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Auf der Suche nach dem passenden Fazit

Basketball Nach den verpassten Play-offs schwanken die Knights bei der Bewertung ihres neunten Tabellenplatzes zwischen Enttäuschung und Stolz. Von Peter Eidemüller

„Kirchheim ist mein Favorit“: Knights-Kapitän Andreas Kronhardt macht sein Bleiben hauptsächlich von der beruflichen Perspektive
„Kirchheim ist mein Favorit“: Knights-Kapitän Andreas Kronhardt macht sein Bleiben hauptsächlich von der beruflichen Perspektive abhängig. Foto: Tanja Spindler

Servus, Goodbye und Hej då: Bevor die Zweitligakorbjäger der Kirchheim Knights ihre Heimaturlaube in deutschen Landen, den USA oder Schweden antreten, kommen die Ritter am heutigen Mittwoch ein letztes Mal zusammen, um mit Funktionären, Betreuern und Mitarbeitern in interner Runde Saisonabschluss zu feiern. Spätestens beim gemeinsamen Essen dürfte auch der fromme Wunsch von Sportchef Chris Schmidt in Erfüllung gehen. „Mit ein bisschen Abstand können wir eine Saison rekapitulieren, mit der wir unter dem Strich nicht unzufrieden sein dürfen.“

Soll heißen: Der neunte Platz muss bei den Knights trotz der hauchdünn verpassten Play-offs als Erfolg verbucht werden. „Mit so vielen Unwägbarkeiten wie in dieser Saison waren wir zuletzt konfrontiert, als wir vor fünf Jahren sportlich abgestiegen waren“, resümiert Schmidt, der im Vergleich zur Katastrophensaison 2012/13 jedoch einen gravierenden Unterschied sieht: „Mit der Erfahrung von damals haben wir dieses Mal ruhiger auf die ganzen unplanbaren Personalwechsel und Verletzungen reagiert.“

Das mag auf den ersten Blick stimmen, doch interessiert den Fan in der Halle in erster Linie, was er auf dem Parkett zu sehen bekommt. Und da haben die Knights in der abgelaufenen Saison nach einhelliger Meinung zu viele Punkte liegen gelassen und zu inkonstant gespielt, was in einer so ausgeglichenen Liga prompt bestraft wurde: Zum ersten Mal seit vier Jahren steht eine Mannschaft, die 15 der 30 Saisonspiele gewonnen hat, nicht unter den ersten acht. „Wenn du als Trainer 50 Prozent deiner Spiele oder mehr gewinnst, kannst du trotzdem stolz sein und sagen, dass du ein ‚winning team‘ hast“, versuchte Trainer Anton Mirolyboy kurz nach dem Saisonfinale die Enttäuschung über die verpassten Play-offs zu relativieren.

Wie es mit seinem Team weitergeht, steht dabei noch in den Sternen. Bis auf Keith Rendleman und Brian Wenzel hat noch kein Ritter seinen Vertrag verlängert. US-Punktmaschine Corban Collins, mit 17,3 Zählern pro Spiel zweitbester Schütze der Liga, und Schweden-Import Charles Barton werden kaum zu halten sein. Elijah Allen will weitere Angebote abwarten. Bei Justin Hedley, der sich studienortsbedingt einem ProB-Ligisten anschließen dürfte, und Tre Burnette stehen die Zeichen auf Trennung.

Mit den Identifikationsfiguren Tim Koch und Andreas Kronhardt, beide immerhin seit 2015 in Kirchheim, stecken die Knights noch in Verhandlungen. Wobei die Entscheidung von Kapitän Kronhardt von der beruflichen Perspektive abhängt. Der 28-Jährige hat sein Studium der Wirtschaftswissenschaften beendet und will Job und Sport bestmöglich unter einen Hut bringen. „Kirchheim ist aber mein Favorit“, bekennt er.

Weniger Fans bei den Heimspielen

Der Zuschauerschnitt bei den Heimspielen der Knights ist im Vergleich zur Vorsaison gesunken. Hatten in der Spielzeit 2016/17 durchschnittlich noch 949 Fans die 15 Partien in der Sporthalle Stadtmitte besucht, waren es in der am Samstag zu Ende gegangenen Runde lediglich 922.

Weniger Zuspruch gab‘s nur in Ehingen (919), Hanau (902), Baunach (850), Nürnberg (821), Heidelberg (811) und Ulm (804). Zweitligamagnet sind Heimspiele der Hamburg Towers, die im Schnitt 3 239 Zuschauer anziehen, gefolgt von Vechta (3 124) und Trier (2 531).

In Sachen Auslastung hat Vechta die Nase vorn. Der 3 400 Zuschauer fassende Rasta-Dome ist bei den Heimspielen zu 99 Prozent voll. Die Knights kommen nur auf 51, allerdings legen die Ligaoffiziellen für diese Berechnung eine utopische Kapazität von 1 800 Plätzen zugrunde.tb

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