Lokalsport

Appell an die Cleverness

VfL-Oberligabasketballer erwarten im zweiten Saisonspiel einen Aufsteiger

Nach dem mühevollen Auftaktsieg der Kirchheimer Oberliga-Basketballer kommt am Sonntag (17.30 Uhr) der nächste Aufsteiger in die Sporthalle Stadtmitte. Landesliga-Vizemeister BG Remseck II geht als klarer Außenseiter in die Partie.

Alles hört auf sein Kommando: VfL-Coach Bekim Kukiqi fordert im Spiel gegen Remseck weniger ungeschickte Fouls, überhastete Würf
Alles hört auf sein Kommando: VfL-Coach Bekim Kukiqi fordert im Spiel gegen Remseck weniger ungeschickte Fouls, überhastete Würfe und Fehler in der Defensive. Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. VfL-Coach Bekim Kukiqi hat keine Bedenken, dass seine Mannschaft die Partie auf die leichte Schulter nimmt: „Ich denke, das erste Spiel, der knappe, glückliche Sieg, hat dem ganzen Team gut getan. Wir werden Remseck ganz sicher nicht unterschätzen.“

Gründe gäbe es: Die zweite Mannschaft des letztjährigen Siebten der zweiten Regionalliga musste als Zweiter der Landesliga des Bezirks III (16:6-Siege) durch die Relegation gegen den SV Holzgerlingen, verlor dort beide Spiele (61:69 und 69:71) und rückte erst nachträglich in die Oberliga auf. Dort gab es gleich zum Auftakt eine herbe Klatsche: Das Heimspiel gegen die extrem junge Tübinger Zweite ging 47:70 verloren, die ganze Aufstiegseuphorie dürfte zunächst einmal verpufft sein.

Dennoch lohnt es sich, das Team etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Sieben Spieler der vergangenen Saison traten vergangenen Samstag an, was bedeutet, dass die BG im Gegensatz zum VfL als eingespieltes Team gelten muss. Und wie sich das auf dem Feld auswirkt, hat man beim glücklichen 87:85 gegen die SG Tamm/Bietigheim gesehen. Topscorer Jochen Mikait (20 Punkte im Schnitt) ist dem Team ebenso treu geblieben wie die Mörbe-Brüder Johannes (12,7) und Frederik (6,4), dazu kommt Luca Wagner (12,1) aus dem ausgeglichenen Team 14/15, bei dem fünf Spieler regelmäßig zweistellig punkteten. Nur Fabian Eisemann (11,7) und Marcel Windt (10,2) fehlten beim Auftakt.

Für den VfL geht es in diesen ersten Wochen vor allem darum, das neue Team zusammenzubasteln – Kukiqi: „Wir müssen die Zeit überbrücken, bis wir uns gefunden haben.“ Das ist bei zwei ernsthaften Trainingsmöglichkeiten pro Woche extrem mühsam. Dazu muss man, wie am vergangenen Dienstag, auch immer wieder mal einen Spieler beim parallelen Training an die Knights abgeben, was im Zuge der derzeit guten Beziehungen zwar akzeptiert wird, den Prozess aber weiter verlangsamt.

Am Dienstag kam noch dazu, dass Arber Shabani und Raffaele Pascucci aus beruflichen Gründen nicht kommen konnten. So verwaltet Kukiqi den Notstand und hofft, bis zum Spitzenspiel am 18. Oktober gegen Titelfavorit TSG Reutlingen keine Punkte abzugeben und seine Truppe in die Spur zu bringen.

Für den Sonntag ist trotz allem mit Fortschritten zu rechnen. Kukiqi will vor allem eines sehen: „Wir müssen einfach schlauer spielen.“ Denn neben den durchaus verständlichen Abstimmungsproblemen kennzeichnete vor allem die Schlussphase beim Auftakt die Anzahl an uncleveren Entscheidungen seiner Spieler. „Weniger ungeschickte Fouls, überhastete Würfe, Fehler in der Defense – das erwarte ich schon“, sagt Kukiqi.

Wenn die Mannschaft das umsetzen kann, dürfte gegen Remseck nichts anbrennen. Danach folgt das erste Auswärtsspiel bei der BG Illertal, bevor es zum Topduell, wieder in der Sporthalle Stadtmitte, gegen Reutlingen kommt. Das unsägliche 54:77 im Testspiel in Nellingen gegen die TSG wird dann vier Wochen alt sein – und das VfL-Team vier Wochen reifer?ut

VfL Kirchheim: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Lawson, Morrow, Pascucci, A. Sengül, E. Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke

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