Lokalsport

Aufregende Tage für Opa Louis

Leichtathletik Ricko Meckes will bei den Landesmeisterschaften mit dem Speer an alte Erfolge anknüpfen.

Plant den großen Wurf: Ricko Meckes von der LG Teck. Foto: WLV
Plant den großen Wurf: Ricko Meckes von der LG Teck. Foto: WLV

Weilheim. Opa Louis fiebert dem Wochenende entgegen. In Mannheim feiert sein Enkel Ricko Meckes bei den „Baden-Württembergischen“ der Leichtathleten nach langer Zwangspause sein Meisterschafts-Comeback. Und der 86-jährige Großvater drückt kräftig die Daumen, dass sein 24-jähriger Liebling im Speerwerfen eine Medaille gewinnt. „Opa ist mein größter Fan“, beteuert der Athlet von der LG Teck.

Ricko Meckes galt schon in jungen Jahren als hoffnungsvolles Talent. Der Zehnkampf, und da speziell das Speerwerfen, hatten es ihm angetan. Als er nach dem Abi­tur für ein Jahr nach Australien auswanderte, stand seine Bestleistung bei 68,67 Metern. Nach der Rückkehr setzte ihn eine Knie-Operation außer Gefecht. Erst nach zwei langen Jahren, in denen sich neuer Knorpel im Kniegelenk gebildet hatte, konnte er langsam wieder mit dem Training beginnen. Mitten in der Aufbauphase der zweite Rückschlag - schwere Schulterverletzung beim Snowboarden. Wieder eineinhalb Jahre Pause. Bis vergangenen Sommer. Seither kann der Weilheimer schmerzfrei trainieren. „Ich bin glücklich, dass ich überhaupt wieder Sport treiben kann“, sagt er.

Seine Leistungen können sich sehen lassen. Mit einer Bestweite von 68,37 Metern ist er in dieser Saison auf das Niveau von damals zurückgekehrt, die 70-Meter-Schallmauer keine Utopie mehr. Meckes: „Ich liebäugle damit. Ich bin ein Wettkampftyp, und irgendwann kann ich das schaffen.“ Vielleicht schon am Sonntag in Mannheim, wo er mit der fünftbesten Leistung gemeldet ist - die Nummer eins Markus Koch hat nur drei Meter mehr aufzuweisen.

Dass er vom deutschen Rekord von Thomas Röhler aus Jena (93,90) meilenweit entfernt ist, stört Ricko nicht. „Klar, 25 Meter Unterschied sind ein Batzen. Aber nach zwei schweren Verletzungen habe ich mich von der Hochleistungsebene verabschiedet. Mein Fokus ist jetzt der Spaßfaktor.“

Staffelduell mit dem VfB?

Aus Spaß an der Freud‘ sind noch ein paar andere Athleten von der LG Teck in Mannheim am Start. So der Notzinger Schultes Sven Haumacher und Fritz Zanker (U20), beide im Hammerwerfen, sowie Anna-Lena Unger mit Hammer und Diskus. Sogar eine 4 x 100-Meter-Staffel versucht ihr Glück - mit Ricko Meckes. Ob sie dabei auf das von Micky Corucle trainierte Quartett des VfB Stuttgart trifft, steht wegen diverser Verletzungen noch in den Sternen. „Ich sehe unsere Startchance bei 30 Prozent“, sagt der Coach aus Kirchheim. Sollte es trotzdem klappen, sind die Roten mit Rafael Müller, Alex Schaf, Weitspringer Fabian Heinle und Trainersohn Philipp wohl nicht zu schlagen.

Zu den Favoriten im Weitsprung zählt Corucles rumänischer Schützling Alina Ro­taru, die kürzlich in Gammertingen mit einem Satz auf 6,78 Meter aufhorchen ließ.Klaus Schlütter

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