSV Ötlingen auf einen Zwei-Mann-Trupp beim nächtlichen Bewachen der teuren Turnier-Anlagen – das Abschreckpotenzial für Langfinger ist im Rübholz etwas kleiner. Turnierleiter Horst Koch, einer der beiden Aufpasser, wähnt das Areal trotzdem gut gesichert.  

Wie sicher sind die Geräte im Ötlinger Rübholz, wenn das Gelände nachts menschenleer ist?
Horst Koch: Aus versicherungstechnischen Gründen – um grobe Fahrlässigkeit auszuschließen – hat der TSV Ötlingen während des Turniers einen Zwei-Mann-Wachdienst mit mir und Hans-Georg Rietheimer eingerichtet. Wir beide schlafen während des Turniers jede Nacht hier im Freien – er in der Nähe des Rasenplatzes, ich in der Nähe des Kunstrasens. Wenn etwas passiert, sind wir zur Stelle.

Zwei Aufpasser – reichen die aus für das relativ große Rübholz-Areal?
Koch: Sollte tatsächlich jemand versuchen, einzubrechen, rufen wir telefonisch sofort die Polizei, die im Regelfall in weniger als fünf Minuten hier ist. Außerdem wird sie auf ihren nächtlichen Streiftouren noch bis Sonntag öfters unser Sportgelände anfahren, wie uns gesagt wurde.

Wer tief schläft, bekommt nicht mit, wenn es nachts um einen herum mal ein paar Geräusche gibt . . .
Koch: Wir schon. Hans-Georg Riethheimer ist dieser Tage sogar aufgewacht, als irgendwo eine Katze geschrien hat. Aber, im Ernst: Die Polizei ist schnell da im Zweifelsfall.

Keine kommerziell arbeitende Security, dafür zwei ehrenamtliche Helfer im Wachdienst. Der Verein spart dadurch viel Geld.
Koch: Stimmt.

Wie muss man sich Ihren Nachtdienst vorstellen – baumelnd in der Hängematte?
Koch: Schlafenszeit ist so ab 1 Uhr morgens. Wir haben Klappmatratzen,  Kopfkissen und Decke. Das genügt, um hier so gut zu schlafen wie normalerweise im eigenen Bett.

Wie ist der Ablauf am Morgen?
Koch: Erst geht‘s zum Duschen ins Vereinsheim, dann bringt meine Frau das Frühstück, danach wird der Teckbote gelesen und irgendwann später geht‘s wieder an die Arbeit. Seit über einer Woche geht das schon so, und dieser Zustand wird so lange anhalten, bis alle teuren Geräte im Rübholz wieder abgebaut sind. Das dürfte am Montag oder Dienstag sein. Zwölf Tage werden wir dann im Amt sein.

Wie groß ist der Spaßfaktor?
Koch: Andere machen Pauschalreisen nach Malle – ich mache Campingurlaub im Rübholz (lacht).

Der Teckbotenpokal geht am Wochenende in die heiße Phase. Was haben die Zuschauer in Ötlingen zu erwarten?
Koch: Neben spannenden Fußballspielen in den K.-o.-Runden heute Abend die Beatless, und am Samstag rockt Diet Dope im Zelt. Dies sind  aus meiner Sicht zwei absolute Höhepunkte im Rahmenprogramm.  Für Kinder gibt‘s tagsüber unseren beaufsichtigten Abenteuerspielplatz mit Swimmingpool, Torwandschießen  und Tischtennis.

Und was erwartet einen eingefleischten Anhänger des TSV Ötlingen – ein spielfreies Wochenende oder ein Husarenstreich?
Koch: Wenn eine unserer Mannschaft ins Halbfinale kommen würde, wäre ich glücklich. Viele Spieler haben gutes Potenzial. Leider zeigen sie es nicht immer – wie in der abgelaufenen Kreisliga-B-Saison, als wir nur Tabellenvierter wurden.

Apropos, in der kommenden Saison 2015/16 soll endlich der Aufstieg gelingen. Stimmt es, dass der TSV Ötlingen erwägt, die erste Mannschaft in der vermeintlich leichteren Staffel 5 antreten zu lassen?
Koch: Ja, das stimmt. Allerdings ist darüber noch keine Entscheidung gefallen, und die Abteilungsleitung hält sich aus dieser Frage völlig heraus. Das werden alleine der Trainerstab und die Mannschaft entscheiden.

Das heißt, die Spieler der ersten Ötlinger Mannschaft könnten als offizielle Spieler der zweiten Mannschaft firmieren?
Koch: Ja. Aber dies ist völlig legitim, um Missverständnissen vorzubeugen. Andere Teckvereine haben das auch schon praktiziert. Tricksen wird der TSV Ötlingen definitiv nicht.

Zurück zum Zeitungspokal. Wie sollte Ihre persönliche Turnierbilanz am Sonntag aussehen?
Koch: Am liebsten wäre es mir, wenn nach der Siegerehrung alle sagen würden, dass es ein geiles Teckbotenpokal-Turnier war.


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