Lokalsport

Auf den TV Nellingen wartet das große Abenteuer

Handballerinnen steigen als Zweitliga-Vizemeister in die Bundesliga auf – Etat soll auf knapp eine halbe Million steigen

Ostfildern. Im Feiern sind die Zweitliga-Handballerinnen des TV Nellingen bereits erstligareif: Nach dem souveränen 32:23 (17:13)-Erfolg am letzten Spieltag über den TSV Haunstetten brachen alle Dämme – Spielerinnen wie Betreuer tanzten über das Spielfeld. „Das war sensationell“, freute sich Coach Pascal Morgant, der mit dem Aufstieg in die Bundesliga seinen bislang größten Erfolg als Trainer feiert.

Der Aufstieg als Vizemeister hinter der Neckars­ulmer SU war zwar bereits seit zwei Wochen in trockenen Tüchern, dennoch ließen die TVN-Frauen gegen den Augsburger Stadtteilklub nicht viel anbrennen. Morgant stolz: „Jede einzelne Spielerin hat in den letzten drei Jahren eine grandiose Entwicklung durchgemacht. Wir leisten hier einfach sportlich ehrliche Arbeit, das sieht man auch daran, dass nicht jede Spielerin gleich das Weite sucht, wenn es irgendwo ein paar Euro mehr zu verdienen gibt.“

Dennoch standen nach dem Abpfiff drei Verabschiedungen an: Linksaußen Milana Vlahovic wechselt nach Neckarsulm, Rechtsaußen Lisa Friedrich will kürzertreten und spielt künftig beim VfL Waiblingen, und Torfrau Stefanie Brandl legt studienbedingt eine Pause ein. Als Zugänge stehen die beiden Linkshänderinnen Julia Schraml (Frisch Auf Göppingen) und Carina Stockhammer (Vulkan Ladies Koblenz/Weibern) sowie Kreisläuferin Stefanie Schoeneberg (TSV Travemünde) fest. Gesucht wird noch Verstärkung auf Linksaußen und im Tor.

Personeller Zuwachs ist auch dringend nötig: Erstligaerfahrung hat vom aktuellen Kader neben Ioneac nur noch Julia Orban-Smideliusz aufzuweisen. Geschäftsführer Bernd Aichele plant mit einem Etat zwischen 400 000 und 500 000 Euro für die Eliteklasse – zuletzt hatte der TVN 350 000 Euro zur Verfügung. „Es war klar, dass wir nach dem Aufstieg etwas bewegen müssen, um da oben mithalten zu können“, sagt Aichele, der weiter auf Sponsorensuche ist. „Ich hoffe, dass sich der Aufstieg als guter Türöffner erweist. Es geht ja nicht nur um die erste Frauenmannschaft, sondern um die gesamte Nachwuchsförderung.“ Die ebenfalls von Morgant betreuten A-Juniorinnen peilen derzeit die Qualifikation für die Bundesliga an. Im Erstligateam verheizt werden soll der Nachwuchs aber nicht. „Die Mädels müssen noch viel lernen“, meint Pascal Morgant.ez

Anzeige