Lokalsport

Aus Frust wird Lust

Den Kirchheimer Handballern ist der Relegationsplatz kaum mehr zu nehmen

Nach dem Derby-Frust die Aufstiegs-Lust: Eine Woche nach der bitteren 30:35-Abfuhr beim TSV Weilheim haben die Kirchheimer Bezirksliga-Handballer per Heimsieg über TuS Stuttgart ihre Rolle als Topfavorit im Rennen um Relegationsplatz zwei zurückerobert. Die gleichzeitige Niederlage der Limburgstädter bei Meister SG Hegensberg/Liebersbronn spielte der Truppe von Trainer Engelbert Eisenbeil entscheidend in die Karten.

Roman Keller stürzt und hält den Ball: Die VfL-Handballer kämpfen sich in die Landesliga-Relegation.Foto: Markus Brändli
Roman Keller stürzt und hält den Ball: Die VfL-Handballer kämpfen sich in die Landesliga-Relegation.Foto: Markus Brändli

Kirchheim/Weilheim. Wenn nicht noch eine ausgewachsene Sensation passiert, wird der VfL Kirchheim den Handball-Kreis Esslingen/Teck in der Landesliga-Aufstiegsrelegation (5. bis 26. Mai) vertreten: Das ist die Quintessenz vom 20. Bezirksliga-Spieltag. Der mühsam erkämpfte 30:26-Heimsieg über TuS Stuttgart und die gleichzeitige 20:28-Niederlage der Limburgstädter bei Meister SG Hegensberg/Liebersbronn stellten den Teckstädtern am vergangenen Samstag die entscheidenden Weichen zu Platz zwei. Und machten aus einem, der von Haus aus Optimist ist, einen Super-Optimisten. VfL-Trainer Engelbert Eisenbeil beantwortete die Frage, wie groß die Wahrscheinlichkeit sei, dass seine Mannschaft aus den Restpartien gegen Hegensberg/Liebersbronn (16. April) und in Grabenstetten den einen erforderlichen Punkt holen wird, jedenfalls so: „100 Prozent“.

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Während VfL-Abteilungsleiter Uwe Hamann jetzt vom Gewinn des „Doubles“ in Form von Aufstieg und Bezirkspokal-Gewinn träumt („zum Final 4 schicken wir unsere beste Mannschaft“), haben sie ihren Aufstiegs-Traum in Weilheim fast ausgeträumt. „Jetzt wird es ganz schwer, noch Platz zwei zu erreichen“, befindet Abteilungsleiter Gunter Zettl angesichts des Drei-Punkte-Rückstands auf die Kirchheimer. Doch weder für Zettl noch für Trainer Alen Dimitrijevic („wir müssen nicht aufsteigen“) wäre Platz drei im Schlussklassement ein Beinbruch. Schließlicht winkt in der Pokal-Endrunde in der Esslinger Schelztorhalle am 30. April der Finalvorstoß inklusive (Traum-)Endspiel gegen den VfL und damit zumindest eine Teil-Revanche für die entgangenen Relegations-Pfründe.

Derweil stellt Engelbert Eisenbeil schon mal klar, was für ihn in den nächsten sechs Wochen der Wahrheit sportlich gesehen höchste Priorität haben wird: erstens das Erreichen von Platz zwei („am besten schon gegen Hegensberg/Liebersbronn nächsten Samstag“), zweitens der Relegations-Erfolg, drittens ein Bezirkspokalsieg. Weil ihm der Pokal nicht ganz so wichtig ist („zwei Spiele an einem Tag sind viel, da müssen die Spieler gut mit ihren Kräften haushalten“), hat der VfL-Coach seinen Fokus auf den möglichen Auftaktgegner in der Relegation gelegt. „Von der SG Bettringen liegt uns ein Video vor“, sagt Eisenbeil über den aktuellen Bezirksliga-Zweiten Stauferland, der am Samstag beim Tabellenvierten TV Jahn Göppingen gastiert und von einem VfL-Spion dann ein zweites Mal unter die Lupe genommen werden soll. Motto: Doppelt genäht hält besser.