Lokalsport

Bei 40 Grad gebacken​

Tennis: TCK beim 1:8 chancenlos

Eine weitere bittere Pille hat die erste Herrenmannschaft des TC Kirchheim bei ihrem zweiten Heimspiel der Oberligasaison schlucken müssen. Gegen den TC Tübingen kassierten die Teckstädter eine empfindliche 1:8-Niederlage, die das Team dem Abstieg näherbringt.

Phasenweise auf Augenhöhe und dennoch verloren: Manuel Zabukovec sieht in Sachen TCK-Klassenerhalt schwarz (siehe „Nachgefragt“)
Phasenweise auf Augenhöhe und dennoch verloren: Manuel Zabukovec sieht in Sachen TCK-Klassenerhalt schwarz (siehe „Nachgefragt“).Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Gegen unbeschwert aufspielende Gäste aus Tübingen taten sich die Kirchheimer von Beginn an schwer. Nach drei Niederlagen aus den ersten drei Saisonspielen hatte das Team um Spielertrainer Jörn Kaiser mit mangelndem Selbstbewusstsein zu kämpfen. Außerdem mussten die Gastgeber auf ihre Nummer zwei, Alexander Miehle, verzichten, der als Taufpate im Familienkreis unabkömmlich war.

Aufgrund des Fehlens des Kirchheimer Mannschaftsführers rückte Jörn Kaiser an Nummer zwei vor. Bei Temperaturen um die 40 Grad hielt der Routinier lange gut mit, musste letztendlich aber anerkennen, dass der Tübinger Mick Deussen bei diesen extremen äußeren Bedingungen in der besseren Form war. Ähnlich erging es Benni Dröge (3), Manuel Zabukovec (4), Andreas Widmayer (5) und Rico Holzinger (6). Alle verloren ihre Spiele jeweils glatt in zwei Sätzen. Während TCK-Neuzugang Widmayer und Zabukovec phasenweise auf Augenhöhe mit ihren Kontrahenten agierten, waren Dröge und Hol­zinger chancenlos. Somit war die Partie bereits entschieden, noch bevor Kirchheims Nummer 1, Tony Holzinger, richtig im Match war. Er zeigte sich von der bereits fest stehenden Niederlage seines Teams unbeeindruckt. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten dominierte er den ersten Satz über lange Zeit. Sein Kontrahent, der Spanier Ivan Gomez Mantilla, konnte sich zum Ende des ersten Durchgangs mit druckvollen und zugleich sicheren Grundschlägen zurückkämpfen und letztendlich den ersten Satz mit 7:5 zu seinen Gunsten entscheiden. Im zweiten Satz war der Kirchheimer Spitzenspieler dann ohne Chance und unterlag mit 2:6.

In Anbetracht der extremen Wetterlage und der uneinholbaren 6:0-Führung der Gäste verzichteten beide Teams auf die abschließenden Doppel, was ein 1:8-Endergebnis aus Kirchheimer Sicht zur Folge hatte. Der ersehnte Befreiungsschlag im Kampf gegen den Abstieg blieb folglich ein weiteres Mal aus. Somit rangiert der TCK nach vier von sieben Spieltagen vor den ebenfalls noch sieglosen Ravensburgern auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Bei jenen Ravensburgern muss das Team von der Teck am kommenden Sonntag ab 10 Uhr antreten. Ein Sieg ist Pflicht, will man die Chance auf den Klassenerhalt noch wahren. Doch auch bei einem Auswärtssieg am kommenden Wochenende wird es für die Teckstädter schwer, den Abstieg noch zu verhindern. Am Ende der Saison müssen drei der acht Oberligateams den Gang in die Verbandsliga antreten. Um die Klasse sicher zu halten, benötigen die Kirchheimer folglich noch drei Siege aus den letzten drei Spielen. Schon bei einer Niederlage in Ravensburg wäre man auf einen Ausrutscher der Konkurrenz angewiesen.bd

„Praktisch abgestiegen“

Vier Spiele, vier Niederlagen – überrascht Sie diese düstere TCK-Zwischenbilanz?

Manuel Zabukovec: Sie überrascht mich nicht. Uns Spielern war schon vorher bewusst, dass es in der Oberliga extrem schwer werden wird.

Außer beim 4:5 in Böblingen hatte die Mannschaft in keinem Spiel eine echte Siegchance. 2:7, 1:8, 1:8 – ist die Oberliga zu stark für die TCK-Mannschaft?

Zabukovec: Man muss sehen, dass wir zuletzt viel Pech mit Spielerausfällen hatten. In Leingarten fehlte Trainer Jörn Kaiser wegen einer Sommergrippe, gegen den TC Tübingen unser Mannschaftsführer Alexander Miehle. Dadurch mussten die meisten Spieler eine Position aufrücken, was die Aufgaben nochmals schwieriger machten.

Hätte die Verpflichtung eines Hochkaräters im Abstiegskampf entscheidend weitergeholfen?

Zabukovec: Auf jeden Fall hätte solch ein Transfer unsere Chancen erhöht. Doch erstens ist das eine Kostenfrage und zweitens war es ja so, dass wir TCK-Spieler die Herausforderung Oberliga ganz ohne neu verpflichteten Ausländer und am liebsten mit der Meistermannschaft 2014 bestreiten wollten. Schade deshalb, dass der Venezuelaner Luis Baclini in diesem Jahr nicht nochmals nach Deutschland kommen konnte.

Wie groß ist die Chance auf den Klassenerhalt jetzt noch?

Zabukovec: Praktisch sind wir mit der 1:8-Niederlage gegen Tübingen seit Sonntag abgestiegen. Zum Ligaverbleib bräuchten wir vermutlich noch drei Siege – die sind unwahrscheinlich. Doch mit einem Abstieg ginge die Welt nicht unter. Dann nehmen wir 2016 halt den nächsten Anlauf auf einen Oberliga-Aufstieg.

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