Lokalsport

Aushängeschilder auf Titeljagd

Die U18-Tischtennismannschaft des SV Nabern steht vor einem bezirkshistorischen Erfolg

Jung, dynamisch und erfolgreich: Die U18-Tischtennistalente des SV Nabern kämpfen morgen als erstes Bezirksteam überhaupt um den Titel des Württembergischen Mannschaftsmeisters – nur ein Beleg für die exzellente Nachwuchsarbeit und die daraus resultierende Vormachtstellung des SVN in der Region.

Senkrechstarter: Die U18 des SV Nabern ist der größte Werbeträger der Tischtennisabteilung.Foto: Carsten Riedl
Senkrechstarter: Die U18 des SV Nabern ist der größte Werbeträger der Tischtennisabteilung.Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Yannic Hiller (18), Ben Klenk (17), Luca Hiller (13) und Oliver Komraus (14) – diese Namen werden sich Tischtennisfans in der Region merken müssen. Das Nachwuchsquartett des SV Nabern ist der erfolgreichste Jugendexport des Bezirks Esslingen seit Langem. Vergangenes Jahr erst in die Verbandsklasse aufgestiegen, was zuvor nur dem TSV Jesingen 2009 gelungen war, holten die Naberner diese Saison die Meisterschaft – auf Ligaebene geht deutschlandweit in dieser Altersklasse nicht mehr.

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„Das ist der mit Abstand größte Erfolg für uns im Jugendbereich, vielleicht sogar für den ganzen Verein“, sagt mit Jakob Baum einer, der es wissen muss. Der 21-Jährige trainiert nicht nur die vier Ausnahmetalente, sondern steht selbst aktiv an der Platte als Nummer zwei der SVN-Männer. Die sind nach zweijähriger Abstinenz unlängst in die Landesliga zurückgekehrt – beide Coups waren vorletzten Samstag ausgiebig in der Gießnauhalle begossen worden, wo laut Baum rund 100 SVN-Fans mit ihren Aufstiegshelden feierten.

Die Gefahr, dass sich nach Ende der Punktspielrunde Katerstimmung breit macht, ist übrigens nicht gegeben. Im Gegenteil: Die Naberner U18-Truppe kämpft morgen um den Titel des Württembergischen Mannschafstmeisters in Gerlingen. Gegner dort sind der Vizemeister der eigenen Verbandsstaffel Nord, TSG Heilbronn, sowie die beiden Süd-Vertreter TTG Leonberg/Eltingen und SV Böblingen. Neben dem Titel der besten Nachwuchs-Vier im Verbandsgebiet Württemberg-Hohenzollern winkt den beiden Erstplatzierten jeweils das Ticket zur weiterführenden Meisterschaft auf baden-württembergischer Ebene am 7. Mai in Offenburg. Dort geht‘s um die Quali zur deutschen Meisterschaft, wovon in Nabern allerdings keiner träumt – noch. „Am Sonntag in Gerlingen können wir unter die ersten zwei kommen“, glaubt Jakob Baum, „die Jungs sind hoch motiviert.“

Das Geheimnis des Erfolgs wähnt der Trainer in der Ausgeglichenheit. „Alle vier haben sich im vergangenen Jahr super entwickelt“, lobt Baum, „wir sind nicht auf einen einzelnen guten Spieler angewiesen.“ Dennoch herausragend: Der 13-jährige Luca Hiller, der erst im letzten Saisonspiel seine erste Einzelniederlage kassierte. Seine beeindruckende Bilanz nach 17 Einsätzen: 23:1 Siege.

Dass er vergangenes Jahr gemeinsam mit Bruder Yannic von der inzwischen aufgelösten TG Nürtingen nach Nabern gewechselt war und auch Oliver Komraus (SPV 05 Nürtingen) ein „Auswärtiger“ ist, schmälert den Naberner Erfolg nicht. „Alle drei sind zu uns gekommen, weil sie hier die beste sportliche Perspektive gesehen haben. Seitdem haben sie alle auch noch mal einen Leistungssprung gemacht“, so Baum.

Dieser war so groß, dass die Naberner kommende Saison die Ernte ihrer Nachwuchsarbeit einfahren können. Bis auf Oliver Komraus wird die Mannschaft in den Aktivenbereich wechseln, Luca Hiller gar bei den Landesligamännern aufschlagen. Ob dies die Schlagkraft der U18-Mannschaft in der im September neu beginnenden Verbandsstaffelrunde beeinträchtigt, darf bezweifelt werden. Die drei offenen Plätze übernehmen Spieler aus der zweiten U18-Mannschaft, die unlängst in die Bezirksliga aufgestiegen ist, die das Unterhaus der Verbandsklasse bildet – jung, dynamisch und erfolgreich hat beim SVN anscheinend Methode.