Lokalsport

Bei minus zehn Grad im Cockpit über die verschneite Alb

Segelfliegen Unerschrockene Piloten der Fliegergruppe Wolf Hirth sind rund um den Teckberg gekreist.

Luftiger Blick über die Bassgeige: Segelfliegen im Winter bietet reizvolle Motive. Foto: Lars Reinhold
Luftiger Blick über die Bassgeige: Segelfliegen im Winter bietet reizvolle Motive. Foto: Lars Reinhold

Kirchheim. Segelflug ist eine Sommersportart - so weit, so bekannt, aber in dieser absoluten Defini­tion auch so falsch. Zwar sind die Wetterbedingungen im Sommer für die Piloten der eleganten Flugzeuge optimal - vor allem nach dem Durchgang einer Kaltfront bietet intensive Sonneneinstrahlung im Sommer nahezu eine Garantie für starke Thermik.

Aber Thermik, also durch Temperatur­unterschiede entstehende Aufwinde, in denen ein Segelflugzeug an Höhe gewinnen kann, braucht es nicht unbedingt, um in der Luft zu bleiben. Gerade in der kälteren Jahreszeit machen sich die Piloten auch dynamische Aufwinde zunutze. Diese entstehen, wenn Bodenwind auf ein Hindernis trifft und an diesem nach oben gelenkt wird.

Mit dem Teckberg steht in unmittelbarer Nähe zur Kirchheimer Hahnweide genau solch ein Hindernis, das mit seiner Nord-Süd-Ausrichtung auch noch optimal 90 Grad versetzt zu den beiden Hauptwindrichtungen West und Ost ausgerichtet ist. Und den Ostwind machten sich die Segelflieger für ein paar Spaßflüge zunutze. Mit dem Schleppflugzeug ließen sie sich auf gut 700 Meter über Grund ziehen, steuerten anschließend die Ostseite des Teckbergs an und konnten unter Ausnutzung eines schmalen Aufwindbandes ihrer Leidenschaft frönen.

Trotz eisiger Temperaturen von bis zu minus zehn Grad im Cockpit bot die verschneite Landschaft, die von der tiefstehenden Sonne in warmes Licht getaucht wurde, ein unvergessliches Flugerlebnis. lr

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