Lokalsport

Bewährtes mit neuen Ideen ergänzen

Vereinsleben Moritz Hönig wird ab 1. Oktober neuer Leiter des Sportvereinszentrums beim VfL Kirchheim. Der 34-Jährige folgt auf Norbert Pallaske. Von Max Pradler

Zieht ab 1. Oktober die Fäden im Sportvereinszentrum des VfL Kirchheim: Moritz Hönig. Foto: M. Brändli
Zieht ab 1. Oktober die Fäden im Sportvereinszentrum des VfL Kirchheim: Moritz Hönig. Foto: M. Brändli

Er ist beim VfL Kirchheim alles andere als ein Unbekannter: Moritz Hönig ist seit über sieben Jahren im Verein tätig, Chef der Leichtathletik-Abteilung und zudem seit vergangenem Jahr im Vorstand. Nun widmet sich der 34-Jährige einer neuen Herausforderung: Er übernimmt ab 1. Oktober das Sportvereinszentrum an der Jesinger Allee.

VfL-Geschäftsführerin Doris Imrich freut’s: „Ich bin davon überzeugt, dass wir eine gute Entscheidung getroffen haben. Moritz ist der passende Mann für die Aufgabe.“ Dabei entwickelten sich vor allem für Imrich die vergangenen Monate zu einer Berg- und Talfahrt. Zuerst musste das SVZ im März aufgrund des coronabedingten Lockdowns für zehn Wochen dicht machen, was rund 50 Kündigungen von Mitgliedern und jede Menge finanzielle Einbuße mit sich brachte, dann quittierte Anfang Mai mit Norbert Pallaske auch noch der bisherige Leiter seinen Dienst.

Spontan kam daraufhin im Vorstand die Idee auf, Moritz Hönig den frei gewordenen Posten anzubieten. Der studierte Sport- und Medienwissenschaftler fackelte nicht lange: „Bei meinem Heimatverein solch eine verantwortungsvolle Stelle zu übernehmen, ist eine große Chance für mich. Außerdem passt das ganz gut, weil ich in Jesingen wohne und somit auch jederzeit greifbar bin.“

Bis er am 1. Oktober die neue Herausforderung in Angriff nimmt, ist der zweifache Familienvater weiterhin Geschäftsstellenleiter der SG Stern am Standort Sindelfingen, dem Sportverein der Daimler AG. Gedanklich steckt er aber schon jetzt voll und ganz in seiner neuen Aufgabe. „Wir wollen Bewährtes beibehalten, aber auch viele neue Ideen entwickeln und einfließen lassen. Die Mitglieder, die uns während der schwierigen Phase treu geblieben sind, sollen schließlich dafür belohnt werden“, bekräftigt Hönig, der aber auch zugibt, dass er jetzt „erstmal ins kalte Wasser geworfen“ werde.

Kurse im Freien kommen gut an

Für VfL-Chefin Doris Imrich beginnt mit dem neuen SVZ-Leiter ein neues Kapitel: „Das ganze Chaos aus dem Frühjahr haben wir jetzt abgehakt und schauen nach vorne.“ Das Kirchheimer Vereinszentrum, dessen Führung bis dahin auf mehreren Schultern verteilt liegt, sei jedenfalls gerüstet. Das Hygienekonzept kommt laut Imrich bei den Mitgliedern gut an, sowohl auf der freien Trainingsfläche als auch im Kursbetrieb. Selbst das Bistro im Eingangsbereich werde trotz Einschränkungen weiterhin fleißig genutzt. „Wir haben mit unserem Standort enorm viele Möglichkeiten. Kurse wie Gymnastik oder Cycling finden mittlerweile sogar im Freien statt, weil wir den Platz dafür haben“, sagt Imrich und sieht diesbezüglich einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber gewöhnlichen Fitnessstudios. „Ich befürchte, dass einige Trainingszentren das Jahr 2020 nicht überleben werden.“

Positives Feedback trotz schwieriger Phase

Rund 650 Mitglieder zählt das Sportvereinszentrum des VfL Kirchheim momentan. Im Vordergrund stehen dabei funktionelles Training mit dem eigenen Körpergewicht, Cardio, aber auch zahlreiche Reha-Maßnahmen in Kooperation mit Krankenkassen.

Die Kündigung des bisherigen SVZ-Leiters Norbert Pallaske mitten in der Corona-Krise kam für VfL-Geschäftsführerin Doris Imrich überraschend: „Wir wissen bis heute nicht, wieso und weshalb es so gekommen ist. Aber das spielt für uns schon längst gar keine Rolle mehr.“

Die Stimmung bei den Mitgliedern habe unter dem Führungswechsel jedenfalls nicht gelitten. „Unsere Gäste lassen sich von so etwas nicht beirren. Ganz im Gegenteil, die Atmosphäre ist sehr positiv, wir bekommen diesbezüglich auch viel Feedback“, betont Imrich. max

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