Lokalsport
Armin Ohran als VfL-Trainer zurückgetreten

Fußball Der Kirchheimer Coach hat seinen für Sommer angekündigten Abschied überraschend vorgezogen. Nachfolger soll Dettingens Nebih Kadrija werden. Von Max Pradler

Diese Meldung hallt wie ein Donnerschlag: Armin Ohran, Chefcoach von Fußball-Landesligist VfL Kirchheim, und sein Zwillingsbruder und Co-Trainer Almir haben ihren sofortigen Rücktritt erklärt. Zu den genauen Beweggründen ist bislang wenig bekannt. Wie der Verein in einer Pressemitteilung schreibt, wurde von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart.

Fakt ist jedoch: Bereits vor Weihnachten hatte das Brüderpaar dem Verein mitgeteilt, nach der Saison eine fußballerische Pause einzulegen. Ausschlaggebend hierfür war vor allem die private Situation von Chefcoach Armin Ohran, der sich mehr Zeit für die Familie nehmen möchte, nachdem er vor Kurzem zum zweiten Mal Vater geworden ist.

Umso überraschender kommt es aber, dass diese Pause nun schon deutlich früher eingeläutet wird. Über die Hintergründe lässt sich derzeit nur spekulieren. Stimmen aus dem vereinsnahen Umfeld zufolge ist aber durchaus naheliegend, dass es intern vermehrt zu Meinungsverschiedenheiten kam, da die sportliche Entwicklung nach dem lang ersehnten Aufstieg in die Landes­liga in den vergangenen Monaten eher stagnierte. Für Gesprächsstoff auf den Rängen sorgte dabei immer wieder die dünne Personaldecke im Kader der „Blauen“, nachdem vergangenes Jahr mehrere Identifikationsfiguren und Leistungsträger abgegeben, aber nicht adäquat ersetzt worden waren. Dennoch war es, so dem klaren Vernehmen nach, eine Trennung im Guten zwischen den jeweiligen Parteien. „Beide werden immer ein Teil der ­Geschichte des Vereins bleiben und wir wünschen ihnen auf ihrem weiteren Weg nur das Allerbeste“, betont Abteilungsleiter Marc Butenuth. Dennoch stand der gestrige Dienstagabend nicht im Zeichen des Auftakts zur Rückrundenvorbereitung, sondern markierte unerwartet einen emotionalen Abschied der beiden 34-Jährigen, die während ihrer zweieinhalbjährigen Amtszeit stets große Beliebtheit im Kreise der Spieler erfuhren. „Ich schaue auf eine schöne und besondere Zeit zurück“, sagt Armin Ohran, der ab der D-Jugend alle Nachwuchsmannschaften in Kirchheim durchlaufen hat und auch im Aktivenbereich für die „Blauen“ spielte. „Der VfL wird daher immer ein besonderer Verein für mich bleiben.“ Die gestrige Trainingseinheit leitete mit Felix Lache der stellvertretende Co-Trainer.

Nachfolger mit „Stallgeruch“

Wer nun so abrupt die Nachfolge Ohrans antritt, ist vonseiten des Vereins noch nicht offiziell verkündet. Unbestätigten Informationen zufolge soll aber noch in dieser Woche Nebih Kadrija, aktueller Chefcoach bei A-Ligist SF Dettingen, das Ruder an der Jesinger Allee übernehmen. Zumindest auf dem Papier würde diese Lösung in der aktuellen Konstellation wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge passen: Der 37-Jährige hat als ehemaliger Oberligakicker des VfL nicht nur „Stallgeruch“, sondern sich auch in den vergangenen Jahren als Trainer der Sportfreunde einen Namen gemacht. Und obwohl den SFD in dieser Spielzeit als momentan Zweitplatzierter in der Kreisliga A2 die lang ersehnte Rückkehr in die Bezirksliga winkt, konnte Nebih Kadrija die nun sehr kurzfristige Anfrage seines Heimatvereins offenbar nicht ausschlagen. Als Co soll wie in Dettingen Simone Stuppia fungieren.

Aufstieg nach zwei Spielzeiten

Armin Ohran hatte den VfL gemeinsam mit seinem Bruder Almir in der Corona-Pause vor der Saison 2021/22 in der Bezirksliga übernommen und innerhalb von zwei Spielzeiten in die Landesliga geführt. Bereits in der starken Auftaktsaison schaffte es die damals neu zusammengestellte Elf mit furiosen Leistungen als Vizemeister ins Finale der Aufstiegsrelegation und holte im Anschluss auch noch den Sieg im Teckbotenpokal. In der laufenden Saison folgten nach dem Aufstieg in die Landesliga die ersten Rückschläge. So präsentierte sich der VfL als Liga-Neuling zwar häufig auf Augenhöhe mit seinen Gegnern, konnte aber nur selten Zählbares mitnehmen. max