Lokalsport

Auferstehung nach Osteransprache

Fußballszene TSV Weilheim nach drei Niederlagen in Folge wieder in der Spur – VfL als fairer Derbyverlierer

Weilheim. Mike Tausch stand vor der Kabinentür und klopfte den Dreck von seinen Stollenschuhen. Frage: Schon mal einen Dreierpack gemacht? Kurze Denkpause, dann die Antwort mit einem Lächeln: „Nein, höchstens in der Jugend.“

Anzeige

Mit seinem Hattrick war der 23-Jährige der Mann des Tages im Lindachstadion. Das Weilheimer Eigengewächs erlegte den Eber (Ebersbach trägt das Namenstier sowohl im Orts- als auch im Vereinswappen) praktisch im Alleingang. Mit dem Drilling gab er seiner Mannschaft nach drei Niederlagen hintereinander den Glauben zurück, in den restlichen sechs Spielen vielleicht doch noch Platz zwei und damit die Relegation zu erreichen. „Das hat gepasst“, strahlte Tausch, der diesmal hängende Spitze spielte. Als er nach 70 Minuten Platz machte für André Kriks, der bis dahin auf der Ersatzbank geschmort hatte, gab es den verdienten Applaus des Publikums und eine herzliche Umarmung von Chris Eisenhardt.

Der TSV-Trainer war sichtlich erleichtert. „Wir haben die richtige Antwort auf die letzten Spiele gegeben. Endlich war wieder das Feuer drin wie in der Vorrunde“, freute sich der Coach. Die Weilheimer Auferstehung - auch die Folge einer offenen Aussprache an Ostern, angeregt von den Spielern selber. Gegen Ebersbach war wieder der alte Mannschaftsgeist zu spüren. Kommenden Freitag in Köngen wird sich zeigen, ob er von Dauer ist.

Seit Ostern laufen auch verstärkt die Planungen für die nächste Saison. Für die Umsetzung ist eine kompetente „Viererbande“ zuständig (Heth, Hübbe, Ihring, Prerauer). „Der Großteil der Spieler hat schon zugesagt, weiterzumachen. Wir werden aber auch einige talentierte Jugendliche mit hochziehen“, sagt Co-Abteilungsleiter Hans-Peter Bauer. Dazu kommen Verstärkungen von außen. Die erste steht fest: Offensivspieler Marc-Kevin Theimer (20) von der SG Erkenbrechtsweiler-Hochwang.

Mit Theimer kommt ein interessanter junger Mann an die Limburg. In der frühen Jugend kickte er beim VfL Kirchheim und bei den Stuttgarter Kickers, kehrte als B-Junior auf die Alb zurück. Eigentlich ein typischer „Zehner“, aber bei der SGEH spielt er rechte oder linke Außenbahn. Zum 3:1-Sieg der Älbler gestern über den VfL steuerte Theimer die Tore Nummer eins und drei bei.

„Der Heimsieg geht in Ordnung. Der Gegner war aktiver, geistig frischer und torgefährlicher“, anerkannte VfL-Spielertrainer Markus Schweizer neidlos. Seine Mannschaft war nach vier Siegen und einem Unentschieden mit breiter Brust angetreten. Aber nach der ersten Pleite im sechsten Spiel und bei neun Punkten Rückstand auf den Tabellenzweiten T/T Göppingen ist für die Blauen der Zug Richtung Landesliga endgültig abgefahren. Schweizer: „Für uns als Aufsteiger ist der dritte Platz dennoch ein Erfolg.“ Die SGEH verabschiedete sich mit dem wichtigen Dreier von den Abstiegsrängen. Für Spielführer Marc Weger noch kein Grund, sich in Sicherheit zu wägen: „Wir schauen trotzdem noch nach unten. Raus sind wir noch lange nicht.“

Das von rund 200 gut besuchte Derby war kurzzeitig unterbrochen. VfL-Abteilungsleiter Armin Meißner regte sich mehrmals lautstark über falsche Pfiffe auf und beschimpfte den Schiri. Der stoppte das Spiel und verwies den Störer des Platzes mit den Worten: „Wir machen erst weiter, wenn Sie gegangen sind.“ Als Meißner der Aufforderung nachgekommen war, wurde die Partie fortgesetzt.Klaus Schlütter