Lokalsport

Aufstieg in die zweite Bundesliga - und keiner merkt‘s?

Sportkegeln Die Damenmannschaft der Unterlenninger Tecksportkegler mischt die badische Verbandsliga auf.

Unter den besten zehn der badischen Verbandsliga: Carina Scheer.Foto: Tanja Spindler
Unter den besten zehn der badischen Verbandsliga: Carina Scheer.Foto: Tanja Spindler

Lenningen. Unterlenningen bekommt eine Zweitbundesliga-Mannschaft, und keiner merkt‘s: Dieses Novum könnte demnächst eintreten. Beim TVU, der sich seit 2014 als einziger württembergischer Club den Luxus zweier eigenständiger Sportkegelabteilungen leistet, sorgt ein Team der Tecksportkegler seit Monaten nämlich für Furore: Die Damen der TVU-„Tecksportkegler“ benötigen für Meister-Coup und Aufstiegsrunden-Teilnahme am 29./30. April in Nussloch noch einen Sieg aus drei Restspielen. „In der Aufstiegsrunde hätte unsere Mannschaft eine 50:50-Chance“, glaubt Abteilungsleiter Horst Grolig. Mut macht dem 67-jährigen Funktionärs-Routinier der Blick ins Internet: Den Holzzahlen-Vergleich mit potenziellen Relegations-Gegnern wie Kaiserslautern und Mainz brauchen die Tecksportkeglerinnen nicht zu scheuen.

Dafür scheuen die Damen die Öffentlichkeit - ungewollt: Weil sie nicht in der württembergischen, sondern in der badischen Verbandsliga in die Vollen und auf Abräumen spielen, tauchen ihre Triumphe in der lokalen Sportberichterstattung bislang eher selten auf. Bereits 2011 hatte sich die Sportkegelabteilung des VfL Kirchheim aus Protest gegen die Einführung der 120-Schub-Regel vom Württembergischen Kegler- und Bowling-Verband (WKBV) losgesagt und war zum badischen Verband (BKBV) übergelaufen, wo die Schubzahl unverändert bei 100 beziehungsweise 200 lag. Aus der wegen des Abrisses des Kegelstüb­les (im Zuge des Vereinssportzentrum-Baus) später aufgelösten VfL-Abteilung entsprangen 2014 die Tecksportkegler unter dem Dach des TV Unterlenningen, der Trainingszeiten und Heimspielstätte zur Verfügung stellte. Seitdem sind auf den Bühlberg-Bahnen regelmäßig württembergische und badische Kegler-Sextetts die Gegner - je nachdem, welche der beiden Sportkegelabteilungen gerade Heimspieltag hat. „Wegen der unterschiedlichen Verbandszugehörigkeit gibt es unter uns Sportkeglern keinerlei Dissonanzen“, berichtet TVU-Kegelchef Herbert Zwick von einträchtiger Harmonie zwischen beiden Fraktionen.

„Hoffentlich hält der badische Verband noch lange am alten Zählsystem fest“, sagt Horst Grolig stellvertretend für die 32 Mitglieder in seiner Abteilung. Kollege Zwick denkt da anders. Er zieht den vom württembergischen Verbandssprecher Hilmar Buschow (Ulm) als „alternativlos“ beschriebenen neuen Modus vor. In der Frage nach dem besseren System werden die beiden Funktionäre wohl nicht zusammenkommen. Vielleicht in einer weitaus erfreulicheren Angelegenheit. Mit etwas Glück gibt‘s auf dem Bühl demnächst nämlich eine Aufstiegsfeier. Dann, wenn der Damenkader der Tecksportkegler (Carina Scheer, Sandra Friedrich, Anita Deuschle, Cornelia Stark, Heiderose Stiffel, Tanja Schweizer, Antonia Hoi, Monika Zechner, Martina Hoi) die Relegationsrunde zur zweiten Bundesliga Süd erfolgreich absolviert.

Wie gut die Tecksportkeglerinnen gerade in Schuss sind, gibt‘s im morgigen Heimspiel gegen den Tabellendritten SG Neulußheim zu sehen.Thomas Pfeiffer

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