Lokalsport

Bauchlandung für hoch gewettete Kirchheimer

Kreisliga A: TSV Holzmaden schlägt den VfL – SF Dettingen gewinnen Derby beim SV Nabern – Neidlingens später Ausgleich

Mit einem sensationellen 3:2-Sieg über Meisterschaftsfavorit VfL Kirchheim sorgte der TSV Holzmaden gestern für Furore in der Fußball-Kreisliga A. Kaum weniger spektakulär geriet auch der Auftritt des TV Neidlingen bei Aufsteiger Germania Schlaitdorf (4:4). Ein intensives Derby lieferten sich der SV Nabern und die Sportfreunde Dettingen – mit glücklicherem Ausgang für die Gäste.

Lange Zeit taten sich die Jesinger auf dem TG-Platz schwer, kamen dann aber doch zum standesgemäßen Auswärtssieg.Foto: Markus Br
Lange Zeit taten sich die Jesinger auf dem TG-Platz schwer, kamen dann aber doch zum standesgemäßen Auswärtssieg.Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Die Kicker aus der Schloßberggemeinde festigten damit ihren dritten Tabellenplatz und sind bereits punktgleich mit dem VfL Kirchheim. Wichtige Luft im Abstiegskampf verschaffte sich der TV Unterlenningen per 2:1-Sieg gegen die Bezirksligareserve aus Frickenhausen, mit dem das Team vom Bühl den Anschluss ans hintere Mittelfeld herstellte.

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Wenig aufsehenerregend mutete dagegen der Auftritt des TSV Jesingen bei Schlusslicht TG Kirchheim an – auch wenn die Gerstenklopfer am Ende 2:0 siegten. Im Verfolgerduell der Spitzengruppe erlaubte sich die Nürtinger Landesligareserve eine Heimpleite gegen Tabellennachbar TSV Raidwangen, während der TSV Grafenberg durch eine 1:2-Niederlage gegen den TSV Grötzingen in der Tabelle weiter nach hinten durchgereicht wurde.

TSV Holzmaden – VfL Kirchheim 3:2 (0:0): In einem hart umkämpften aber fairen Derby gelang den Museumsörtlern fast schon sensationell der Sieg gegen den hochgewetteten Meisterschaftsaspiranten. Vor allem der klein dimensionierte Ausweichplatz der Holzmadener machte dem VfL offenbar zu schaffen. Zudem gelang es den Kirchheimern nicht, die wichtigen „zweiten Bälle“ zu erobern. Als weiteres Hindernis zum Erfolg des VfL, der in der ersten Halbzeit leicht überlegen agierte, erwies sich TSV-Goalie Daniel Zirn, der ein ums andere Mal gute VfL-Chancen entschärfte. Nach dem Seitenwechsel spielten beide Teams auf Augenhöhe. Die Einheimischen hatten allerdings die sowohl quantitativ wie auch qualitativ besseren Möglichkeiten und siegten am Ende nicht unverdient. Tore: 1:0 Daniel Lottmann (50.), 2:0 Steffen Rehm (60.), 2:1 Luca Ruoff (87.), 3:1 Burak Engin (88.), 3:2 Kai Hörsting (89.). Besonderes Vorkommnis: Luca Ruoff (VfL) trifft per Foulelfmeter nur den Pfosten (75.).

SV Nabern – SF Dettingen 1:2 (0:0): Das hochinteressante, intensive und faire Derby hielt alles, was das (lokalsportliche) Fußballherz höher schlagen lässt. Beide Teams agierten jederzeit auf Augenhöhe. Nach der Naberner Führung und einer Gelb-Roten Karte für die Weilheimer versäumten es die Platzherren nachzulegen. Statt dessen schlug einmal mehr SFD-Torjäger Tim Lämmle zu, beförderte das Leder mit der Pike ins Naberner Tor und löste damit den Dettinger Knoten. Erst kurz vor Schluss bekamen die Einheimischen noch mal die Oberhand, konnten die unglückliche Niederlage jedoch nicht verhindern. Axel Maier, Sportlicher Leiter des SVN: „Einen Punkt hätten wir verdient gehabt.“ Tore: 1:0 André Odehnal (46./Foulelfmeter), 1:1 Tim Lämmle (68.), 1:2 Maximilian Freiberger (78.). Gelb-Rote Karten: Nico Ruggiero (SFD/53./wiederholtes Foulspiel), Michael Dangel (SVN/78./absichtliches Handspiel).

