Lokalsport

Anna Gabric feiert Comeback

Tennis Nach einem Jahr Zwangspause stürmt die Profispielerin aus Kirchheim in Frankreich ins Doppel-Endspiel.

Kirchheim. Ein Jahr lang kein Turniertennis, kein Erfolgserlebnis, kein Preisgeld. Dafür Dauerschmerzen im Hüftgelenk mit drohender Arthrose-Gefahr, im Juni 2020 die Operation - im Alter von 21 Jahren. Die Karriere von Anna Gabric aus Kirchheim, der einzigen Profispielerin unter der Teck, schien schon beendet, bevor sie so richtig in Schwung gekommen war. Doch der ärztliche Eingriff in München war erfolgreich. Seit Dezember steht Anna Gabric wieder voll im Training. Ob mit ihren Bundesliga-Damen beim TEC Waldau, im WTB-Zentrum Stammheim mit Landestrainerin Chris Singer-Barth oder zu Hause in Kirchheim mit den TC-Assen Toni Holzinger und Lasse Pörtner.

Aller (Wieder-)Anfang ist schwer, aber ihre intensive Arbeit trägt schon die ersten Früchte. In Amiens/Frankreich, wo sie im März 2021 ihr letztes Turnier bestritten hatte, feierte sie genau ein Jahr später ihr Comeback mit einem beeindruckenden 6:0, 6:1 gegen die Französin Jade Psonka, bevor sie an der Kroatin Adriana Rajkovic im Match-Tiebreak scheiterte. Genauso erging es ihr in Le Havre in der zweiten und in Gonesse in der dritten Runde - ausgeschieden im Tiebreak.

Dafür dann der große Aufsteller von Gonesse. Im Doppel schlug sich Gabric mit ihrer schwäbischen Partnerin Lena Ruffer-Panadakis bis ins Endspiel durch, das - wie konnte es nach den Vorgeschichten anders sein? - nach 7:6, 3:6 im dritten Durchgang 5:10 verloren ging. Die Kirchheimerin freute sich trotzdem: „Das Doppel hat gut getan. Es hat mir gezeigt, dass es wieder aufwärtsgeht.“

Guter Dinge flog sie vergangene Woche in die Türkei zum Turnier in Antalya. Der Auftakt war vielversprechend - 6:4, 6:4 in der ers- ten Quali-Runde gegen die Israelin Advah Dabah. Auch im Doppel mit der Türkin Aksu - 6:2, 6:3 gegen die israelisch-französische Kombination Nadel/Rouvroy. Gegen die erfahrene Slowakin Timea Jaruskova im Einzel (3:6, 1:6) und Lee/Matsuda (Südkorea/Japan) im Doppel machte sich in Runde zwei die fehlende Matchpraxis bemerkbar. Nach 3:6, 1:6 beziehungsweise 2:6, 0:6 war Endstation.

Aber nicht für ihre Profi-Laufbahn. „Ich will noch mal alles ausschöpfen“, betont Anna Gabric, „ich will mir später keine Vorwürfe machen müssen, nicht alles gegeben zu haben.“ Für die Zeit nach dem Tennis läuft Plan B: Ein Medien- und Kommunikations-Studium in Riedlingen im zweiten Semester. Klaus Schlütter

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