Lokalsport

Auf den Spuren des Steinbocks

Tine Dingel im Dress von Frisch Auf Göppingen im Jahr 2011. Foto: Deniz Calagan
Tine Dingel im Dress von Frisch Auf Göppingen im Jahr 2011. Foto: Deniz Calagan

Serie Was macht eigentlich Christine Dangel? Wer im Sternzeichen Steinbock geboren ist, dem wird in Horoskopen ein sehr kontrollierter Charakter bescheinigt. Mit Verantwortungsbewusstsein, Ehrgeiz und Leistung als oberste Gebote. Wie die vierbeinigen Klettertiere kennt er oder sie nur den Weg nach oben.

Dickes Lob von den Ex-Trainern

So wie „Tine“, die erfolgreiche Handballspielerin aus dem Lenninger Tal. Reich gesegnet mit Talent führte die Laufbahn der inzwischen 39-Jährigen vom TSV Oberlenningen, der SG Ober-/Unterlenningen über den TSV Owen zum VfL Waiblingen, mit dem sie 1998 und 1999 deutscher A-Jugendmeister wurde. Es folgte ein Jahr Regionalliga bei der TSG Oßweil als Zwischenschritt „zu meinem Heimatklub“, wie sie Bundesligist Frisch Auf Göppingen bezeichnet. Bis zu ihrer Verabschiedung dort 2011 warf die 1,72 Meter große Kreisläuferin acht Jahre lang Tor um Tor für die Grün-Weißen. Aleksandar Knezevic, damals wie heute Frisch-Auf-Frauentrainer: „Sie hatte Topfähigkeiten im Angriff. Ein Supergefühl am Kreis, sich abzusetzen.“

Zwei Abstecher führten sie ein Jahr zum 1. FC Nürnberg und zwei Jahre zum Thüringer HC nach Erfurt, mit dem sie 2008/09 im Challenge Cup (Europacup) spielte und 23 Tore warf. Dort war Ex-Bundestrainer Dago Leukefeld ihr Coach. Er erinnert sich: „Tine war eine Führungsspielerin. Schnell, stark auch in der Abwehr und menschlich ein toller Typ.“

Den Schlusspunkt unter ihre Karriere als Spielerin setzte sie 2013 beim TV Holzheim mit der bitteren Erkenntnis: „Der Körper macht nicht mehr mit. Knie und Schulter sind die Baustellen.“ Aber ein Erfolgserlebnis gab es noch: Christine Dangel führte den Beinahe-Absteiger aus der Ober- in die dritte Liga. Nach einer schöpferischen Pause und dem Erwerb der Trainerlizenz kehrte sie nach Holzheim zurück, erst als „Co“, dann als Chefin am Spielfeldrand. Mit dem Trainerjob beim Landesligisten TV Steinheim am Albuch endete 2018 ihre bewegte Handballstory.

„Tine“ wohnt in Jebenhausen, arbeitet als Technische Zeichnerin in Neidlingen und betätigt sich nebenbei als Graphik-Designerin. „Ich genieße die Zeit ohne Handball“, sagt sie nun. „Ein Luxus, den ich bisher nicht kannte.“ Den Sport braucht Dangel nach wie vor. Sie trainiert eifrig im Fitnessstudio, fährt gerne Rad und macht alles Mögliche, „was mit Sport zu tun hat.“ Klaus Schlütter

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