TG Kirchheim – TSV Jesingen 0:2 (0:1): Über eine Stunde lang spielte die Turngemeinde in Unterzahl und zeigte, so TG-Sprecher Claus Stepan, „eine starke Leistung“. Die favorisierten Jesinger enttäuschten auf der ganzen Linie, leisteten sich viele leichtfertige Ballverluste und besaßen kaum Durchschlagskraft nach vorne. So brachte eine Tätlichkeit von TG-Abwehrchef Francesco Canova mit anschließendem Strafstoß die Jesinger auf die Siegerstraße – allerdings erst im Nachschuss. Den schwach geschossenen Elfmeter von Christian Dangel parierte TG-Keeper Fabau Boubakar und musste sich erst beim Nachschuss geschlagen geben. Kurz vor Schluss hätte ein Lattenschuss der Turngemeinde fast ein Remis beschert, ehe die Jesinger in der Nachspielzeit den Sack zumachten. Tore: 0:1 Christian Dangel (28.), 0:2 Kevin Rieke (90.+1). Rote Karte: Francesco Canova (TG/27./Tätlichkeit).

TV Unterlenningen – 1. FC Frickenhausen II 2:1 (0:0): „Das Kämpferherz und unsere große Moral haben uns am Ende des Tages einen verdienten Sieg beschert“, frohlockte TVU-Fußballchef Marc Schmohl mit viel Pathos. Tatsächlich spielten die Seinen nach einem frühen Platzverweis mehr als 70 Minuten in Unterzahl, hatten in der ersten Halbzeit gute Möglichkeiten, die aber vergeben wurden. Nach dem Seitenwechsel bestimmten zunächst die Gäste das Geschehen und gingen folgerichtig auch in Führung. Erst nachdem auch die Bezirksligareserve einen Platzverweis kassierte, kamen die Unterlenninger wieder auf und stellten den Sieg sicher. Tore: 0:1 Antonio Portale (47.), 1:1 Kai Länge (62.), 2:1 Nikolas Allgaier (82./Foulelfmeter). Rote Karte: Peter Müller (TVU/18./Tätlichkeit), Gelb-Rote Karte: Mario Tumbas (FCF/56./wiederholtes Foulspiel).

Spvgg. Germania Schlaitdorf – TV Neidlingen 4:4 (3:3): Den Beginn der Partie verpassten die Platzherren komplett. Schon nach fünf Minuten stand es Dank einer nahezu einhundertprozentigen Chancenverwertung 0:2. Dann erwachten die Schlaitdorfer aus ihrer Lethargie, drehten den Spieß herum und schafften bereits in der zwölften Minute den Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel drückten die Einheimischen weiter aufs Tempo, waren aber im Sturm zu wenig effektiv. Per Konter gelang den Neidlingern zwei Minuten vor Schluss der etwas glückliche Ausgleichstreffer. Tore: 0:1 Michael Aust (3.), 0:2 Patrick Kölle (5.), 1:2 Dennis Werner (7.), 2:2 Kevin Rock (12.), 2:3 Kölle (18.), 3:3 Jakob Fritz (38.), 4:3 Rock (48.), 4:4 Kölle (88.). Gelb-Rote Karten: Patrick Class (TVN/79./wegen Reklamierens), Christoph Heilemann (TVN/86./wegen Reklamierens).

FV 09 Nürtingen II – TSV Raidwangen 1:3 (0:2): „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren“, war der Schlusskommentar von 09-Coach Steffen Schmidt. Tatsächlich hatte sein Team den ersten Spielabschnitt völlig verschlafen und lag schon zur Pause 0:2 zurück. Nach dem Seitenwechsel erspielte sich die Landesligareserve ein optisches Übergewicht, kam zum Anschlusstreffer, versiebte aber in der Folgezeit zu viele Möglichkeiten. Tore: 0:1 Florian Henzler (14.), 0:2 Thomas Bachmann (18.), 1:2 Manuel Klingenfuß (62.), 1:3 Kim Frick (85.).

TSV Grafenberg – TSV Grötzingen 1:2 (0:1): Die niveauarme Partie hätte, so TSVG-Sprecher Tobias Gugel, „keinen Sieger verdient gehabt.“ Die zuletzt gebeutelten Grafenberger haderten mit der ein oder anderen Schiedsrichterentscheidung und unterlagen am Ende unglücklich. Tore: 0:1 Burak Gerz (45./Eigentor), 1:1 Carmelo Sessa (65.), 1:2 Johannes Metzdorf (72.).